Montag, 19. August 2019

Über den Tellerrand- Formland Herbst 2019

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Es war mal wieder Zeit, mein Nähzimmer zu verlassen und ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Als Flensburgerin kann ich den nordischen Stil unserer skandinavischen Nachbarn beinahe täglich genießen- der Weg zum Bummeln ins Nachbarland ist nur ein Katzensprung und auch Flensburg selbst, bietet diverse dänische Geschäfte für Interior und Lebensart. Trotzdem ist es für mich jedesmal ein Fest, wenn ich zur Formland-Messe nach Herning fahren darf. Die dänische Messe öffnet seit 35 Jahren ihre Tore für Fachbesucher aus den Bereichen Design, Interior und Delikatessen und ich selbst war diesmal zum 11. Mal dabei.
Im Rahmen der von Amalie loves Denmark organisierten Bloggertour durfte ich für ein paar Stunden in den neusten Trends für die kommende Saison schwelgen. Aber natürlich fahre ich nicht mit, um diese Eindrücke für mich selbst zu behalten, sondern ich möchte sie mit Euch teilen, denn ich weiß, dass ganz viele von meinen Lesern den nordischen Stil genauso lieben wie ich.

Inspiration


Bei allen neuen Trends, die auf so einer Messe immer gezeigt werden, bleibt für mich ein großes Thema stets im Fokus: Zeitlosigkeit von Design. Das versuche ich in meinem Kleiderschrank und meinen Nähwerken umzusetzten - und das ist der Punkt, zu dem es mich bei jedem Messebesuch magisch hinzieht. Ob nun Georg Jensen, Holmegaard, Stelton oder Eva Solo und viele andere – sie bieten Dinge, die in ihrer Form und Funktion mein Herz erobern.


Zeitloses dänisches Design

Ein ganz wichtiges Thema auf der Messe war – wie sollte es in der heutigen Zeit auch anders sein–die Nachhaltigkeit. Sehr viele Marken schreiben sich diesen Trend auf die Fahnen und setzen ihn auf die eine oder andere Art um. Mal ist es recyceltes Plastik- mal der komplette Verzicht auf selbiges. Mal wird der Energieverbrauch bei der Herstellung so gering wie möglich gehalten- mal zählt vor allem die faire Wertschöpfungskette in den Produktionsländern. Eine wirklich gute Sache, wobei ich persönlich finde, dass all das uns Verbraucher nicht davon freikauft, unser eigenes Konsumverhalten regelmäßig selbstkritsch zu reflektieren.

Weniger ist mehr


Womit wir dann wieder bei der Zeitlosigkeit wären: Genau wie in der Modewelt, sollte auch im Bereich Interior der Weg weg von kurzlebigen Trends und hin zu mehr Lieblingsstücken gehen, die dann unser Leben nicht nur eine Saison begleiten.

Holz im dänischen Design
Gesehen u.A. bei Engel&Lovgreen, HjemHavn, Kay Bojesen

Wertige Dinge aus schönen Materialien bereichern und können einem im Alltag das eine oder andere Lächeln ins Gesicht zaubern.

Donnerstag, 15. August 2019

Besser spät als nie- endlich eine Hip-Bag


Gefühlt schmückt sich gerade die gesamte Nähbloggershpäre mit diversen Revival-Varianten eines Relikts der späten 80er:

Die Bauchtasche ist wieder da


Zum Glück mit zeitgemäßem Touch und durch verschiedenste Formen und Trageweisen nicht mehr unbedingt das figurtechnisch unvorteilhafte Beutelteil- sondern durchaus ein schicker und praktischer Händefreihalter. Dazu kommt, dass so ein kleines Modeaccesoire uns Selber-Schneidern jede Menge an Kreativpotenzial bietet. Bei geringem Stoffverbrauch kann die Restekiste geplündert werden und wer mag, zaubert sich mit Borten, Bändern, schicken Reißern und Metallkarabinern seine ganz individuelle Hip-Bag.
Etwas verspätet bin nun auch ich dem Trend erlegen- denn wenn ich diesen Samtag wieder mit auf Bloggertour zur dänischen Designmesse Formland bin, kommt "Hände frei" gerade recht.

Jede Menge Freebies


Eine kurze Google-Suche zeigte, dass man wirklich für fast jeden Geschmack ein nettes Taschen-Schnittmuster findet. Und sogar jede Menge Modelle gratis.
Ich entschied mich recht schnell für die "Fransi" von Delari, denn mir gefielen die kleinen Seitenblenden am Übergang zum Gurtband und die Tatsache, dass die Tasche sich wirklich schlank macht. Auf die namensgebenden Fransen konnte ich aber gut verzichten... ;)

Tragevarianten Fransi Hüfttasche

Den gratis Schnitt und die Anleitung findet Ihr HIER
Wer nachnähen möchte, sollte unbedingt das Video schauen- nur die Bilder auf der Seite fand ich erstmal verwirrend, das bewegte Bild schafft aber wunderbar Klarheit. Laut Intro ist die Fransi übrigens in einer Stunde genäht... Das setzt allerdings voraus, dass man pingelmäßig Mut zur Lücke hat. Im kurzweiligen Plauderton zeigt Nine, wie sie die Tasche näht- ganz nach ihrem Motto "Perfekt ist langweilig".

#slowsewing


Ich habe für meine Tasche einiges länger als eine Stunde gebraucht- habe aber auch Einlage benutzt und noch zusätzlich eine Innentasche für mein Handy eingearbeitet. Und ich habe mir beim Nähen einfach mehr Zeit genommen, denn ich mag es gern exakt und ordentlich.
Für den Oberstoff habe ich eine alte Jeans zerschnitten und für das Futter in die Restekiste gegriffen. Man braucht ja wirklich erfreulich wenig Stoff für so eine Tasche.

Material Upcycling Hip-Bag, Schnittteile

Als Einlage habe ich Decovil I Light auf den Jeans und H200 auf die dünne Baumwolle gebügelt. Die Innentasche ist in das Futter-Rückenteil gearbeitet- dabei habe ich mein Handy als Maß genommen.
Beim Nähen zeigte sich das leicht brettige Decovil leider als etwas hinderlich- zumindest konnte ich  dadurch an einigen Stellen den Stoff nicht so gut zur Seite legen, um die Arbeitsschritte zu erleichtern. Aber mit Geduld und etwas Fluchen, hat es am Ende gut geklappt.
Entgegen der Anleitung habe ich die Wendeöffnung übrigens unten am Futterbeutel gemacht. So kann man dann am Schluss die oberen Nahtzugaben unsichtbar von innen verbinden, um das Verrutschen des Futters zu verhindern.

Für das Ziersteppen am Reißverschluss habe ich zum ersten Mal sogenannte Top-Stitch-Nadeln* verwendet. Damit war das schöne Stichbild mit dem etwas stärkerem Steppgarn* kein Hexenwerk mehr.

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.


Blick auf die Innentasche mit Reißverschluss

Meine Tasche ist übrigens ohne Verschluss-Karabiner- ich hatte leider keinen passenden zur Hand. Aber Dank kurzem Kreativinput von Kreamino habe ich nur mit zwei Schiebern gearbeitet und kann jetzt meine Tasche einfach überstreifen und dann am Gurt auf die richtige Länge einstellen.

Ich bin sehr glücklich mit meiner schlichten, formschönen Tasche und freue mich sehr, sie am Samstag in Dänemark auszuführen und zu testen, wie sie sich in der Praxis verhält.

Habt Ihr Euch auch schon eine Hüfttasche genäht? Vielleicht verratet Ihr ja auch, nach welchem Schnittmuster und erzählt, was Euch wichtig an so einem Beutel ist.
Bei mir zum Beispiel, war das die handliche Größe und eine Form, die sich schön anschmiegt...







Mittwoch, 7. August 2019

Capsule Wardrobe- Wunsch und Wirklichkeit

Mein Kleiderschrank hängt voll.
Ich habe jede Menge Hosen, Oberteile, Shirts, Jacken und ich kann sagen, dass ich all die
Kleidungsstücke tatsächlich mag. Ich bin schon lange meinen Farben treu und mein unbuntes Herz hüpft, wenn der Blick in den Schrank fällt. Und da ich das meiste des Inhaltes selber genäht habe, hängt mein Schneiderherz natürlich nochmal doppelt dran.

Gefüllter Kleiderschrank

Und trotzdem bin ich nicht ganz glücklich mit meiner Garderobe.
Vieles im Schrank wird nie getragen. Jedes mal, wenn ich etwas zum Anziehen aus dem Schrank hole, schauen mich die verschmähten Teile vorwurfsvoll an. Es scheint, als ob es vom Kleiderbügel meckert: Und was ist mit mir?
Ich greife zu einem relativ geringen Teil- immer wieder. Die sichere Bank, die Wohlfühlsachen, die ohne nachdenken zu müssen, kombiniert werden. Blöd nur, wenn der Kombipartner in der Wäsche ist. Oder wenn das Wetter nicht ideal ist, um eine weite Marlenehose zu tragen, weil es eben regnet und die Hosenbeine elend nass werden würden. Oder man die schmale Hose zyklusbedingt einfach nicht erträgt... Da endet es dann gern auch mal mit der schlabbrigen Jeans und nem leicht räudigen Shirt- nicht schön, aber praktisch.
Es müssen endlich Sachen weg, die zum Ballast werden. Zu viele Kleidungsstücke, die nicht getragen werden, nehmen mir den Elan, wirkliche Lieblingsteile zu nähen. Ich muss ehrlich zu mir sein:

Was trage ich richtig gerne und häufig und warum?


Ich möchte meinen Kleiderschrank gründlich ausmisten (und dabei natürlich meine Kleiderschrankdiät zur Hilfe nehmen) Ich werde meine ideale Garderobe überdenken und diesmal intensiver einfließen lassen, was ich wirklich brauche. Was nutzt mir das zehnte schicke Outfit für den Kinoabend, wenn der Alltag viel öfter was Hübsches und Praktisches für die Hunderunde braucht?

Mir schwirrt im Kopf herum, vielleicht bei Null zu starten. Also eine wirklich komplette Capsule Wardrobe durchzuplanen, ganz ohne zu versuchen, die vorhandenen Teile einzubauen.
Ist das vielleicht ein zu ehrgeiziger Plan? Oder würde gerade das die Sache tatsächlich erleichtern?
Als Aufhänger und Planungshilfe werde ich mir mein Fashion-Sudoku nochmal genauer ansehen- und die unzähligen BasicGarderobe Grafiken, die ich mit der Zeit auf Pinterest gepinnt habe.

Leinen Outfit selbstgenäht

Für den MeMadeMittwoch bin ich heute übrigens in eine sommerliche Gernetrag-Kombi geschlüpft.
Beide Teile schon vor einer ganzen Weile genäht, Top fertig gekauft und gerade bei sommerlicheren Temperaturen optimal. Die Fotos zeigen das typische Edelknitter und auch die Tatsache, dass Leinenhosen an den Knien und auch generell, gern beulig werden...

Wunsch und Wirklichkeit.

 

Mal sehen, wo mich die Idee hinführt und was dann am Ende dabei rumkommt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich versuche meine Klamotten zu beschränken auf das, was ich wirklich gerne trage und was ich wirklich brauche.

Wie ist es denn bei Euch? Hadert ihr auch manchmal mit Euren Nähwerken? Nicht, weil ihr sie nicht mögt, sondern einfach, weil sie am Bedarf und echten Leben vorbei genäht sind?!








Mittwoch, 19. Juni 2019

Die richtige Nähmaschine für Anfänger

Immer wieder taucht im Netz die eine Frage auf: Welche Nähmaschine soll ich mir nur kaufen?
Ich sage dann gern: Das musst Du für Dich selber rausfinden! Erstmal ist das natürlich keine wirklich befriedigende Antwort, aber welche Maschine wirklich die richtige für Dich ist, hängt nun mal von vielen persönlichen Faktoren und ganz am Ende auch von Deinem Bauchgefühl ab.

Bist Du ein absoluter Anfänger, der erst einmal in das Nähen schnuppern möchte?
Dann solltest Du einfach im Bekanntenkreis fragen, ob irgendwo eine ungenutzte Nähmaschine herumsteht. Dabei ist es egal, ob es ein altes mechanisches Schätzchen ist oder eine etwas modernere Variante. Wichtig nur: Sie sollte möglichst makelfrei laufen und es sollte eine Bedienungsanleitung vorhanden sein.

Die Maschine sollte Gradstich und Zickzack nähen können.


Mehr ist erst mal gar nicht nötig.
Lies zunächst gründlich die Anleitung, damit Du die Maschine auch richtig einfädelst.
Mit einer frischen Nähmaschinennadel bestückt kannst Du dann auf der Leihmaschine deine ersten kleinen Probenähte starten. Näh dich erstmal an einfachen Baumwollstoffresten ein und suche Dir dann ein simples Nähprojekt wie ein Kissen oder einen Einkaufsbeutel.
Sehr sinnvoll finde ich, einen Nähkurs für Anfänger zu besuchen- denn auch wenn YouTube und Co wirklich großartige Tutorials bieten- es ist als Anfänger einfach Gold wert, wenn man zwischendurch eine helfende Hand zur Seite hat. Außerdem ist der Austausch mit Gleichgesinnten in einer kleinen Nähgruppe inspirierend und man lernt immer ein wenig „bei den anderen mit“.
Mit jedem Projekt, das Du nun nähst, lernst Du „Deine“ Maschine kennen. Du solltest probieren und nähen, was das Zeug hält. Dabei kannst Du gleichzeitig herausfinden, ob Nähen wirklich etwas ist, in das Du auch längerfristig Zeit und Geld investieren möchtest.

Anfängernähmaschine- ein altes mechanische Modell
Die alte Nähmaschine meiner Mama- damit habe ich mich vor vielen Jahren mit dem Nähvirus infiziert. Mechanisch, solide, robust und nur mit den wichtigsten Funktionen ausgestattet.

Nähvirus


Hat Dich der Nähvirus so richtig gepackt, dann machst Du Dir am besten mal eine kleine Liste - einmal mit den Dingen, die Du an der (Leih)Maschine magst und dann notierst Du noch die Dinge, die dich nerven oder Dir gefühlt fehlen. Ich schreibe hier extra „gefühlt“, denn manchmal ist es so, dass man denkt: Das brauche ich unbedingt. Und wenn man dann endlich die 1000 Zierstiche hat, nutzt man sie gar nicht.
Auch vom Gedanken, dass man mit einer neuen „tolleren“ Maschine gleich viel tollere Sachen näht, sollte man sich an dieser Stelle einfach verabschieden. Denn wenn die Maschine ein gutes Nahtbild hat, der Transport und die Durchstichskraft solide sind, aber das Nähen trotzdem nicht gut von der Hand geht, dann ist es meist fehlende Übung oder auch falsche Handhabung. Gern sitzt der Fehler nämlich VOR der Maschine. Das ist bei der Nähmaschine nicht so viel anders, als beim Computer.

Vielleicht kommst Du nach der Zeit mit der Leihmaschine zu dem Schluss, dass sie genau das richtige für dich ist. Super! Vielleicht kannst Du sie ja dauerhaft adoptieren. Wenn das nicht möglich ist, schau einfach mal im Kleinanzeigenmarkt nach einem ähnlichen Modell.
Ansonsten rate ich jetzt zu einem Besuch in einem Nähmaschinenladen. Ich weiß, das ist in Zeiten von Onlineshops leicht gesagt- aber nichts ersetzt das direkte Probieren und vergleichen. Ideal sind natürlich Läden, die nicht nur eine Marke Maschinen anbieten oder der Besuch einer Messe, auf der diverse Hersteller präsentiert werden.

Vorbereitet und mit viel Zeit


Ein wichtiger Tipp: Nie unvorbereitet Maschinen gucken gehen. Schon im Vorfeld sollte die Liste mit den Wünschen noch mal durchgegangen werden und man sollte sich auch Gedanken über das vorhandene Budget machen. Außerdem sollte man sich mit ein paar Stoffstücken wappnen. Natürlich gibt es auch Probestückchen Stoff im Laden für die Vorführung und zum Testen, aber das sind meist unproblematische Baumwollwebwaren. Wenn Du später diverse Materialien nähen möchtest, dann solltest Du auch testen, wie sich diese unter der Wunschmaschine verhalten.
Und probiere unbedingt selber aus. Die Anwendung sieht von geübten Fingern der Verkäufer(in) immer toll aus- aber Du musst ja mit der Maschine klar kommen. Lasse Dir Zeit und lasse Dich nicht von Funktionen verführen, die nicht wirklich Mehrwert bringen und nur unnötig Dein Budget strapazieren.
Behalte im Hinterkopf, dass eine gute Nähmaschine nicht viel Schnickschnack braucht.
Wer sich eine solide Nähmaschine mit den wichtigsten Basisfunktionen kauft, kann seinen Maschinenfuhrpark zeitnah vielleicht mit einer Overlock ergänzen.

Thema Overlock


Weil im Netz gerne mal suggeriert wird, die Overlock sei der heilige Gral der Nähglückseligkeit, möchte ich an dieser Stelle gern noch anmerken: Eine Overlock ist immer nur eine Ergänzung zu einer normalen Nähmaschine. Wer ernsthaft und gut nähen möchte, braucht auf jeden Fall eine normale Nähmaschine - die Overlockmaschine ist eine schöne Ergänzung um Maschenware leichter zu verarbeiten und um Nahtzugaben bei Webware im Profilook zu versäubern.
 

Mein Tipp für Nähanfänger


Starte mit einer soliden einfachen Nähmaschine - ruhig geliehen oder gebraucht günstig gekauft. Ältere Maschinen sind meist zuverlässiger als Klappermodelle vom Discounter. Frag im Freundeskreis nach- ganz viele haben noch die Maschine von Oma herumstehen und freuen sich, wenn die noch mal zu Ehren kommt. Und dann nimm Dir Zeit - denn Nähen ist nicht „schnellschnell“. Nähen ist Übungssache. Mache Dir immer bewusst, dass meist nicht die Maschine schuld ist, wenn etwas nicht klappt. Hole Dir Hilfe (Nähkurs, Nähfreundin) wenn etwas nicht richtig rund läuft. Mit jeder neuen Naht, wirst Du sicherer und Du wirst mit der Zeit herausfinden, ob Du fürs nächste Nählevel wirklich eine andere Maschine brauchst. Und wenn Du Dich fragst, ob eine bestimmte Komfortfunktionen in Zukunft das Näherlebnis versüßen sollen: Wenn es das Budget zulässt, nur zu! Aber Fakt ist:

Eine Maschine ist am Ende nur so gut, wie der, der davor sitzt.

 

Solide Nähmaschine für Anfänger. Alt aber gut.
Die Maschine meiner ersten Nähtaten. Viel verbautes Metall und solide Mechanik. Die Plastikteile leider fies vergilbt- aber mit dem Retroköfferchen ja fast schon wieder Trend. Übrigens- die Anleitung von damals finde ich einfach toll. Klar, deutlich und wirklich hilfreich.


In diesem Sinne: Fröhliches Nähen! 





Jedem Näheinsteiger möchte ich übrigens noch ein Buch ans Herz legen. Darin nimmt Selmin von "Tweed & Greet" dich an die Hand und hilft Dir Schritt für Schritt, Deine Maschine kennenzulernen. Sie erklärt Grundlagen und hilft, erste schöne Projekte zu nähen:
 
Hello, Nähmaschine – Wertvolle Basics und erste Projekte nähen*
von Selmin Ermis-Krohs
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1. (13. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863558391

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Donnerstag, 13. Juni 2019

Buchtipp "Oberteile nähen" von The Couture

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Schon länger liegt hier ein Buch auf meinem Bücherstapel und es wird Zeit, dass ich es Euch vorstelle. Zu meiner großen Freude ist es nämlich ein Nähbuch, in dem es NICHT ausschließlich um Jersey geht. Im Buch "Oberteile nähen" von Kira Denecke alias "The Couture" wird zum großen Teil Webware verarbeitet und damit spricht es all diejenigen an, die mal Abwechslung bei der Materialwahl haben wollen.

Buchtitel Oberteile nähen

Oberteile nähen – Tops, Shirts, Blusen und Co*
von The Couture - Kira Denecke
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1 (5. März 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960932588

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Es ist ein Baukastenbuch- mit dem sich aus vier Grundschnitten viele Kombimöglichkeiten zaubern lassen. Und dabei bringt es für mich alles mit, was ein gutes Nähbuch ausmacht.
Es ist übersichtlich, hat eine klare Struktur, die den Leser sicher bis zum fertigen Model führt Vorausgesetzt natürlich, dass der Leser auch wirklich vorn im Buch anfängt...
Manch einer lässt sich ja gern hinreißen, überblättert die ersten Kapitel und startet gleich bei den Projekten. Doch in diesem Buch lohnen die Einführungsthemen, denn sie geben z.B. Tipps für die richtige Materialwahl und ein tolles Kapitel zum Thema Stoffkauf inkl. Ermunterung "Slow Fashion" auch beim Selber nähen eine Chance zu geben.

Einblick in das Buch Oberteile nähen

Die Projektseiten sind auch schön übersichtlich. Es gibt technische Zeichnungen, um einen Eindruck der Nahtführung und einen Überblick über die Varianten zu bekommen. Jedes Model hat eine reich bebilderte Schritt für Schritt- Anleitung. Leider sind die Fotos sehr klein geraten und auch manche Stoffwahl macht das Erkennen von Details nicht wirklich einfach. Ich musste zur Lupe greifen, um einigermaßen was zu erkennen. Für Anfänger, die bestimmte Techniken das erste Mal nähen sollen, ist das nicht so schön und es stellt sich die Frage, ob da ein gedrucktes Buch wirklich das Optimum ist. In einem EBook wäre die Bildgröße kein Problem- da vergrößert man sich einfach mit einem Fingerwisch, was man näher betrachten möchte.

Unter der Lupe


Da ich das Buch wortwörtlich "unter die Lupe" genommen habe, hat mein Pingel-Auge dann auch so einiges entdeckt, das den meisten Lesern wahrscheinlich egal ist. Ich finde es aber einfach schade, wenn sichtbare Ziernähte nicht sauber sind und ich mag es nicht, wenn Webstoffe nur mit der Overlock zusammengerattert werden und man dann bei dunklem Stoff die schlechte Fadenspannung des hellen Garnes sehen kann. Da kommt einfach die Schneiderin in mir durch...

Aber ich mag die Zusammenstellung der Modelle, die wirklich gute Projektübersicht inkl. technischer Zeichnungen und auch die Schnittbögen sind- obwohl die Schnittlinien verlagstypisch sehr fein gedruckt sind- recht übersichtlich, weil sie nicht so überladen sind. Die Einführungskapitel mit den verschiedenen Themen sind lesenswert und damit ist das Buch eine tolle Geschenkidee für Nähbegeisterte, die die Jerseyphase hinter sich bringen wollen.





Mittwoch, 5. Juni 2019

Freundliches Grau - auf der Suche nach dem ultimativen Wohlfühl-Shirt

Es ist wohl mittlerweile bekannt, dass ich Unbunt sehr schätze. So ist es nicht verwunderlich, dass beim Stoffkauf für neue T-Shirts drei Jerseys in Grau in meine Einkaufstasche wanderten.
Verschiedene Qualitäten und eines sogar mit einem kleinen TicTacToe Muster.

Und pünktlich zum MeMadeMittwoch Juni 2019 habe ich nun meine drei neuen Shirts fertig und kann sie Euch vorstellen. Dazu sei aber angemerkt, dass ich leider nur mit einem Shirt restlos zufrieden bin- nämlich mit diesem hier:


Shirt in grau mit grafischen Muster

Ich liebe den locker sitzenden Schnitt, die schöne Ausschnittform und die Armellänge. Und ich mag die Qualität des Jerseys. Er hat genau den Anteil Elastan, der den Stoff noch griffig sein lässt. Er ließ sich schön vernähen und gut bügeln.

Aufgepasst bei der Materialwahl!

 

Den andere hellgrauen Stoff hatte ich übrigens als erstes zu einem Shirt vernäht und war ziemlich unzufrieden. Erst einmal war der Schnitt nicht wie erhofft und die Auschnittform so seltsam, dass sie nachgearbeitet werden musste. Und zum Zweiten hat der Jersey eine große Sprungkraft durch viel Elastan, somit ist der Fall nicht ideal für das Shirt. Am Ende versuchte ich noch mit einem Dackel-Plott die Liebe für das Shirt zu entfachen- aber das Fazit ist: Es ist ein nettes Schlafshirt!
Der etwas dunklere Viskose-Jersey wurde ein Wasserfall-Shirt. Von diesem Schnitt habe ich schon eine Variante in schwarz, die ich sehr gerne trage (siehe HIER). Aber auch bei diesem Shirt zeigte sich, dass Jerseystoffe einfach keine zuverlässige Konstante sind. Der Stoff ist etwas kräftiger in der Qualität- was das Verarbeiten zwar netter macht, als bei ganz dünnem Viskosejersey. Natürlich fließt das Ganze nicht ganz so schön und trägt ziemlich bauschig auf. Trotzdem ein nettes Shirt, dass nun in meine Garderobe integriert wird- aber ich merke da halt auch wieder, dass Jersey und Co mich immer wieder zur Verzweiflung bringen, weil ich falsch einschätze, wie sich das Material dann mit dem gewählten Schnitt verhält.

Dackel und Shirts

So richtig glücklich bin ich  also nur mit dem einen Oberteil. Als nächstes möchte ich unbedingt noch eine Version in Schwarz und eine in (blickdichtem) Weiß. Und ich brauche noch kombifreundliche Ringelshirts. Bevor ich mich aber zum nächsten Stoffkauf aufmache, werde ich meinen Kleiderschrank ausmisten. Vieles trage ich leider nicht, obwohl ich es mag. Es wird Zeit, dass diese Dinge weichen und ich meine Garderobe auf meine täglichen Bedürfnisse anpasse. Was nutzen tolle Blusen im Schrank, wenn ich feststelle, dass ich doch viel lieber Jersey trage. (Das ich allerdings Webware viel lieber nähe, als Jersey, ist ja eine andere Sache...)

Details von hellgrauem Shirt mit grafischen Motiv

Stoffe: selbst gekauft bei Jippel Flensburg

Wasserfallshirt: Burda 01/2013 (Mod.123) Gr.38, Saum geändert

Dackel-Schlaf-Shirt: Sew me, Shirt Relaxed, Schnitt hier zum freien Download, Gr.40

Lieblingsshirt: Model aus einer leider vergriffenen Ausgabe "Lust auf Handarbeiten"  05/2016
Ich habe den Schnitt in Gr. 38 bei einem Nähwochenende aus einem Heft kopiert.
Sollte jemand das Heft haben und es nicht benötigen- ich würde es so sehr gerne abkaufen! Ich habe schon ziemlich überall im Netz danach gesucht und hatte leider kein Glück.
Ich würde mir echt nen Keks freuen! 
Meine Blogleser sind die Besten :) Ich darf mich auf das ersehnte Heft freuen.







Donnerstag, 2. Mai 2019

Angeschnittener Taschenbeutel in der schrägen Naht- ein kleines Tutorial.

Gestern habe ich Euch meine neue Strickjacke Minna von Fadenkäfer vorgestellt und ich habe erzählt, dass ich das Schnittmuster an den Taschenbeuteln abgeändert habe, weil mir die Verarbeitung im Original gar nicht gefiel. Dort wird nämlich ein Taschenbeutel mit gerader Kante an den schrägen Eingriff genäht- was eine saubere Verarbeitung nicht gerade erleichtert und vor allem auch später beim Tragen dafür sorgt, dass die Taschenbeutel blöd in der Jacke rumbaumeln.

Hier mal ein Bild, um das Problem zu verdeutlichen:

 
Schnittmuster angesetzter Taschenbeutel Nahttasche

Ihr könnt sehen, dass jeder Beutel einzeln angenäht wird und dann schräg nach vorne zeigen würde- leider schlägt aber dann in der fertigen Jacke die Schwerkraft zu. Der Taschenbeutel würde nach unten ziehen und komisch fallen. Das sieht bei einer ungefütterten Jacke nicht schön aus. Genau wie die Ansatznähte, die sich so nicht einfach und ordentlich versäubern lassen.

Doch mit ein paar leichten Änderungen am Schnitt umgeht man diese Probleme.

 

Schnittanpassung Nahttasche angeschnitten

Mittwoch, 1. Mai 2019

Meine Strickjacke Minna - was ich an ihr mag und was leider nicht

Ich gestehe- Schnittmuster Minna von Fadenkäfer war ein klarer Fall von Verführung im Stoffgeschäft. Da hing nämlich eine hübsche fertige Version der Jacke - aus Strick in Dunkelgrau, recht oversize für mich, aber beim Reinschlüpfen war ich einfach begeistert: Eine lässiges Teil mit Kapuze und wirklich schöner Taschenvariante. Also wurde der Schnitt gekauft- obwohl hier im Nähzimmer noch reichlich andere Schnitte auf Umsetzung warten.
Daheim stellte ich dann leider fest, dass ich für den neuen Schnitt doch keinen passenden Stoff im Vorrat hattte. So zog der eine Kauf gleich den nächsten hinterher: Ich fand einen schönen JaquardStrick in Grau mit dunkelblauem Strichmuster und kaufte ausreichend für eine lange Variante von Minna mit Kapuze.

Strickjacke Minna


Jetzt ist meine Version genäht und ich muss gestehen, ein wenig ist die Begeisterung verpufft.
Das liegt vor allem an der Passform der Ärmel. Die Armkugel im Schnitt ist recht flach gehalten. Das sorgt zwar dafür, dass man die Arme prima heben kann, ohne dass die Jacke sich im Rumpf mit hebt- jedoch schlägt die Jacke am Oberarm sehr unschöne Falten und wirkt dort einfach zu weit. Wahrscheinlich ist das jetzt klassisches NähNerdJammern- würde keinem auffallen, wenn man nicht drauf hinweist. Außerdem könnte ich bei der Weite tatsächlich mal was Dickeres drunter tragen, ohne dass es am Oberarm spannt...

Positiv denken



Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, habe ich mich gegen eine Kapuze entschieden. Fand ich dann am Ende doch nicht so passend und außerdem reicht das Reststück nun noch für einen schönen Sommer-Jerseyrock…


Bei Abkopieren des Schnittes habe ich übrigens als erstes die Taschen optimiert. Ich mag es nämlich gar nicht, wenn die Beutel extra angenäht werden und dann auch noch an der oberen Kante nicht dem schrägen Taschenverlauf folgen.

Montag, 1. April 2019

Frau Schneiderherz strickt

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Ich bin Schneiderin.
Und ganz viele Jahre habe ich den Versuchen meiner strickenden Freundinnen widerstanden, mich zum Stricken zu bewegen. Nähen genügte mir, vor allem, weil ich ja auch öfter mit tollen Strickwerken beschenkt wurde.
Doch in letzter Zeit musste ich feststellen, dass ich mich als Nichtstricker in der direkten Gesellschaft von Strickern „nackt“ fühle. Während die anderen beim netten Plausch lässig die Nadeln klappern lassen, kann Frau Schneiderherz nur Däumchen drehen. Stricker nehmen ihr Projekt einfach überall mit hin und können spontan daran werkeln.

Mobile Kreativität- traumhaft! 


Das ist beim Nähen so nicht möglich. Ich nähe zwar auch gern mal mit der Hand- aber für die meisten Arbeitsschritte sind beim Schneidern ja doch Werkzeuge und Maschinen nötig, die man nicht mal eben in einen Projektbeutel steckt. So keimte jetzt der Wunsch in mir, es doch mal mit dem Stricken zu versuchen.

Und weil ich mich für ein neues „Ding“ gerne erst einmal in die Grundlagen einlese, schien mir folgendes Buch passend:

Stricken lernen Buch Masche fuer Masche Stricken- Masche für Masche*
von Marisa Nöldeke
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1 (17. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863557603

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Da die Strickwelt für mich ja noch ein „unerforschtes Paralleluniversum“ ist, schmöckerte ich völlig unbedarft durch die Grundlagenkapitel und war erstmal ein wenig eingeschüchtert. Doch die graue Theorie sollte schnell den ersten Praxisversuchen weichen und so machte ich mich auf den Weg in das hiesige Wollgeschäft. Bei „Wollsucht“ in Flensburg wurde ich ganz wunderbar und geduldig beraten (und ich konnte endlich mal nachfühlen, wie sich ein Nähanfänger fühlen muss, der das Material für sein erstes Projekt sucht)
Ich kaufte also meine ersten Stricknadeln und meine erste, herrlich weiche und unbunte Wolle! Yeah!

Die ersten Schritte beim Stricken Anfaenger

Daheim schnappte ich mir das Strickbuch und es ging los mit dem Maschenanschlag.
Die Zeichnungen im Praxisteil sind klar und deutlich und es gelang mir recht fix der Kreuzanschlag. Auch die rechten Maschen glückten schnell. Irgendwo schien mein Gehirn noch die paar Maschen aus Kindertagen abgespeichert zu haben Als Kind hatte ich die Sache mit dem Stricken nämlich schon mal versucht- es blieb damals aber bei einem Schaf und einem nie vollendeten Schal in „Kraus Rechts“.
Bei den linken Maschen hatte ich dann erstmal einen Knoten im Hirn und irgendwas machte ich falsch. Die Zeichnung irritierte mich etwas und so hab ich einfach mal via Google ein kleines Anleitungsvideo gesucht, das mir die Augen öffnete. Plötzlich verstand ich dann auch die Zeichnung und ich habe einfach mal drauf los gestrickt.
Diese Probe werde ich in den nächsten Tagen aufribbeln. (Noch so ein Vorteil vom Stricken- das Ribbeln ist ja so viel fixer als lästiges Trennen beim Nähen...) Ich möchte mir einen einfachen Loop stricken und habe auch schon eine Anleitung ins Auge gefasst. Es wird allerdings kein Projekt aus dem Buch- die schienen mir für das Erstlingswerk doch zu schwierig.
Das Buch wird mich aber bestimmt noch eine ganze Weile begleiten. Es ist ein klasse Nachschlagewerk mit den wichtigsten Grundlagen- aber auch mit diversen Strickmustern und Tricks und Tipps, wenn es über simple Maschenreihen hinaus geht. Aber da bin ich jetzt ja noch nicht- ich fange erst mal mit kleinen Schritten an und freue mich, dass mir das Buch den Einstieg sehr leicht gemacht hat und ich jetzt nach und nach die anderen Kapitel "erobern" kann.

Und, wie schaut es bei Euch aus mit dem Stricken? Gibt es noch mehr so Spätzünder wie mich da draußen in der Handarbeitswelt? Oder gehört das Stricken für Euch schon immer zum kreativen Leben? Ich bin gespannt...





Mittwoch, 27. März 2019

Fulton Sweater Blazer

Lange Zeit hatte ich immer mal wieder hübsche fertige Blazer gesehen, die eine ganz besondere Form des Kragens hatten. Er wirkte wie ein hochgeschlagenes Revers- ohne wirklich ein Umlegekragen zu sein. Ich habe gegrübelt, wie das wohl schnittechnisch am besten umsetzbar sei- aber in Ermangelung von wirklichem Konstruktionskönnen, machte ich mich irgendwann auf die Suche nach einem fertigen Schnittmuster. Leider war dieser Modetrend noch nicht bei den Schnittlabels zu finden und die Tatsache, dass ich nicht wirklich wusste, wie man denn so eine Kragenform nennt, machte die Suche nicht gerade leichter.

Doch kommt Zeit, kommt Schnitt. 


Plötzlich tauchten nämlich auf Instagram und diversen Nähblogs Bilder auf, die genau das zeigten, was ich vergebens gesucht hatte. Großartig! Es gab also tatsächlich ein Schnittmuster– nämlich den Fulton Sweater Blazer von Alina Sewing

Ich kaufte mir den PDF-Schnitt und ließ ihn mir auch gleich über einen Plottservice fertig ausdrucken. Bis zum Zuschnitt verging dann leider eine ganze Weile- und auch das Nähen schleppte sich arg. Das lag jedoch nicht am Schnitt und an der Anleitung- die sind sehr exakt und ausführlich- ich hatte einfach eine nähunlustige Phase...

Doch nun ist mein Fulton Mantel fertig und ich möchte ihn Euch gerne vorstellen:

Fulton Sweater Blazer in schwarz

Ich mag ihn sehr! Er sitzt wunderbar schmal- ich habe nach Maßtabelle die Größe 10 gewählt und bin zufrieden mit meiner Wahl. Aber es gibt auch ein klein wenig Verbesserungsbedarf:
Im Vorfeld hatte ich auf Fotos gesehen, dass die vorgesehene Saumverarbeitung vorne am Beleg etwas seltsam gelöst war.  Zwar besser gemacht, als die gruselige Stelle beim Mantel Ava von Hedi-aber mir gefiel es so nicht. Ich mag die Regel: Erst der Saum- dann die Kante. So habe ich den Beleg verlängert und es dort wie gewohnt genäht.
Eine weitere Stelle, die mir schneidertechnisch nicht gefällt, ist der Kragenansatz. Dazu gibt es ein ganz ausführliches Video und auch die Anleitung ist sehr detailliert- aber der Kragen wird eben zwischengefasst und das ist bei dicken Stoffen wirklich blöd. Das zeigte sich auch bei meinem Stoff und obwohl ich sorgsam Zugaben weggeschnitten und abgestuft habe, ist es ziemlich knubbelig geworden. Diese Stelle werde ich bei meinem nächsten Fulton Blazer auf jeden Fall anders lösen. Wäre vielleicht auch ein gutes Thema für ein kleines Tutorial hier auf dem Blog, oder?!

Fulton Sweater Blazer Detail

Mein Blazermantel hätte auch beinahe Taschen bekommen. Ich hatte sie sogar schon fertig - ganz ordentlich und schön mit Futter verstürzt. Aber beim Anstecken zeigte sich leider, dass sie mir nicht gefielen. Frau Smart schrieb auf Instagram so passend: Je länger die Jacke, desto Bademantel...
Also keine Taschen.

Mein neuer Kleiderschrank-Bewohner wird übrigens am Wochenende gleich ausgeführt. Es geht auf die h+h cologne, wo ich mich über die neusten Trends und Produkte der Handarbeitsszene informieren darf. Und wo ich natürlich jede Menge kreativer Leute treffen werde- das wird ein Bloggerfest ;)





Nachtrag:
Auch wenn ich hier an der Art der Verarbeitung an zwei Stellen herummäkel:
Der Schnitt ist wirklich super - und auch mit der original Anleitung kommt man zu einem tollen Ergebnis. Das kann man unter dem #fultonsweaterblazer bei Instagram sehr schön sehen.
Beim Kragen ist das Zwischenfassen vor allem eine einfache Variante, gerade wenn man noch nie einen Reverskragen gemacht hat. Aber wirklich schön wird das nur bei dünnen Stoffen und ist ursprünglich auch eher für Blusen gedacht.
Ich hätte an der Stelle also lieber ausgebügelte Ansatznähte, weil das dann flach wird und nicht aufträgt. Beim nächsten FultonBlazerSweater werde ich versuchen Fotos der Arbeitsschritte zu machen... ;)

Beitrag verlinkt bei SewLaLa

Montag, 11. März 2019

Der Weg vom Weihnachtskleid zum Frühlingsshirt

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Das verwendete Schnittmuster wurde mir von Schnittquelle kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich durfte es mir selber aussuchen und war frei darin ob und wie ich darüber blogge.

Als Stefanie von Schnittquelle Ende letzten Jahres das Jerseykleid Mayn vorstellte, hatte ich spontan Lust, mir doch noch ein Weihnachtskleid 2018 zu nähen. Die tolle Wickeloptik im Oberteil und das tief angesetzte Rockteil gefielen mir sehr und das Projekt schien eine schnelle Nummer zu sein.
Fix einen schwarzen Strickstoff bestellt, mit dezentem Silberglitzer und gradliniger Rippe - und vor meinem geistigen Auge stand ich schon weihnachtlich schick neben dem Tannenbaum...

Doch Stoffe online zu bestellen, kann Träume ganz schnell zum Platzen bringen


Denn leider zeigte sich, dass der gelieferte Rippenstick zwar ganz hübsch war- aber leider etwas strack und auch furchtbar transparent. Echt blöd- ich war sehr enttäuscht und die Lust auf das Kleid schrumpfte auf ein Minimum. So hatte ich mir das eben nicht vorgestellt...

Trotzdem hab ich das Kleid Mayn zugeschnitten- mit der Idee im Hinterkopf, ein schwarzes Top und einen Unterrock unter das Kleid zu ziehen. Das Nähen ging flott von der Hand- aber irgendwie wurde ich mit dem Ergebnis nicht warm. Der Stoff schmiegte sich nicht so schön und die Wickelfalten trugen vorm Bauch komisch auf- und trotz Unterrock war ich nicht glücklich mit dem durchscheinenden Rockteil. Es war einfach nicht mein erträumtes Kleid.

Aus Weihnachtskleid wird Weihnachtsshirt?

 

Also- Rockteil wieder ab und wild rumprobiert. Am Ende sah das Ergebnis dann so aus:


Ich habe das Oberteil etwas eingekürzt und statt Rock eine breite, aber eng sitzende Blende angenäht. Das gefiel mir ganz gut- aber der komisch steife Stoff ließ das Wickelteil immer wieder seltsam hochbauschen und ich war nur am zupfen und zuppeln. Ich habe das Oberteil dann auch nicht zum Fest getragen- vielleicht auch, weil ich immer noch ein wenig schmollte.

War eben nicht das erträumte Kleid... 

 

Da aber der hübsche Schnitt nichts für den doofen Stoff konnte, schnappte ich mir im Januar einen Viskosejersey aus dem Vorrat. Sehr dünn- daher für eine Kleiderversion nicht tauglich- aber der Schnitt Mayn bringt auch eine Shirtvariante mit. Wieder war das Nähen kein Problem und diesmal war ich mit dem Ergebnis gleich zufrieden- auch wenn der dünne Viskosejersey ziemlich leiert und der eigentlich schön hochgeschlossene Wickelteil ohne Top zu tiefe Einblicke zulässt. Außerdem war mir das Oberteil dann doch zu fröstelkalt für Januar.  So hing das Shirt auf der Schneiderpuppe im Nähzimmer und hat gewartet...


Nun aber naht der Frühling mit großen Schritten und es wird Zeit, mich endlich mal für eine Ärmellänge zu entscheiden. Denn noch immer sind die Ärmel ungesäumt und überlang...

Ich denke, es wird tatsächlich eine 3/4 Länge werden, denn als ich die Bilder hier für den Beitrag gemacht habe, habe ich festgestellt, dass ich die Ärmel gerne hochschiebe. Und da hat man dann schnell zuviel Stoff, der sich komisch an den Ellenbogen rafft.
Also, ab damit...

Das ist ja das Schöne am "Selber Schneidern" - man kann machen, wie man möchte.


Man näht zwar auch mal nen Flop- aber das ist nicht das Ende der Welt. Das verbucht man dann unter: Blöd gelaufen- aber Erfahrung gesammelt und draus gelernt.

Ich habe aus dem Glitzerstrickflop auf jeden Fall gelernt, dass Produktfoto und Beschreibung eben nicht immer darstellen können, wie ein Stoff in natura ist. Nichts geht über anfassen- ich werde also keine Stoffe mehr spontan und ohne Fühlmuster bestellen.
Am liebsten kaufe ich eh direkt vom Ballen in einem Ladengeschäft. Dann kann man probieren, anfassen und streicheln und am Ende die richtige Wahl für sich treffen.

Und- wie haltet ihr es mit Stoffkauf? 
Mögt ihr auch am liebsten erstmal fühlen, bevor ihr Euch entscheidet? Oder hat es bei Euch auch nur via Foto und Produktbeschreibung immer gut hingehauen?

Ich bin gespannt auf Eure Stoffkauf-Erfahrungen.




 

Schnittmuster- Model Mayn von Schnittquelle 
Hier als Fertigschnitt in Einzelgrößen 
Hier als E-Book mit zwei Größen im Set
  

Dieser Beitrag ist verlinkt bei Sew La La- der wöchentlichen Linkparty für alle Selberschneider. Schaut doch mal vorbei und stöbert in den Inspirationen.


Dienstag, 26. Februar 2019

Bügelei und ein DIY- Ärmelbrett aus Holz


Ein Leben ohne Bügelei ist möglich, aber nicht sinnvoll.

Für alle, die jetzt überlegen, von was ich da rede: Ein Bügelei ist ein uraltes Werkzeug aus der Schneiderei. Als Bügelkissen hilft es dabei, dass man Rundungen und ausgeformte Stellen gut bügeln kann. Ein schöner Brustabnäher z.B. ist damit kein Hexenwerk mehr, aber auch Hüftbogen und Armkugel sind mit so einer Bügelhilfe leicht zu bändigen.

Gut gebügelt ist halb genäht!


Ich habe mir vor einiger Zeit meine persönliche Lieblingsform gestaltet und an einer Füllung getüftelt, die es ermöglicht, dass man mein "Ei" etwas formen kann und es somit flexibel an verschiedene Stellen anpassbar ist.
Hier hatte ich die Verwendung schon mal näher beschrieben und auch mein kleines Video zum "Abnäher bügeln" verlinkt:  Bügelei Anwendung

Bügelei Bügelkissen Ansichten


Und passend zu der frischen Fuhre Bügelhilfen, habe ich noch einen schönen "Do it Yourself" - Tipp für Euch.

Ärmelbrett aus Holz selber bauen


Vor ein paar Jahren hatte mein Göttergatte mir ein stabiles Ärmelbrett aus Holz gebaut. Es ist seither eine großartige Ergänzung zum Bügelei.

Bügelei und Ärmelbrett aus Holz

Perfekt, wenn man das Ei auflegt und man somit bequem an engere Stellen kommt- aber auch, wenn man das Brett seitlich legt und das Bügelei mit der Spitze voran in den "Kasten" steckt. Dann ist nämlich die breite Seite oben und man kann hervorragend Armkugeln etc. bearbeiten (siehe Foto oben)

Die Anleitung für das Brett fanden wir damals in der LandLust (Ausgabe 1/2012) und auch wenn die Print Ausgabe des Heftes lange vergriffen ist, habe ich eine gute Nachricht für Euch:
Im Online-Archiv von LandLust findet Ihr die Anleitung noch zum freien Download.
Neben dem Ärmelbrett ist auch noch der Bauplan für einen tollen Bügeltisch und ein handliches Tischbügelbrett in der .pdf

Bügelei Schneiderherz Detail


Donnerstag, den 28.02.2019 ab 20:00 Uhr werden wieder frische Bügeleier im Shop zu finden sein. 

 

Die Stückzahl ist wie immer begrenzt und ich bitte um Verständnis, dass ich keine Reservierungen oder Vorbestellungen annehme. Es gilt also: Wenn weg, dann weg!

Nach genau 22 Minuten war der Spuck vorbei und alle Bügeleier waren verkauft.
Herzlichen Dank für die rege Nachfrage. Ich bin ganz überwältigt!

Alle, die diesmal kein Ei abbekommen haben oder für die nicht das Richtige dabei war:
Bitte habt ein wenig Geduld. Ich habe nur zwei Hände und jetzt brauch ich erstmal eine kleine "Legepause" ;)



Viel Spaß beim Bügeln!