Samstag, 1. Dezember 2018
Näh Dich glücklich - Kalender 2019
Der schlichte Din A4 Kalender bietet Monatsübersichten um z.b. Nähtreff-Termine einzutragen und eine extra Spalte, um Eure Nähideen festzuhalten.
Ihr könnt die gratis Kalender-Vorlage HIER herunterladen.
Anschließend einfach den Drucker arbeiten lassen und die fertigen Blätter mit dem Spiralbinder zusammenfügen. Die Seiten sind fröhlich unbunt (ganz Schneiderherz eben) - aber Ihr könnt dem ganzen ja mit Eurer Fantasie und farbigen Stiften, Stempeln, Masking Tape etc., eine persönliche Note einhauchen. Schnell und einfach ist so ein Geschenk für die nette Nähfreundin fertig oder ihr macht Euch selbst damit eine Freude.
Ich verwende seit Jahren übrigens ein ganz einfaches Bindegerät für Metallspiralen. Ich mag die feine Drahtbindung sehr gern und finde, sie schaut richtig edel aus. Perfekt für Kalenderideen und natürlich auch, wenn man mal eine Ebook-Nähanleitung ausdrucken möchte, um sie direkt am Nähtisch liegen zu haben. Endlich kein Zettelchaos mehr...
Mittlerweile gibt es wohl eine verbesserte Version meines Binders- ihr findet ihn hier:
Draht Bindemaschine*
Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.
Viel Freude mit dem Kalender- auf dass er sich schnell mit tollen Terminen und Ideen rund ums Nähen füllt.
Dienstag, 27. November 2018
Endlich passende Schnittmuster
Kaum jemand, der das nicht schon erlebt hat:
Klamotte glücklich und stolz fertig genäht und beim Anziehen dann die harte Ernüchterung- das Teil passt nicht! Dabei hatte man doch mit dem Nähen angefangen, weil man sich dann endlich passende Kleidung zaubern könne. Weil man eben nicht mehr in der Umkleidekabine Anprobemarathons durchleiden wollte, um am Ende doch nix zu finden, was wirklich gefällt und passt.
Und nun hat man Zeit und Geld ins Hobby Nähen investiert und ist am Ende nicht viel besser dran als vorher?!
Schnell wird dann mit den Schnittherstellern gehadert „Also die Schnitte der Firma XYZ, die sitzen ja überhaupt nicht“ oder im schlimmsten Fall sogar mit sich selbst „ Meine Figur ist unmöglich, kein Schnitt passt“. Doch es liegt weder am Schnitthersteller und schon gar nicht am eigenen Körper, wenn ein selbstgenähtes Kleidungsstück nicht passt, wie erträumt. Es liegt einfach an der Tatsache, dass Schnittmuster eben keine persönlichen Maßschnittmuster sind, sondern - genau wie Konfektionskleidung- nach standarisierten Körpermaßtabellen erstellt werden.
Und da eben kaum ein Körper diesen Norm-Maßen entspricht, liegt es also an einem selbst, den Schnitt schon VOR dem Nähen an sich anzupassen.
Das Zauberwort ist Schnittanpassung
Und genau dazu gibt es nun endlich ein Buch auf dem deutschen Markt, das absolut anfängertauglich an das Thema heranführt und die Materie Schritt für Schritt darstellt:
Passt perfekt – Schnittmuster an die eigene Körperform anpassen *
von Meike Rensch-Berger
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386355857X
ISBN-13: 978-3863558574
Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.
Meike Rensch-Berger alias Frau Crafteln hat in diesem Buch nicht nur einfach das „Wie“ der Schnittanpassung zusammengefasst, sondern sie stellt zunächst das „Warum“ voran.
Ich muss gestehen, dass ich damit anfangs etwas haderte. Ich wurde nach der Einleitung und bei den sogenannten Basics etwas ungeduldig und dachte nur „Wann geht es denn endlich richtig los?!“
Doch mir wurde schnell bewusst, dass vielen Lesern vielleicht Grundwissen fehlt, weil sie sich noch nicht wirklich mit Schnittmustern und deren Entstehung beschäftigt haben. Und das ja leider noch viel zu viele Frauen mit ihren Körperformen hadern, statt zu verinnerlichen, dass man nicht den Körper anpassen muss, sondern eben das Schnittmuster.
Und als ich dann noch den Satz „Abnäher sind Freunde“ las, wusste ich: Das Buch ist genau richtig so.
Im Kapitel Vorbereitung werden detaliert Grundlagen näher gebracht. Das richtige Ausmessen und die benötigten Maße werden z.B. ausführlich erklärt und eine praktische Druckvorlage, um die Ergebnisse einzutragen, gibt es auch gleich dazu.
Und dann geht es an die eigentliche Schnittanpassung. Die gängigsten Anpassungen werden mit Hilfe wirklich sehr guter und klarer Grafiken erklärt. Einleitend immer die Problemstellung- dann folgt die Problemlösung. Dabei bleiben die Änderungen immer in dem Rahmen, dass wirklich jeder sie nachvollziehen kann. Auch wer noch nie ein Schnittmuster verändert hat, wird sorgsam vorbereitet und kann loslegen.
Und es stimmt wirklich, wenn Frau Crafteln schreibt:
Egal was Du machst: es kann nur besser werden
Mein Fazit:
Unbedingt lesenswert und perfekt für alle, die endlich in das Thema starten möchten, ohne sich durch Fachliteratur zu arbeiten oder mühselig auf verschiedensten Plattformen Tipps zur Schnittanpassung zusammenzusuchen.
Ich denke, wer mit Hilfe des Buches erst einmal Zeit (und Liebe) in die Anpassung seines Schnittmusters investiert, der wird am Ende wirklich belohnt. Und dann kann man zukünftig stolz sagen: Passt perfekt!
Wenn Ihr also noch ein Buch für Euren Weihnachtswunschzettel sucht oder einer Nähfreundin eine große Freude machen wollt- wie wäre es da mit diesem Ratgeber?!
Passt perfekt – Schnittmuster an die eigene Körperform anpassen *
Edit: Vor lauter Freude über den Inhalt des Buches, habe ich doch glatt vergessen zu erzählen, dass es auch ein wirklich schönes Buch ist. Tolle Farben, übersichtlich gesetzter Text, Grafiken, auf denen man alles klar erkennt und dazu GuteLaune-Fotos der Autorin- was will man mehr?!
Sonntag, 25. November 2018
Ellifant – ein Nähprojekt, das glücklich macht
Mein Herz war nämlich im Sturm erobert worden.
Schon vor langer Zeit hatte ich beim Stöbern auf Instagram das Gratis-Schnittmuster von Nane "Schönes aus Stoff" entdeckt und war entzückt von dem kleinen Rüsseltier. Im Netz fanden sich die verschiedensten Versionen- alle gemein hatten einen niedlich-schlichten Charme, den ich bei diesen Stofftieren so mag.
Und jetzt bin ich endlich dazu gekommen, auch einen solchen Ellifanten zu nähen. Ich brauchte nämlich noch ein kleines Mitbringsel für das Kreamini- den Nachwuchs von Kreamino.
Resteverwertung
Ich stöberte in meinen Stoffresten und war froh, noch kleine Stückchen von meinem Baby-Overall Projekt aufgehoben zu haben. Denn etwas fröhliche Farbe sollte der Kuschelkumpel ja tragen, auch wenn ich sonst zu den unbunten Nähern gehöre.
Das hellgraue Vichykaro verarbeitete ich im schrägen Fadenlauf- durch die aufgebügelte Vlieseline brauchte ich mir ja keine Sorgen machen, dass der Bauch beim Stopfen aus der Form geraten könnte.
Freebie
Die ausführliche und bebilderte Anleitung hält übrigens jede Menge guter Tipps parat, so dass man einen wohlgeformten Elefanten nähen kann, auch wenn man nicht so viel Kuscheltier-Erfahrung hat.
Ihr findet sie hier bei Frau Scheiner auf dem Blog: Ellifant Freebie
Lieben Dank an dieser Stelle nochmal für das schöne Projekt.
Der Link zum Schnittmuster: http://bit.ly/Schnittmuster-Ellifant-by-nane
Geschenk von Herzen
Als ich am Ende dann mit Stickgarn die Augen aufnähte und dem Stoff-Elefanten damit seine Persönlichkeit einhauchte, da war ich ein klein wenig verliebt. Ich habe tatsächlich kurz überlegt, ob ich ihn überhaubt weggeben mag.Doch weil ich weiß, dass er in ein wirklich kreatives und wertschätzendes neues Zuhause kommt, fiel es mir am Ende nicht schwer, ihn nett zu verpacken.
Ich bin sehr gespannt, wie er gefallen wird und ich hoffe, mein Ellifant und seine Artgenossen zaubern noch vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht.
Vielleicht mögt Ihr ja auch mal einen nähen!
Dieser kleine Stoffelefant ist heute dann auch mein #sonntagsglück, denn ich werde gleich Richtung Kanal starten und mich mit 5 von 8 anderen kreativen Frauen zum großen Päckchentauschen für unser "Adventskalendervergnügen" treffen. :)
Bei Katrin auf "Soulsister meets Friends" wird heute wieder das kleine und große Glück der Woche gesammelt. Schaut unbedingt mal vorbei!
Werbung
Auf dem Bernina Blog habe ich übrigens ein wenig näher berichtet, wie es mir beim Nähen ergangen ist und wie hilfreich ich einen transparenten Nähfuß dabei fand. Ihr findet den Beitrag HIER.
Donnerstag, 15. November 2018
Hose Quin von Schnittquelle
Schmal, aber bequem.
Die Hose ist nicht besonders schwer zu nähen. Die Schnittteile passen- wie bei Schnittquelle gewohnt - wunderbar stimmig zusammen und Passzeichen und Beschriftung helfen bei der Orientierung.
Meine Stoffwahl hat mich allerdings ein wenig zur Verzweiflung gebracht. Das Material ist ziemlich dünn und dazu war es nur in Längrichtung dehnbar. Ich habe also quer zum Fadenlauf zugeschnitten - zum Glück ging das bei der Leinwandbindung ganz gut.
Aber die Schnittkanten rollten leider immer ein und beim Nähen dehnte alles wegen des hohen Elastan-Anteils ganz furchtbar, so dass nicht jede Absteppung eine Punktlandung wurde. Doch da hab ich mich dann irdgendwann locker gemacht und es gibt einfach mal kein Pingelschleifchen.
Quin sitz bei mir ordentlich knackig- das liegt vor allem daran, dass ich entgegen der Maßtabelle die Göße 38 statt die 40 gewählt habe. Bei Hose Assuan und dem Rock Pretin hatte ich gute Erfahrungen mit der knappen Größenwahl geacht- bei Quinn klappt es jedoch nur, weil der Stoff ordentlich stretchig und dünn ist. Sollte ich die nächste Variante aus festerem und dickerem Stoff machen, werde ich wohl etwas aus dem Puffer der breiten Nahtzugaben schöpfen müssen.
Mein Fazit
Eine sehr bequeme, schmale Hose. Ich mag die Leibhöhe, die bei mir knapp zwei Fingerbreit unterm Bauchnabel sitz und den Gummibund, der dafür sorgt, dass Quin sich auch hinten in der Taille schön anschmiegt. Die 7 Gürtelschlaufen halten meinen Gürtel super an Ort und Stelle. Bei meinen Kaufjeans sind es meist nur 5 und da kann man dann den Gürtel tatsächlich nicht so gut „enger schnallen“.
Schnittmuster Quin von Schnittquelle bekommt ihr hier als Fertigschnitt in Einzelgrößen und auch als Ebook im Größen-Doppelpack zum selber ausdrucken.
Auf den Fotos trage ich die neue Stretchhose kombiniert mit dem Stickpulli von HIER und dieser Jerseyjacke.
* Das Schnittmuster wurde mir von Schnittquelle kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gehöre zum Modell-Nähteam von Schnittquelle, bin aber ganz frei, welches Schnittmuster ich testen möchte und auch frei darin was, wann und wie ich darüber blogge.
Montag, 12. November 2018
Paspelknopflöcher nähen leicht gemacht
Auf Instagram hatte ich ein Paspelknopfloch gezeigt und aus den Kommentaren konnte ich lesen, dass viele von Euch diese Art Knopflöcher ganz toll finden, doch nicht so recht wissen, wie sie gemacht werden.
Handgestickt und Gepaspelt- zwei schöne Alternativen zum Maschinenknopfloch
Paspelknopflöcher sind kein Hexenwerk
In einem älteren Beitrag inkl. YouTube Video, hatte ich Euch ja schon gezeigt, wie man ein Schneiderknopfloch stickt. Da liegt es also nahe, dass ich Euch auch zeige, wie ich Paspelknopflöcher mache. Ich habe also in meiner Schublade gekramt und ein Hilfsmittel hervorgeholt, mit dem ich seit meiner Lehre solche Knopflöcher fertige.
Diese Schablonen erleichtern die Arbeit ungemein und auch wenn ich zwischendurch mal andere Techniken getestet habe- damit mag ich es am liebsten. Es geht wunderbar exakt und schnell.
Und wenn man den Bogen einmal raus hat, dann verlernt man das auch nicht mehr.
Ich habe heute das erste Mal seit einer Ewigkeit wieder welche gemacht und es klappte auf Anhieb prima.
Das Nähen ging besonders gut mit einem Vernäh-Riegel auf der Stelle. Für gute Sicht habe ich den offenen Stickfuß verwendet- so näht man nicht versehentlich ins Plastik und kann beide Nähte exakt gleich lang arbeiten. Das ist wichtig für ein schönes Ergebnis. Ach ja- und die Stichgröße stelle ich immer etwas kleiner- so näht man nicht so leicht übers Ziel hinaus.
Der einzige Haken an Paspelknopflöchern ist, dass man sie nicht erst am Ende in ein Projekt arbeiten kann. Sie werden nämlich nicht, wie ein normales Knopfloch, direkt durch Oberstoff und Beleg genäht. Paspelknopflöcher werden erst nur in den Oberstoff gearbeitet. Danach markiert man die Position innen am Beleg und...
...dann schneidet man dort ein und säumt von innen per Hand gegen die Paspel. Das ist bei mir immer der Part, wo ich etwas aufgeregt bin. Im besten Fall sieht dann aber am Ende das Knopfloch innen und außen gleich hübsch aus.
Ist ja toll, aber was nutzt das, wenn man diese Schablonen nicht hat?
Meine Schablonen sind ja noch aus meiner Lehrzeit und somit kleine Altertümchen. Das Paspelfix-System ist aus dem Jahr 1961 und schien irgendwie in Vergessenheit geraten zu sein.
Eine Weile konnte man die Schablonen noch via A...on kaufen- aber offenbar ist leider diese Quelle nun auch versiegt. Vielleicht findet man sie mit etwas Glück noch irgendwo gebraucht.
Ein Tipp noch:
Auf den Bildern oben könnt ihr sehen, dass ich kleine Sandpapierstreifen auf die Schablonen geklebt habe. Das hat sich sehr bewährt, um ein Verrutschen auf dem Stoff zu verhindern.
Also, nix wie ran an die Paspelknopflöcher. Es tun sich vielfältige kreative Möglichkeiten damit auf, denn man kann die Paspel in Kontrast arbeiten und auch schräger Fadenlauf gibt einen tollen Effekt.
Viel Spaß!
Mittwoch, 7. November 2018
Ein neuer Kombipartner- Cardigan aus leichtem Sweat
Dabei ist so ein Jäckchen ja kein Hexenwerk.
Gestern habe ich also fleißig genäht und kann Euch den Neuzugang nun direkt zum MeMadeMittwoch präsentieren.
Ich habe beim Nähen auf schöne Verarbeitung geachtet, denn ich finde, dass auch so ein einfaches Teil nicht einfach nur zusammengerattert werden sollte.
Den Beleg habe ich aus dünner Baumwolle in grauem Vichykaro zugeschnitten. Die Farbe harmoniert prima mit dem ganz hellen Grau der Sommersweatware. Der helle Ton ist übrigens nicht sehr dankbar. Ich finde ja, man sieht jede Knitterfalte und es schmeichelt auch nicht wirklich was weg, wie dunkle Farben.
Ich habe den Beleg vor dem Bügeln "zurückgesteppt". Eine Technik, die dafür sorgt, dass der Beleg nicht vorwitzig hervorschaut und außerdem das Bügeln enorm erleichtert. Wenn Ihr wissen wollt, wie das genau geht- ich hatte im Mai ein ausführliches Tutoial dazu gemacht. Tutorial "Beleg untersteppen"
Größenwahl und Material
Ich bin sehr zufrieden mit der kleinen Jacke- allerdings ist sie mir eigentlich zu klein. Ich hatte nach Maßtabelle Gr. 40 - habe dann mit einer fertigen Strickjacke den Schnitt abgeglichen und mich für eine Gr. 38 entschieden. Dumm nur, dass der Sommersweat zwar sehr dehnbar - aber eben nicht so locker ist wie Strick. Mein Cardigan trifft sich also vorne nur auf Stoß und hat keinen Ober-und Untertritt. Das tut meiner Freude aber keinen Abbruch, denn ich trage solche Jäckchen ja eh meistens offen.
Schnittmuster: Cardigan No.11 von Lillesol Women in Gr. 38 , Länge ab Schulter auf 60cm gekürzt
Stoff: Sommersweat und Vichykaro aus den Tiefen meines Stoffschrankes
Hose: Mein Klassiker - Näheres findet Ihr HIER
Loop: Ewig geliebtes Teil aus grauem Crash
Ich wünsche Euch noch einen tollen Mittwoch und natürlich viel Spaß beim Stöbern in den Werken der heutigen MeMadeMittwoch Mitstreiterinnen.
Sonntag, 4. November 2018
Tasche Dany von Machwerk
Endlich, kann ich nur sagen, denn die Tasche lag ein Jahr zugeschnitten herum und wartete auf Vollendung. Letzte Woche war es dann endlich soweit und ich habe sie mir auf dem Nähdeerns-Nähwochenende vorgeknöpft. Mit der ausführlichen Bilderanleitung von Frau Machwerk auf dem iPad ging das Nähen wirklich gut von der Hand. Wie bei Machwerk gewohnt, führen einen die Fotos Schritt für Schritt sicher Richtung Ziel. Als ich den Boden einsetzte, hakte es allerdings etwas, denn mein Vorderteil war irgendwie ein gutes Stück zu groß. Irgendwo musste sich bei mir ein Fehler eingeschlichen haben, als ich die seitlichen Reißertaschen genäht habe.
Wenn ich noch eine Dany nähe, werde ich der Sache auf den Grund gehen. Bei dieser Tasche habe ich die Mehrweite jetzt beherzt auf der Gesamtstrecke verteilt und die leichte Wölbnung unten fällt im Tragealltag nicht weiter auf.
Meine Dany ist sehr schlicht- ich habe auf die extra Riegel über den offenen Außentaschen verzichtet und einzige Zierde ist das Ankermotiv auf der Vorderseite.
Eigentlich hatte ich dort ein Siebdruckmotiv vorgesehen. Doch nach dem Drucken zeigte sich, dass das relativ filigrane Bild völlig im groben Stoff verschwand. Da hätte ich schon in Weiß drucken müssen, damit es sichbar würde, doch so auffällig wollte ich es dann auch wieder nicht...
Maritimes Plottermotiv
Ich hatte im Vorrat noch einige Plottermotive und so bekam das neu zugeschnittene Vorderteil einen Anker aufgebügelt. In Samtoptik aus Flockfolie wäre vielleicht noch netter gewesen, aber auch mit der matten Flexfolie bin ich zufrieden.
Dany ist wirklich ein tolles Taschenmodell. Ich mag die vielen Taschen und die beiden seitlichen Reißertaschen bieten sogar die Möglichkeit, sich eine Mufftasche zu nähen.
Mal sehen, ob ich bei der nächsten einfach weichen Plüsch als Taschenfutter nehme- dann kann man beim Einkaufsbummel die Tasche auch mal vorm Bauch tragen und die Hände weich und warm vergraben.
Das einzige was zu meinem Taschenglück jetzt noch fehlt, ist ein Schieber, um den Träger verstellen zu können. Der war in "Gunmetal" grad nicht lieferbar, aber er ist ja auch nachträglich einfach anzubringen.
Wenn ihr noch mehr schöne Versionen der vielseitigen Tasche sehen wollt, dann bemüht einfach mal die Google Bildersuche. Da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.
Und, was für Taschen mögt Ihr so? Gerne auch eine mit vielen Extrataschen und Innenfächern, um alles einigermaßen geordnet zu verstauen? Oder seid Ihr eher der Typ: Hauptsache groß und einfach alles rein?!
Meine Materialquellen zu Eurer Information:
Schnittmuster: Tasche Dany gekauft bei Machwerk
Stoff: Gut abgelagerter Polsterstoff, den ich noch vom Wohnwagenpolster nähen übrig hatte - gekauft bei Stoff & Stil
Reißer in der Farbe "Gunmetal": gekauft bei Wittsich
Metallteile Gunmetall: Gekauft bei Snaply
Donnerstag, 1. November 2018
Oversize Kuscheljacke für die kühle Jahreszeit
Nachdem der Oktober uns viele Tage mit goldener Sonne verwöhnt hatte, fiel es mir schon schwer, mich an die Tatsache zu gewöhnen, dass jetzt die kalte Jahreszeit da ist. Die Zeit für Pullis, Strumpfhosen, warme Socken, Schals und Kuscheljacken.
Wenn es kühler wird, dann mag ich es sehr gerne, "Schichten" zu tragen. Wie eine Zwiebel, mit der flexiblen Möglichkeit, einfach eine Lage auszuziehen, wenn es doch mal zu warm sein sollte. Jäckchen und Jacken habe ich recht viele im Schrank- aber oftmals erweist sich deren schmale Silhouette als hinderlich. Manches ist schlicht zu eng, um auch mal ein weiter geschnittenes Teil darunter zu tragen.
Also muss etwas in Oversize her!
Beim Stöbern in meinen Zeitschriftenstapeln, fiel mir direkt ein Burda-Modell ins Auge:
Eine verschlusslose Oversize-Jacke mit raffinierter Schnittführung. Der perfekte Schnitt für den tollen Abseiten-Fischgrat Ironman, den ich mir bei der Firma Zuleeg hatte aussuchen dürfen.
Hoch lebe die Handnaht!
Ich habe den Beleg und den Saum mit Hand locker angestichelt. Bei den Ärmeln habe ich mir noch Belege gemacht, denn es zeigte sich, dass ich meine 4 cm Saumzugabe in der Länge extra brauche, damit die Ärmel nicht zu kurz sind. Den Ärmelbeleg habe ich sehr breit gemacht und mit Maschine abgesteppt. Wenn ich passenden Strickstoff finde, möchte ich noch InnenBündchen machen, dann zieht es nicht rein und ich kann die Ärmel auch mal hochschoppen. Britta von "My Daily Meer" hatte diese klasse Idee beim Nähdeernswochenende. Schwarmwissen und kreatives Input von anderen Nähnerds ist einfach Gold wert!
Schnittmuster: Burda Style 11/2015, Model 103, Gr.38, Ärmel verlängert
Im gleichen Heft ist übrigens auch der Schnitt von meinem geliebten Wollmantel: KLICK
Stoff: Abseiten-Fischgrat von Zuleeg Art. 6006700422
Der Stoff wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich durfte ihn mir aussuchen und wählte- typisch Schneiderherz- dieses wunderbare Grau.
Die Abseite des Stoffes ist übrigens heller als die Außenseite und zeigt den Fischgrat deutlicher. Eigentlich wollte ich den Schalkragen mit diesem Kontrast nähen- aber leider habe ich beim Aufbügeln der Einlage nicht daran gedacht und somit wurde es dann doch einfarbig.
Mein Fazit:
Ein wirklich schöner Schnitt für das leichte Wollmischgewebe. Aber die Jacke ist schon sehr oversize und sollte ich zum Wiederholungstäter werden, dann werde ich es mit einer 36 versuchen.
Beitrag verlinkt bei SewLaLa
Mittwoch, 3. Oktober 2018
Endlich fertig- meine neue Jacke mit Raglanärmeln und Kelchkragen
Eigentlich war sie als schnelles Projekt angedacht. Der tolle Stoff und der schöne Schnitt mit Raglanärmeln und angeschnittenem Kelchkragen sollten eigentlich der Garant für ein schnelles Erfolgserlebnis im Nähzimmer sein...
Doch es war der Wurm drin- denn als ich die Jacke soweit fertig hatte, war ich nicht wirklich glücklich mit der Passform. Der Strickstoff ist kaum elastisch und wirkte ziemlich steif. Als ich die die Jacke anprobierte, saß sie irgendwie komisch, denn es wirkte um die Brust einfach furchtbar wuchtig. Die vorgesehene Knopfreihe schien mir plötzlich auch unpassend und ich überlegte, was ich als Alternative machen könnte.
Und dann hing die Jacke auf der Schneiderpuppe
Und sie hing sehr lange dort, wohl in der Hoffnung, dass ich plötzlich einen Geistesblitz habe und die perfekte Verschlusslösung die Jacke mit mir versöhnt. Doch sowohl testweise befestigte Bindebänder, als auch diverse Verschlusshaken und Zierverschlüsse, machten es nicht besser. Dazu kam, dass diese Verschlussarten natürlich auch dafür sorgen würden, dass die Jacke vorne ein Stück weiter wird, weil sie dann ja auf Stoß geht und nicht mit Ober-und Untertritt schließt.
Vielleicht trotzdem einen Reißverschluss?
Ja, tatsächlich- das schien nach der langen Reifezeit dann eine gute Lösung.
Und weil ich die Jacke endlich auch mal fertig haben wollte, habe ich geschaut, was ich noch in der Vorratskammer liegen hatte. Mit teilbaren Reißern war ich leider nicht gerade gesegnet- einzig ein 70cm langer Spiralreißer war dort zu finden.
Aber Reißverschluss kürzen ist ja kein Problem...
Als ich den Verschluss probeweise ansteckte, um die Länge zu bestimmen, gab es dann noch eine kleine kreative Eingebung: Warum nicht die volle Reißverschluss-Länge nutzen?! Die reichte nämlich fast bis zur hinteren Mittelnaht am Kelchkragen...
Also, den Reißer einfach untergesteppt und am Übergang in der hinteren Mitte ein wenig hübsche Borte aufgenäht. Fertig ist das Ufo!
Ich bin wirklich froh, dass die Jacke endlich fertig ist.
Zwar ist sie nicht gerade ein Passform-Optimum- gerade an der Brust- aber sie ist bequem. Ich kann sie in verschiedenen Höhen geschlossen tragen oder auch mal offen und mit ihrer Länge passt sie prima zu meinem geliebten Marlenehosen.
Schnittmuster: PatternCompany 04-047 Gr.38
Stoff: Nosh (Tauschhandel mit der lieben Kreamino)
Noch einmal werde ich den Schnitt übrigens nicht nähen- der ist irgendwie nicht für mich gemacht. Das könnte am Raglan liegen oder daran, dass die Jacke die Schokoladenseite doch erst dann zeigt, wenn man richtig Busen mitbringt und sie, wie vorgesehen, via Knopfleiste geschlossen trägt...
Heute treffen sich die Selberschneider zum monatlichen MeMadeMitwoch. Schaut doch mal vorbei- es gibt jede Menge Inspiration für Eure nächsten Nähprojekte.
Dienstag, 25. September 2018
Schulter-Spucktuch selber nähen
Es gibt schönere Erinnerungen an die Babyzeit...
Nun, wenn das Internet damals nicht noch Neuland gewesen wäre und ich schon die vielen Inspirationen und Ideen aus kreativen Blogs gekannt hätte, dann hätte ich ganz sicher einen großen Stapel toll geformter, saugfähiger Schulter-Spucktücher gehabt: Simpel genäht aus Frottee und einem Stück Baumwollstoff.
Für alle von Euch, die vielleicht gerade Nachwuchs bekommen haben und natürlich auch für alle, die eine nette Geschenkidde für frischgebackene Eltern suchen, habe ich ein kleines Tutorial gemacht.
Es ist wirklich ganz einfach
Das Schulter-Spucktuch nähen:
Donnerstag, 13. September 2018
Marlenehose aus Leinen-Chambray
Stoffliebe auf den ersten Blick
Der Stoff war ein Spontankauf- die Optik und auch die weiche, etwas körnige Haptik haben mir auf Anhieb gefallen. Leider lag der Stoff sehr schmal und beim Zuschnitt hatte ich etwas Sorge, dass meine Kaufmenge durch die recht weiten Hosenbeine nicht reicht- aber nach etwas Schnittmuster-Tetris konnte ich dann zur Schere greifen.
Besonders gerne mag ich an dieser Hose den schönen Tunneldurchzug. Eine Kombination aus innenliegenden Knopflöchern und dekorativ sichtbaren Ösen vorn und in der hinteren Mitte. Zwar trage ich eigentlich immer etwas über diesem hübschen Detail- aber es ist einfach praktisch, wenn man die Hose ganz nach Bedarf ein wenig in der Weite anpassen kann. Gerade bei Leinen, denn das Material dehnt sich ja beim Tragen immer. Diesmal gab es bei der Hose Kordelstopper- dann kann ich auf eine auffällige Schleife verzichten und die Bandenden vorn nur locker binden.
Und die Hose bringt Taschen mit. Während ich sonst mehr ein Freund von Hüftpassentaschen bin, mag ich hier die dekorativen aufgesetzten Taschen. Sie tragen nicht auf und bieten Platz für allerlei Kram und man kann seine Hände herrlich drin vergraben (und auf Fotos einen Ticken lässiger herumstehen)
Immer wenn es an die Vollendung einer Hose geht, stehe ich übrigens vor der großen Frage:
Welche Saumlänge soll es werden?
Gerade bei Marlenehosen aus fließenderen Stoffen mag ich es am liebsten, wenn sie so richtig lang sind. Wenn man so eine Hose mit nur einer Absatzhöhe trägt, hat man ja kein Problem. Doch diese Hose hier möchte ich nicht nur zu sommerlichen flachen Ballerinas tragen, sondern auch zu meinen geliebten Stiefeletten mit Absatz. Ich musste also ein Mittelding finden, damit es mit hohen Schuhen nicht zu kurz wird, ich aber mit Ballerinas nicht alles durch den Dreck schleife bzw. drauf trete.
Mal sehen, wie ich mit der Länge jetzt klar komme. Wenn es doch zu lang ist, dann wird nochmal neu gesäumt.
Wie geht es Euch so mit Saumlängen? Ist es auch bei Euch jedesmal ein kleiner Angang, bis das richtige Maß für Schnitt, Stoff und persönliche Stimmung gefunden ist?
Erzählt doch mal von Euren Erfahrungen mit Stecknadeln, Saumpuster und der xten Steckprobe.
Wie findet ihr die perfekte Rock-bzw. Hosenlänge für Euer Projekt?!
Dieser Beitrag ist verlinkt bei SewLaLa und Du für Dich am Donnerstag
Mittwoch, 5. September 2018
Frau Yoko küsst Bluse Avy
Bequem und alltagstauglich soll es sein.
Oberteile, die meine Bewegung auch nur minimal einschränken, bleiben im Schrank hängen, obwohl ich sie wirkich schön finde. Meine beiden Cheyenne-Blusen sind im Rücken ja schon angepasst- trotzdem trage ich sie eher selten. Ich denke, mit durchgehender Knopfleiste und als Jackenbluse über einem Top wäre ich glücklicher mit ihnen.
Ein weiteres Beispiel wäre dann noch meine Bluse Avy, die den Alltagstest leider nicht überstanden hat. Die Rückenpartie und auch die Ärmel sind mir einfach zu schmal geschnitten. Ich werde jetzt die Ärmel austrennen und das ganze als hübsches Top tragen. Aber die Falten vorne an der Bluse finde ich einfach große klasse und so hieß es nun für mein aktuelles Projekt:
Aus zwei mach eins!
Schnittmuster Avy und Schnittmuster Frau Yoko wurden kurzerhand vereint. Da ich wusste, dass Yoko bequeme Weite mitbringt, habe ich einfach das Rückenteil ohne Falte/Passenabtrennung und die Ärmel davon genommen und dann das Vorderteil der Avy auf das Vorderteil Yoko "gebastelt".
Der Plan ging auf und jetzt habe ich eine leicht flatterige Viskosebluse mit hübschem Blickfang vorne.
Zuschnitt und Nähen liefen problemlos. Einzig am Halsausschnitt habe ich heftig gepatzt, weil ich das Schrägband viel zu locker angenäht hatte. Doch ein Tipp auf Instagram hat aus der Not eine Tugend gemacht: Ich habe das ganze einfach noch mal eingeklappt und festgesteppt. Jetzt behaupte ich, es sollte ja eine Streifenversäuberung und keine Einfassung sein und bin fein raus...
Mit meiner neuen Bluse werde ich jetzt den sonnigen September-Tag genießen und bin gespannt, ob es beim monatlichen MeMadeMittwoch schon viel Inspiration für die Herbstgarderobe zu sehen gibt.
Und, seid ihr schon in Herbststimmung? Oder näht ihr- so wie ich- noch fix ein Teil aus Leinenstoff, weil das Wetter diesen Sommer einfach zu großartig zum Nähen war?!































