Samstag, 21. Juli 2018

Frische Bügel-Eier im Schneiderherz SHop

Aufgepasst!

Heute ab 15 Uhr geht endlich wieder eine Fuhre der beliebten und praktischen Bügeleier im kleinen Schneiderherz-Shop 
online.

https://www.schneiderherz.com

Gut gebügelt ist halb genäht! Und mit dem Bügelei macht das Bügeln auch endlich richtig Spaß... ;)




Mittwoch, 4. Juli 2018

Crash Stoff kann sehr tückisch sein

Mein neustes Teil im Kleiderschrank, hat mir mal wieder klar gemacht, wie stark die Wahl des Materials sich auf das Endergebnis auswirkt.
Ich hatte mir einen hübschen Baumwollstoff in gekauft: Feine Streifen in grau-weiß, mit gecrashter und leicht körniger Stuktur. Ein richtiger Sommerstoff, sehr leicht und luftig, den ich einfach zu schön fand, um nicht ein Stück davon zu kaufen.

Manchen Stoff muss man eben einfach haben.


Daheim war ich erst etwas ratlos, was ich überhaupt davon nähen sollte, denn auch nach der Wäsche behielt der Stoff seinen eher steifen Fall- von daher ein guter Stoff für eine etwas sportliche Hemdbluse. Aber für solch eine Bluse war er mir dann doch zu dünn und transparent...Und irgendwie Stand mir der Sinn auch eher nach etwas unkompliziert sommerfluffigem...

Da ich von der Bluse "Frau Yoko" schon Varianten in diversen Stoffqualitäten gesehen hatte, die mir eigentlich alle gut gefallen hatten, entschied ich mich dann am Ende für das Modell mit der markanten Rückenfalte.
Aus Viskose hatte ich mir ja schon eine Yoko genäht: Frau Yoko ohne Schulterpasse

Der Zuschnitt vom Crash dauerte etwas länger, weil man besonders sorgsam legen und stecken muss- aber genäht war die Bluse dann sehr schnell.Doch die Anprobe war dann sehr ernüchternd. Die schlichte Vorderfront wirkte in dem feinen Streifenstoff einfach trist. Die Streifen verschwammen zu einer großen grauen Fläche, ohne jeden Pfiff. Da nutzte es auch nichts, dass die Rückenansicht mit der quergestreiften Passe und der Falte wirklich hübsch war. Dazu kam, dass der Crashstoff  "immer mehr" wurde. Sobald man die Bluse anzog, gaben die feinen Falten nach und das ganze wurde leierig weit.
So ein steifer Crash aus Baumwolle ist also nicht nur beim Zuschnitt tricky, sondern er sorgt auch danach noch für so einige Überraschungen.

Da half nur der Griff zur Schere


Frau Yoko Bluse als Jacke

Ich habe die vordere Mitte aufgeschnitten und dort insgesamt vier Zentimeter Weite weggenommen. Danach habe ich den Halsauschnitt zu einem dezenten V-Auschnitt nachgeschnitten und zum Schluss die Kanten mit einem Schrägstreifen eingefasst.

Crash Stoff - Pimp my Frau Yoko - selbstgenäht

Et Voila!


Jetzt habe ich ein Blusenjäckchen- perfekt für laue Sommerabende.
Ich mag solche Teile wirklich sehr und merke immer wieder, dass ich bevorzugt zu der Kombi "Shirt + passendes Jäckchen" greife. Vielleicht liegt das daran, dass so eine Kombi den Körper mehr umspielt und nicht das betont, was ich nicht betont haben möchte, seit ich das Fitnessstudio schwänze... ;)

Wie ist das denn bei Euch?
Seid ihr totale Blusenfans und tragt sie ganz klassisch? Oder auch lieber mit Top und offen? Mögt ihr Oberteil-Kombinationen oder tragt Ihr lieber Solisten?
Ich bin gespannt.






Heute ist der erste Mittwoch im Monat und es ist MeMadeMittwoch. Schaut doch mal vorbei

Sonntag, 17. Juni 2018

McCall's 7387 – von der Leinentunika zur Kurzbluse

Ein Nähprojekt, dass mal wieder zeigte, dass man beim Nähen flexibel und stets geduldig bleiben sollte. Denn manchmal kommt es eben anders als geplant und ein Teil muss erst einen Reifeprozess durchlaufen, bevor es zum neuen Lieblingsstück im Kleiderschrank wird.

#slowsewing 


Schon vor längerem hatte ich mir das Schnittmuster McCall's 7387* gekauft – ein vielseitiges Modell, bei dem die Varianten vom ärmellosen Blüschen bis hin zum langen Hemdblusenkleid reichen.
Ein gut abgelagerter Leinenstoff sollte zu einer sommerlichen Tunika (Mod.C) verarbeitet werden.
Doch leider hatte ich die Stoffmenge völlig falsch in Erinnerung- mir fehlte ein satter halber Meter für die gewünschte Modellvariante und auch für die nächst kürzere Version fehlte ein Stück für die Ärmel. So etwas Blödes... Doch nach etwas Abstand zum Projekt, ging es mit frischem Elan an ein wildes Schnittmuster-Tangram und ich konnte tatsächlich eine Bluse mit Ärmeln (Mod.B) zuschneiden.

Schnittmuster McCalls 7387

Das Modell ist nicht besonders aufwändig- einzig das Detail der verdeckten Knopfleiste fordert etwas mehr Zeit. An der Stelle hat mich übrigens die Anleitung fast in den Wahnsinn getrieben. Ich weiß, dass viele von Euch Anleitungen eh für überflüssig halten, aber ich schaue gerne rein. Eine gut gemachte Anleitung kann nämlich auch mal neue Verarbeitungsalternativen aufzeigen, denn nicht immer ist die Nähtechnik, die man schon ewig macht, der Weisheit letzter Schluss...

Ich breche also hier mal eine Lanze für gut gemachte Anleitungen! 

 

Doch leider ist bei diesem McCalls-Modell die Technik der verdeckten Knopfleiste so unfassbar umständlich und die Skizzen in der Anleitung so furchtbar winzig, dass ich erstmal wirklich ratlos war. Und kurze Recherche im Netz zeigte, dass ich nicht als einzige dieses Problem hatte- z.B. Allison hier erging es nicht besser. Am Ende hat es zwar geklappt, aber SO werde ich nie wieder eine Leiste arbeiten!
Nach dem Kampf mit der Knopfleiste, ruhte das Projekt dann wieder eine ganze Weile.
Ich war unschlüssig, was die Ärmellänge und die Brusttaschen anging und auch die gerade Schlitze an den Seiten überzeugten mich nicht. Das alles nahm mir erst mal den Elan, weiter zu nähen.
Eine spontane Eingebung sollte dann zur Vollendung meiner neuen Bluse führen.
Ich fand die Idee von gerundeten Säumen ganz toll.

Doch der beherzte Griff zur Schere, war dann eher ein Griff in Klo...

 

Die Bluse war völlig aus der Form geraten, die Rundungen, die ich geschnitten hatte, waren einfach nicht schön im Verhältnis zur Blusenlänge.
Nach kurzer Pause habe ich dann trotzdem weiter genäht – habe den Kragen und die Ärmel fertig gemacht und ganz am Ende probeweise Länge weggesteckt. Und da zeigte sich dann, dass es mir am besten gefiel, wenn ich den Saum begradige. Dass ich für den gerundeten Saum an den Seitennähten schon sehr hoch geschnitten hatte, sorgte nun dafür, dass die Bluse am Ende kastig kurz geworden ist.

Leinenbluse mit tiefer Rückenfalte

 

Ende gut, alles gut!

 

Mit den kleinen Perlmuttknöpfen und dem schönen Edelknitter ist das Ganze nun ein stimmiges Blusenjäckchen geworden und ich bin sehr zufrieden.
Ich mag die tiefe Rückenfalte und die dezent überschnittenen Ärmel. Die nächste Version werde ich wohl eine Nummer kleiner nähen - dies hier ist Gr. M und sie sitzt sehr leger. Bei meinem Schnittmuster waren die Größen XS, S und M* enthalten und es gibt dann noch die Größenstaffelung L-XXL*
Die Schnittbögen sind, wie für amerikanische Hersteller üblich, auf hauchfeinem, ein wenig empfindlichem Seidenpapier gedruckt. Die Nahtzugaben sind im Schnitt enthalten und die Schnittbögen sehr gut beschriftet. Es finden sich reichlich Passzeichen und auch Angaben zur Weite des fertigen Modells. Das ist sehr praktisch, wenn man vorm Zuschnitt die Maße abgleichen möchte.


Details Leinenbluse mit Perlmuttknöpfen

Ich bin wirklich sehr froh, das Projekt zu Ende gebracht zu haben. Es wäre doch wirklich schade gewesen, wenn das gute Stück ein UFO geworden wäre oder gar ein TFT!
Und, wie ist es bei Euch so? Seid Ihr auch ganz besonders stolz auf Euch, wenn Ihr ein Projekt trotz kleiner Hürden zu einem HappyEnd bringt?!






UFO = UnFertigesObjekt
TFT = TeilFürTonne

Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provisions-Links. Wenn du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von deinem Einkauf eine Provision. Für dich verändert sich der Preis natürlich nicht.
Das Schnittmuster gibt es natürlich auch in diversen Schnittmustershops- dann auch mit übersetzter Anleitung auf Deutsch. Einfach mal googeln ;)


Nachtrag am 21.Juni: Heute verlinke ich meinen Beitrag bei SewLaLa, der neuen kreativen Linkparty am Donnerstag. Schaut doch mal vorbei :)

Donnerstag, 24. Mai 2018

Tutorial Paspel nähen

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Wollt Ihr wissen, wie ihr mit der Overlock ganz einfach und schnell Paspelband selber machen könnt?!

Dann schaut doch mal auf dem Bernina Blog vorbei.
Dort habe ich ein kleines Tutorial dazu gemacht und zeige, wie ich meinen Vorrat an hübschen Zierbändern auffülle...


Hier geht es zum Tutorial "Paspelband mit der Overlock nähen" 

 

Viel Spaß beim "Paspeln"




Dienstag, 22. Mai 2018

Beleg untersteppen - ein kleines Tutorial

Gestern habe ich Euch mein neues Top vorgestellt. Die Auschnittkanten sind mit Belegen verarbeitet und heute gibt es passend dazu eine kleine Anleitung, wie ihr ganz easy auch so saubere Kanten verstürzen könnt.

Übersicht Technik Beleg untersteppen

Bevor es ans "Untersteppen" geht, noch ein paar grundsätzliche Dinge zur Belegverarbeitung:
Es ist ganz wichtig, den Beleg exakt zuzuschneiden und ihn mit einer dünnen Bügeleinlage (ich verwende gern die H180) in perfekter Form zu halten. Fakt ist nämlich, dass Ausschnittkanten wärend der Verarbeitung gerne mal etwas ausdehnen und wenn dann auch noch der Beleg aus der Form gerät, dann habt ihr am Ende einen verzogenen und ausgedehnten Ausschnitt. Und das will doch keiner, oder?!

Gehen wir jetzt also davon aus, Ihr habt alles vorbereitet und seid nun soweit den Beleg rechts auf rechts an Eure Auschnittkante zu stecken...

Montag, 21. Mai 2018

Mein neues Top oder 'Wie bändigt man einen Beleg?'

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Flensburg wird derzeit von einer herrlich sommerlichen Wetterphase verwöhnt und passend zum Sonnenschein möchte ich Euch heute mein neues Oberteil vorstellen.

Das Top Merselo von Schnittquelle


Top Merselo Schnittquelle Webware

Ein Schnitt mit dem Potenzial, mein Lieblingsschnitt zu werden.
Puristisch- aber mit raffniertem Detail- denn Vorder-und Rückenteil des Tops zieren breite abgesteppte Querfalten. Besonders bei einfarbigen Stoffen kommen diese Falten gut zur Geltung und verleihen dem schlichten Oberteil das "gewisse Etwas".

Genäht habe ich Merselo in Gr. 40 - keine Änderung, einzig den Hüftbogen habe ich etwas abgeflacht. Die Auschnittkanten werden sauber mit Belegen verarbeitet- das freut das Nähnerd-Herz.
Details zur Verarbeitung - auch die der Falten- finden sich in einer Fotoanleitung auf dem Schnittquelle-Blog Dort gibt es übrigens jede Menge weitere Verarbeitungstipps und Anleitungen für  die schönen Schnittmuster aus Freiburg.

*Das Schnittmuster durfte ich mir aussuchen – es wurde mir von Schnittquelle zur Verfügung gestellt. 

Top mit Querfalten Schnittquelle

Besonders schön finde ich es, dass die Auschnittkanten ohne zusätzliche Absteppungen auskommen. Der Beleg bleibt auch ohne sichtbare Naht brav auf der Innenseite und blitzt nicht an den Kanten hervor.

Wer von Euch noch nicht so oft eine Belegverarbeitung gemacht hat, wird sich vielleicht fragen, wie man es hinbekommt, dass die Auschnittversäuberung so sauber wird.
Zwar gibt es mittlerweile schon viele Schnittmuster, die mit Belegen arbeiten- aber in den Anleitungen wird oft nicht genau darauf eingegangen, was man beachten muss und wie es richtig geht. Leider gibt es dann stattdessen sogar wahnwitzige Vorschläge, wie z.B. den Beleg festzukleben, sollte er hervorblitzen...

Wichtig beim Beleg ist erst einmal der genaue Zuschnitt; dann eine feine Bügeleinlage, die verhindert, dass sich der Beleg verzieht. Nach dem sorgsamen Annähen ist das Einklipsen und zurückschneiden der Nahtzugaben unablässig und wenn das geschafft ist, dann gibt es eine Sache, die die Belegverarbeitung perfekt macht:

Das Untersteppen


In meinem Lehrbetrieb wurde der Vorgang "Zurücksteppen" genannt und im englischen heißt der Arbeitsschritt "Understitch". 
Gemeint ist damit, dass man die Nahtzugabe des Auschnittes am Beleg feststeppt und somit dafür sorgt, dass die Belegkante auf der Innenseite bleibt. 
Das klingt jetzt wahrscheinlich erstmal nicht besonders einleuchtend - aber ich habe ein kleines bebildertes Tutorial vorbereitet...

EDIT: Das Tutorial findet Ihr jetzt HIER - viel Spaß damit!


Ich wünsche Euch einen guten Start in die verkürzte Nach-Pfingstwoche!





Donnerstag, 17. Mai 2018

Jerseymantel Zsazsa – Basicteil im Doppelpack

Ich mag Kleidung ja puristisch und ich liebe monochrome Farbwelten.
Da lag es nahe, meinen Kleiderschrank mit zwei universellen Basics zu ergänzen.

Mein neues Duo in Hellgrau und Schwarz 


Jerseymantel in Hellgrau und Schwarz Basic


Zsazsa von Susalabim ist ein schlichter Schnitt für einen Jerseymantel. Ich habe ihn ja schon einmal in einer Pusteblumen-Variante genäht und habe auch noch eine Version aus schwarzem Baumwolljersey. Die gemusterte Version trage ich (trotz Muster) liebend gern und ich habe auch nicht mehr das Gefühl, es sieht nach Bademantel aus... Die schwarze Variante ist nicht ganz so geliebt, weil sich zeigte, dass das Material furchtbar leiert. Direkt nach der Wäsche ist noch alles prima- aber nach kurzer Tragezeit beulen die Ellenbogen und am Ärmelsaum ist alles schlabberig weit. Da fehlt einfach kleiner Anteil Elastan im Stoff. Den Mantel trage ich deshalb jetzt nur noch als schluffiges Sofateil.

Meine beiden Neuen hier habe ich nun aus Romanit genäht. Ich hatte den Stoff bei einer Nähfreundin befummelt und fand die Haptik und Optik toll. Dazu noch ein unschlagbarer Preis- somit habe ich gleich was davon online geordert. Doch bei der Lieferung gab es dann einen kleinen Dämpfer…


Ich hatte überhaupt nicht auf die Materialzusammensetzung geachtet.

 

Selbstgenähte Mode- Jerseymantel puristisch

Der Stoff ist zwar schön- aber besteht zum größten Teil aus Polyester. Ich bin da jetzt nicht so empfindlich, was das Tragen angeht- doch ich fürchte, dass der Stoff sehr schnell seine Optik einbüßt. Die Kunstfaser neigt leider gern zu fieser Pillingbildung und ich möchte ja keine Wegwerfmode nähen.
Aber ich bin wirklich selber schuld- ich hätte bei dem Preis ja stutzen müssen. So kopflos werde ich auf jeden Fall nicht mehr kaufen- möchte ich doch, dass mich meine Kleidungsstücke eine ganze Weile begleiten. Mal sehen also, wie lange mir meine zwei Polytierchen treue Dienste leisten, bevor sie unansehnlich werden. Vielleicht hab ich ja Glück.

Trotz allem mag ich nämlich das Ergebnis- der Stoff ließ sich gut verarbeiten und fällt auch richtig schön. Der Schnitt war keine große Herausforderung und die zwei Mäntel wirklich schnell vollendet. Ich habe Größe 38 genäht und die Rückenabnäher weggelassen. An den Seitennähten habe ich Schlitze eingearbeitet.
Zum hellgrauen Mantel trage ich übrigens das Shirt von HIER und diese Hose.

Der schwierigste Part an diesem Projekt waren jetzt am Ende die Bilder für den Blogbeitrag. Ich mache die Fotos ja fast immer als Solonummer und diesmal klappte die Verbindung zum Smartphone nicht. Also musste das iPad und der 12-Sekunden Timer herhalten, was die Sache manchmal etwas langatmig machte und am Ende zu leicht albernen Anwandlungen führte…

Aber Bloggen soll ja auch Spaß machen, oder?!


Spaß am Bloggen- Fotosession Nähblog



Also- verliert vor lauter DSGVO nicht den Spaß am Internet und lasst Euch die die Freude am Bloggen nicht nehmen...
Schönen Start ins Pfingswochenende!

 


Heute verlinkt bei RUMS

Dienstag, 15. Mai 2018

Mein Lisbon Cardigan – (k)eine große Liebe

Von diesem Cardigan hatte ich im Netz so wunderbare Versionen gesehen – ein unkompliziertes Jäckchen und perfekter Kombipartner. Egal ob uni oder dezent gemustert, mit Kontrastblende oder ohne, ob taillenkurz oder hüftlang – Lisbon ist einfach hübsch.

So ein Teil sollte gern in meinen Kleiderschrank einziehen...


Bei einem Nähtreff konnte ich sogar die Versionen von Kreamino (HIER und HIER) anprobieren und sehen, was mir gut gefiel. Damit stand meiner eigenen Version also nichts mehr im Wege.

Jerseyjacke aus Romanit -  Lisbon Cardigan selbstgenäht

Ich hatte noch ein Stück dunkelgrauen Romanit liegen, dessen linke Seite eine richtig hübsche Streifenmusterung aufwies. So beschloss ich, diese einfach als rechts zu verarbeiten und für die Blenden als Kontrast die uni Warenseite zu nehmen.

Nach dem flotten Zuschnitt ging es dann aber etwas holprig weiter...
Leider war der Stoff nicht besonders dehnbar und deshalb war es eine blöde Idee, die Saum- und Ärmelbündchen nach dem Schnittmuster zuzuschneiden. Ich bekam sie zwar auf die Saumlänge gedehnt angenäht, aber die Ansatznähte beulten und alles stand seltsam ab. Zu allem Überfluss erlag ich dann auch noch dem Irrglauben, dass es etwas ändern würde, wenn ich die Naht mit einem Zierstich abteppe...

Merke: Zierstiche trennen kannst Du voll vergessen!


Ich habe also zur Schere gegriffen und die Bündchen abgeschnitten. Dabei musste ich leider auch ein Stück Jackenlänge opfern. Und da der Reststoff nur noch ganz wenig war, wurde mein neues Bündchen ziemlich schmal. Schade, denn dadurch fehlt mir Länge: Weil die ich die Jacke verschlusslos trage, hängen die Vorderteile halt länger runter und im Rücken wirkt es hochgerutscht kurz. 
Hier bei Prülla KLICK sieht man übrigens ganz deutlich, wie hübsch es ist, wenn das Bündchen breiter angesetzt ist...


Verarbeitungsdetails Jacke Lisbon

Somit ist dieses Jäckchen jetzt zwar ganz nett- aber es ist leider ein wenig ab von dem Traumteil, das ich vor meinem geistigen Auge hatte.
Trotz allem bin ich aber stolz, dass ich mir mit der vorderen Blende besonders Mühe gegeben habe: Die Anleitung sieht dort vor, die Blende "quick&dirty" durchgehend doppelt anzusteppen. Aber gerade am Ausschnitt finde ich das wirklich keine schöne Art der Verarbeitung. Ich habe einzeln angenäht und dann innen die Zugaben eingeschlagen und per Hand anstaffiert. 

Da lieb' ich #slowsewing und eben auch mal eine Handnaht.

 

Mein Lisbon-Cardigan ist jetzt schon ein wenig länger vollendet und leistet auch brav seine Dienste als unkomplizierte "Schnell mal übergeworfen" Jacke. Es ist jetzt nicht die große Liebe geworden- aber ein gutes Beispiel dafür, dass man sich beim Nähen auch mit einem unerwarteten Endergebnis anfreunden kann.

Wie macht Ihr das eigentlich?
Seht Ihr schöne Modellbeisspiele für ein Schnittmuster oder einen Stoff und geht dann lieber auf Nummer sicher und näht Euch das gesehene Teil möglichst 1:1 
Oder sammelt ihr nur Inspiration und macht Euer eigenes Ding- auch wenn das manchmal das Risiko birgt, dass das eigene Nähwerk einen am Ende ernüchtert?! 
 



Heute verlinkt beim Creadienstag , Handmade On Tuesday und den DienstagsDingen



Freitag, 4. Mai 2018

Frau Yoko ohne Schulterpasse

Das Schnittmuster Frau Yoko aus dem Hause Fritzi Schnittreif gehört in der Nähbloggerwelt ja zu den absoluten Klassikern…
Schon oft habe ich verschiedene Versionen der hübschen Webwaren-Bluse mit der markanten Rückenfalte bewundert, doch erst jetzt ist eine in meinen Kleiderschrank eingezogen. Meine Version ist aus weißer Viskose mit winzigen schwarzen Möven. Ein dezent maritimes Motiv, dem ich einfach nicht widerstehen konnte – obwohl ich ja sonst Uni bevorzuge. Der Stoff ist viskosetypisch schön fließend und fühlt sich ganz wunderbar an.

Doch die Farbe hat so ihre Tücken.


Weiße Stoffe haben immer eine gewisse Transparenz. Und somit schimmert auch hier bei jeder doppelten Lage das schwarze Druckmotiv durch. An den Nähten und Saumkanten stört mich das nicht - aber Frau Yoko sieht eine doppelte Rückenpasse und einen Beleg vor. Und da hätte es mich einfach gestört. So habe ich bei meiner Version einfach auf die Schulterpasse verzichtet und die Kellerfalte im Rücken schon am Halsausschnitt aufspringen lassen. Und statt Beleg habe ich den Ausschnitt ganz dezent mit einem schmalen Schrägstreifen verstürzt.

Bluse Frau Yoko Viskose ohne Schulterpasse
Nun ist meine Bluse im Schulterbereich/Rücken natürlich durch diese Änderung üppig weit. Zunächst wollte ich diese Weite am Saum „auffangen“ und dem Ganzen mit einem schmalen Gummi am Saum etwas Blouson-Form verpassen. Aber das eingezogene Gummiband war nach einem kurzen Blick in den Spiegel ganz fix wieder aus dem Tunnel gezupft.

Manchmal muss man eben erst mal machen, um zu erkennen, dass eine Idee wirklich doof war…

 

Viskosebluse Fritzi Schnittreif Frau Yoko Rückenfalte ohne Passe

Schnitt: Frau Yoko in Größe M von Fritzi Schnittreif (gekauft online und tatsächlich mal wieder einen DinA4 Schnitt geklebt- waren zum Glück nicht so viele Seiten...)
Stoff: 100% Viskose (gekauft bei Jippel Husum) 

Ich freue mich darauf, wenn ich das neue Oberteil mit leichter Sommergarderobe kombinieren kann. Für die Fotos musste jetzt noch die (gekaufte) Jeans herhalten - mal sehen, wohin die Temperaturen in den nächsten Tagen klettern.
Ach ja- ob ich die Ärmellänge ein wenig kürzen werde, entscheide ich noch. Auch dort hatte ich Gummizug geplant- aber auch dort war das eine richtig blöde Idee. Die perfekte Länge soll mir jetzt lieber mal der Alltag zeigen.


Und, geht es Euch auch oft so, dass ihr eine Idee hattet, die Euch genäht dann doch nicht so gefällt?! Mir passiert das ziemlich oft und auch wenn es erstmal nervig ist, wachsen beim Probieren dann die Details, die ein Nähwerk zu einem Lieblingsstück werden lassen. 



Sonntag, 15. April 2018

Meine neue Frühlingsbluse

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Ich habe Frühlingssehnsucht!
Ich möchte endlich ohne Mütze und dicke Jacke unterwegs sein.
Ich habe Lust auf Klamotten aus Viskose, Leinen und leichter Baumwolle. 

Doch wo bleibt der Frühling hier im Norden?!


Wir hatten es am letzten Wochenende ja tatsächlich schon mal wunderbar mild, doch leider verzog sich die Wärme prompt, als ich mein neues, luftiges Oberteil fertig genäht hatte.

Das Nähprojekt war so in dieser Form übrigens gar nicht geplant. Aber manchmal finden Schnitt und Stoff sich einfach und das Ergebnis macht mich wirklich sehr glücklich.
Der wunderschöne Stoff von Zuleeg war nämlich ursprünglich für eine lässige, lange Hemdblusentunika gedacht- doch da hier auch gerade der Schnitt Avy von Schnittquelle eintraf, habe ich ganz fix meine Pläne überworfen. Mit dem dezenten Glanz und der Leichtigkeit passte der Stoff so viel besser zu den weichen Kellerfalten dieser Bluse, als zum sportlichen Stil des zunächst geplanten Schnittes.


Bluse Avy von Schnittquelle - aus leichter Viskose-LeinenMischung von Zuleeg genäht

 

Passzeichen sind Freunde! 

 

Die Bluse ist nicht schwierig zu nähen- allerdings macht der Schnitt einem bewusst, wie wichtig Passzeichen sind. Sowohl beim Einfassen der Faltenpartie am vorderen Saum, als auch an den Seitennähten, wäre „einfach drauflos Nähen“ fatal. Durch die besondere Schnittführung sind die Nähte am Vorderteil nämlich im schrägen Fadenlauf und somit sehr dehnbar- die im Rückenteil haben einen normalen Fadenlauf. Also- schön aufgepasst, dass man die schrägen Nähte nicht ausdehnt- sonst passt Vorn nicht an Hinten. Doch wer auf die Markierungen achtet, ist auf der sicheren Seite.
Wie gut also, dass Passzeichen und Genauigkeit der Schnitteile bei Schnittquelle stets zuverlässig sind.
Ich hatte die Ärmel meiner Avy erst in original Länge zugeschnitten und genäht- doch es zeigte sich, dass sie mir am Handgelenk durch die eingenähte Falte viel zu eng waren. Ich habe dann ein wenig probiert und mich entschieden, sie einfach auf Ellenbogenlänge zu kürzen.
Die rückwärtige Schulterpartie ist übrigens ziemlich schmal- hier werde ich mir bei der nächsten Version auf jeden Fall einen Hauch mehr Breite einbauen. Ich scheine mittlerweile "jerseyverwöhnt" zu sein, was die Bewegungsfreiheit angeht. Und da muss ich bei Webware halt ein wenig ausloten und meinen perfekten Wohlfühlpunkt zwischen 'bequem' und 'schön schmal' finden

Marine Leinen-Viskose-Mischung von Zuleeg- vernäht als Bluse Avy von Schnittquelle


Stoff: Webware Viskose/Leinen Mischung von Zuleeg
Schnittmuster: Bluse Avy von Schnittquelle, genäht in Gr. 40 ohne Änderungen, Ärmel gekürzt
* Stoff und Schnittmuster wurden mir nach meinen Wünschen von den Firmen zur Verfügung gestellt.


Nun warte ich also mit meiner neuen Bluse sehnsüchtig auf die Rückkehr des Frühlings. Und ich überlege schon, wie ich das marineblaue Stück noch kombinieren kann. Eine weiße Jeans wäre bestimmt toll (... aber "weiße Hose" ist als Hundebesitzer ja nicht unbedingt praktisch. Andererseits kann man Jeans aber gut waschen und ein Schnittmuster hätte ich doch auch schon liegen...)

Und, seid Ihr schon voll im Frühling? Oder ist Euch das Wetter auch nicht hold und der Umstieg auf Frühlingsgarderobe verzögert sich noch ein wenig – so wie bei mir hier in Flensburg?!






  

Mittwoch, 4. April 2018

Basicpulli aus Strickstoff

Ich mag Strickjacken und Strickpullis so richtig gern.
Aber ich kann halt nicht stricken...
Wie gut, dass das Angebot an schönen Strickstoffen als Meterware immer größer wird und allen die nähen, nun auch die Welt der Strickklamotten öffnet.

Doch einen kleinen Haken gibt es... 

 

Genähte Sachen aus Strick-Meterware erreichen leider nie wirklich die perfekte Optik von formgestrickten Teilen. Während der Stricker die Maschen zu- und abnehmen kann, um den Teilen Form zu geben, muss ich die Maschen zerschneiden. Das erleichtert die Verarbeitung nicht gerade und spätestens wenn man eine attraktive Lösung für die Kanten und den Halsabschluss nähen möchte, beneidet man die Nadelkünstler um ihre Möglichkeiten.
Doch manchmal bietet ein Strickstoff tatsächlich auch eine nette Möglichkeit, einen raffinierten Abschluss zu nähen. Bei Strickstoffen lohnt sich nämlich der Blick auf die "Web"Kante, denn wenn man Glück hat, ist die richtig hübsch und man hat ein perfekt passendes Material für einen schönen Kantenabschluss.

Pulli mit Rollkante am Halsausschnitt

 

Bei meinem neuen schlichten Pullover-Shirt aus leichtem Strickstoff z.B. habe ich die Kante prima verwenden können. Sie rollte sich schön auf die linke Warenseite und ziert jetzt den Halsauschnitt des Oberteils. Ich hatte zunächst auch am Saum eine Rollkante angebracht- aber da überzeugte mich die Optik nicht, weil der kastige Pullover nicht mehr schön fiel. Dort und an den Ärmeln habe ich also doch mit der Zwillingsnadel gesäumt, wie sonst halt bei normalem Jersey.

Strickpulli mit Rollkante am Halsauschnitt nähen

Schnittmuster: Pullover Elaine aus der Ottobre 2/2018 in Gr. 40 
(Saumlänge angeglichen und ohne die vorgesehenen Seitenschlitze)
Strickstoff: Wunderbar weich und freundlich grau meliert- eine Viskose/Polymischung 
(Ich bin gespannt, wie lange der Stoff seine tolle Optik behält)
Hose: Mein Klassiker- heute die schwarze Wollvariante.



Ich bin ganz glücklich mit dem schlichten Oberteil- ich mag besonders die Form des Halsauschnittes und die moderate Weite. Es werden bestimmt noch weitere Versionen folgen- vorrausgesetzt, ich finde schöne Strickstoffe mit netter Kante ;) 

Ein kleines Tutorial zum Ausschnitt habe ich übrigens auch gemacht- ihr findet es HIER auf dem Bernina Blog. (Werbung)


Und- wie steht ihr zu Strickstoffen? 

 

Ist Feinstrick für Euch eh keine Hürde und ihr traut Euch sogar an Grobstrick und Jaquard? Oder zögert ihr noch wie ich, auch mal hochpreisige Strickstoffe zu vernähen, weil Euch die formgestrickte Perfektion fehlt?!
Ich bin gespannt.







Verlinkt beim MeMadeMittwoch und bei AfterWorkSewing 
Schaut doch mal vorbei und stöbert eifrig bei den vielen kreativen Nähbloggern.

Donnerstag, 8. März 2018

Overlocknaht trennen - gewusst wie!

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Jeder, der mit der Overlock näht, kennt bestimmt den Moment, wenn man feststellt: Verflixt! Das war nicht richtig. Diese Naht muss wieder auf...
Da die Overlocknaht aus bis zu vier Fäden besteht, kann das Trennen schnell zum Frustthema werden. So manch einer greift dann zur Schere und schneidet einfach die komplette Naht ab. Aber oft ist es nicht möglich (bzw. absolut nicht sinnvoll) die Nahtbreite und somit auch die Zugabe zu opfern.

Deshalb trenne ich eine Overlocknaht lieber auf.

 

Und wenn man ein paar Dinge beherzigt, dann ist das auch gar nicht schlimm und geht wirklich schnell von der Hand.

Overlocknaht trennen Tutorial easy

Für den Bernina-Blog habe ich dazu jetzt ein kleines Tutorial geschieben und zeige Euch dort Schritt für Schritt, wie ihr der Overlocknaht zu Leibe rücken könnt (und das ganz schnell und ohne lästiges Fadengefussel).
Schaut doch mal vorbei- ihr findet den Beitrag HIER

Und- wie handhabt Ihr das? Habt Ihr auch eine Lieblingstechnik, die sich für Euch bewährt hat oder geht es bei Euch "Quick&Dirty"per Schere, weil Euch das Trennen bisher zu lästig war?!
Ich bin gespannt...