Donnerstag, 19. Mai 2022

Kleid Sombra aus SummerWool

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Happy Birthday to me!

 

Pünktlich zu meinem Geburtstag geht bei der Wollweberei Zuleeg die neue Summerwool-Kollektion an den Start. Ich freue mich sehr, dass ich wieder mit einem Modellbeispiel dabei sein darf und präsentiere Euch überglücklich mein Geburtstagskleid: 

 

Sombra aus Summerwool 

 



Schon seit ich meiner Mama eine Sombra nach dem Schnitt von Lillesol & Pelle genäht hatte, schwirrte in meinem Hinterkopf der Gedanke an eine eigene Version. Köchellang und schwarz sollte meine sein. Also ein richtig schönes „WallaWalla“ Kleid - aber bitte trotzdem puristisch und typisch Schneiderherz. 

 

Der perfekte Stoff 

 

Und der richtige Stoff das Projekt fand sich dann in der frischen Stoffkollektion von Zuleeg:

Das hochwertige Wollstöffchen aus feinstem Kammgarn überzeugt mit überragenden Trage- und Klimaeigenschaften. Eine smarte feminine Extravaganz mit traumhaft fließendem Fall und seidig edlem Lüster in reiner Wolle mit glatter und schliffiger Haptik! Für 'ne Cocktailparty im Sommer oder zur Silvesterparty im Winter - diese temperaturregulierende Stoffqualität macht es möglich!

 

Ja, das beschreibt es wirklich gut und der Stoff und das Schnittmuster sind ein Traumpaar- die geraffte Weite fällt sehr schön und das Kleid ist, trotz der Üppigkeit, herrlich leicht und luftig zu tragen. Die Verarbeitung dieser reinen, feinen Wolle, ist eine Wonne. Das Material lässt sich erstklassig zuschneiden, nähen und bügeln und ich werde lange Freude an diesem Kleid haben.

 

Der Schnitt 

 

Ich habe mich für die gerade Taillenversion des Sommerkleides Sombra entschieden. Die Rockbahnen habe ich verlängert, bis ich auf Knöchellänge kam. Ich bin ja 178 cm groß – das war also ein gazes Stück. Am Oberteil habe ich einen cm Länge zugefügt und dann leider vergessen, die Ärmellänge nochmal zu überprüfen. So war der ¾ Arm dann etwas kurz: Der Schlitz der Blende klaffte genau Höhe Armbeuge auf und prompt stach der spitze Ellenbogenknochen unschön raus. Es reichte aber zum Glück, den Schlitz um 2,5cm zuzusticheln, um das ganze zu retten. Glück gehabt. 

 

Es hat Taschen 

 

Mittlerweile unverzichtbar sind für mich Taschen. So hat auch dieses Kleid Nahttaschen bekommen und ich freue mich, meine Hände vergraben zu können und den Rock schön schwingen lassen zu können... ;)

Nun werde ich meinen 51. Geburtstag genießen und mich (und mein Kleid) feiern lassen. 

 

Das Leben ist zu kurz für schlechte Stoffe. 

 

Solltet Ihr nun auch Lust bekommen haben, Euch etwas Schönes aus einem besonderen Stoff zu nähen, dann stöbert doch mal im Online-Shop der Wollweberei. Übrigens, die feine Sommer- Schurwollqualität gibt es nicht nur in Piano (schwarz) sondern auch in sommerfröhlich, frischen Farben, für alle die es bunter mögen: Zuleeg-Shop

Und wenn Ihr mal sehen wollt, mit wieviel Herzblut und Liebe diese Stoffe made in Germany entstehen, dann schaut mal hier: 


 

 

Liebe Grüße aus dem Nähzimmer


 

 



Sonntag, 20. März 2022

Ein kleines Schwarzes für das Schneiderherz

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Der Frühling ist da und er bringt tatsächlich die Sonne mit. Zeit also, sich Gedanken über die Garderobe für die kommende Saison zu machen. Frühling und Sommer sind die Zeiten, in denen ich gerne auch mal Rock oder Kleid trage. Und so ist bei mir ganz frisch ein wunderbares Gute-Laune-Teil in den Kleiderschrank eingezogen, mein kleines Schwarzes.

Mafrieda als Kleid

Kleid Schwarz Schnittmuster Mafrieda Kibadoo Baumwolle Zuleeg

Es ist nach dem Blusen-Schnittmuster Mafrieda von Kibadoo entstanden. Gr. 40 mit der 3/4 Ärmel-Variante. Ich habe den Schnitt einfach verlängert und in leicht gerundete Seitenschlitze laufen lassen. 

It has pockets!

Und ich habe Nahttaschen eingearbeitet: Ich liebe Taschen an Kleidung einfach- man kann herrlich lässig die Hände darin vergraben (und bei Bedarf ist auch schnell allerlei Kleinkram darin verschwunden)

Eigenart

Ich habe übrigens die markante Falte am Vorderteil anders genäht, als im Schnitt vorgesehen. Mit der Fixierung laut Anleitung kam ich nämlich nicht klar und mir gefiel die Optik durch die Quernaht nicht und deshalb habe ich mir eine eigene Version erdacht. Wer wissen möchte, wie ich vorgegangen bin: Auf meinem Instagramkanal gibt es in den Highlights ein Video-Tutorial dazu:  Schneiderherz - Falte

Kleines Schwarzes Kleid Sommer Baumwolle selbstgenäht

 

Das absolute Highlight (neben der schönen Falte, den Taschen, der Länge und den tollen Ärmeln) an meinem neuen Kleid, ist übrigens der Stoff, aus dem es genäht ist: Ein edler Cotton Stretch aus dem Hause Zuleeg. Das sattschwarze Gewebe aus feiner Pima Baumwolle, ist durch einen Hauch Elastan herrlich bequem. Es hat einen ganz dezenten Glanz (im Fachjargon "edler Lüster" genannt) und ließ sich herrlich verarbeiten.

Hier geht es zur Stoffkollektion: KLICK

 

Ich bin sehr, sehr glücklich mit diesem Kleid. Es trägt sich toll und ich fühle mich sehr wohl darin.

Wie steht Ihr zu Kleidern? Welche Kriterien müssen sie erfüllen, um in Eurer Garderobe Platz zu finden? Bei mir wären das: Bequem und unkompliziert – und natürlich Taschen!




Und jetzt, wo ich hier den Blogbeitrag schreibe und die Fotos betrachte, komme ich auch zu dem Schluss, dass ich dem Projekt "Haare länger" vielleicht doch noch etwas länger eine Chance geben sollte. Eigenlich stand der Plan, sie wieder kappen zu lassen- aber was ab ist, ist halt ab...

Donnerstag, 24. Februar 2022

Hemd und Hose – ein Hoch auf Basic-Klamotten

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Ich mag ja besonders Kleidungsstücke, die sich gut kombinieren lassen und deshalb freue ich mich sehr über zwei aktuelle Neuzugänge in meinem Schrank. Zwei schlichte Klassiker: Hemd & Hose.

Die Hose ist eine enge Stretch-Röhre nach dem Schnitt Quin von Schnittquelle. Sie ist bereits meine dritte Version nach diesem Schnittmuster.  N°1 trage ich (Klick zum Beitrag) noch immer sehr gerne, N°2 in Schwarz war leider nach kurzer Zeit arg ausgeblichen und von Anfang an einen Tick zu kurz geraten. Für diese schwarze Version gibt es nun schönen Ersatz: Jeansstoff mit relativ hohem Stretchanteil. Die obere Kante habe ich einen cm höher geschnitten und somit sitzt der Bund nun auf komfortabler Höhe etwas unterm Bauchnabel. Ich mag den Gummibund und den Fakereißer und ich schätze besonders die sieben Gürtelschlaufen, die den Gürtel perfekt auf Linie halten.


Mein neues Hemd habe ich nach einem Unisex Hemdschnitt aus einer alten Burda (7/2012 Mod.132) genäht. Ich habe Herrenröße 46 gewählt, was laut Burda Damen 40 entsprechen sollte. Die seltsam breiten Manschetten und auch die Art der verdeckten Knopfleiste gefielen mir nicht und so habe ich sie einfach weg gelassen.

Edles Stöffchen

Das eigentliche Highlight der schlichten Hemdbluse ist das wunderbare Material. Ein feiner Fischgrat in einer ganz großartigen Farbe: Ein grauer Blauton, der auf Anthrazit trifft. Das hochwertige Wollmischgewebe aus der Wollweberei Zuleeg ist mit diesem Farbton der perfekte Kombipartner zu meinen schwarzen, grauen und auch zu meinen blauen Kleidungsstücken. 

Durch die relativ schmale Form, passt das Oberteil nicht nur zu engen Jeans. Auch zur weiten Marlenehose macht es eine gute Figur, wie Ihr auf dem Bild unten sehen könnt.

 
 
Der kuschelige Wollstoff ließ sich richtig schön verarbeiten. Sowohl Nähen, als auch Bügeln war eine Wonne, weil das Material brav das machte, was ich wollte. Sowas liebe ich einfach.

Die vorgesehenen Manschetten habe ich ja nicht angenäht. Statt des Schlitzes habe ich einen Abnäher  gemacht und die Ärmelkante mit einem breiten Beleg verstürzt. Nun kann ich bei Bedarf krempeln.
Ich bin aber noch am überlegen, ob ich die Ärmel mit einer Blende ein Stück verlängere. Einen kleinen Rest Stoff hätte ich noch, falls ich das neue Oberteil doch als Jackenersatz für den Frühling haben möchte. 
 

Wie es mir gefällt


Das ist ja das schöne am selber Nähen- man kann machen, wie man will ;)


Auf dem Bild oben seht Ihr nochmal drei der Teile, die ich bei der kleinen Schlechtwetter-Foto-Session kombiniert habe: schwarze StretchRöhre Quin, graublaue Burda Hemdbluse und mein alter, dunkelblauer Leinenmantel.

Details

 
Und Ihr seht den hübschen feinen Fischgrat nochmal genauer- inkl. der tollen Vierlochknöpfe. Ein lang gehüteter Schatz aus der Knopfkiste. Als ich die Knopflöcher in die Hemdbluse gemacht habe, habe ich auch direkt Knopflöcher in den Leinenmantel gemacht. Diesen Mantel habe ich schon seit 2016 und er hatte bisher nur einen Bindegürtel. Nun hat er zwei praktische Knöpfe bekommen und ich freue mich, wenn er im Frühling wieder in Aktion treten kann.

Hose schmal: 
Gr. 38, obere Kante um 1cm verlängert
Stoff: Jeans mit Stretch gekauft bei einem hiesigen Stoffgeschäft
 
weite Marlenehose:
Alle Infos HIER

Mantel:
Alle Infos in diesem Beitrag: Mein Leinenmantel
Jetzt mit zwei Knopflöchern ergänzt

Hemdbluse:
Burda Heft 7/2012 Model 132
Größe unisex 46 Herren/ 40 Damen
Änderung an Knopfblende und Ärmelsäumen

Stoff: Wollmischgewebe in Fischgrat 
"Herringbone Schiefer"
Alle Infos zum Stoff findet Ihr auf der Homepage von Zuleeg: KLICK HIER

Der Stoff für dieses Blusenprojekt durfte ich mir aussuchen und wurde mir zur Verfügung gestellt. Dankeschön :)
 
 
Und, welche schlichten Klassiker wohnen in Eurem Kleiderschrank? Gibt es langgeliebte Schätze oder auch schon Neuzugänge für den Frühling 2022?





 
 


Sonntag, 30. Januar 2022

Aschenputtel trifft Leonard – mein neuer Mantel aus German Tweed

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Darf ich vorstellen? Mein neuer Oversize-Kuschelmantel! Ein Nähprojekt, das mir in jeder Hinsicht große Freude gemacht hat, denn hier traf ein tolles Schnittmuster auf einen großartigen Qualitätsstoff.

Mantel Leonard

Das Schnittmuster „Leonard“ von Republique du Chiffon entdeckte ich auf dem NähdeernsTreffen 2021 – eine liebe Nähfreundin zauberte sich an diesem Wochenende nämlich diesen schönen Mantel. Ich durfte in das fertige Stück schlüpfen und war sehr angetan von der lässigen Weite und den extravagant verkürzten Ärmel, die dem Mantel einen tollen Vintage-Touch verleihen.

Leider wollte Kerstin mir ihren Mantel nicht vermachen- aber der Schnitt kam auf meine „to-sew-Liste“. Damit ich das Projekt nicht allzu lang vor mir herschiebe, habe ich mir das Schnittmuster gleich auf der französischen Shopseite als Ebook gekauft und kurz danach vom Plottservice ausdrucken lassen. 

Futterschnitt inklusive

Der Schnitt ist wirklich gut gemacht - er kommt direkt mit extra Schnittteilen für Belege und auch für das Futter. Die Beschriftung ist französisch (was ich leider nicht kann) und ich war zunächst etwas verwirrt, weil kein Passzeichen für vorn an den Ärmeln zu finden war und auch die wichtige Linie „Vordere Mitte“ fehlte. Doch es zeigte sich, dass das Wort „devant“ für Orientierung sorgt und in der englischsprachigen Anleitung fand sich die Angabe, dass der Mantel vier cm überlappt, was schließen ließ, dass die Vordere Mitte zwei cm von der Kante entfernt ist.
 

Perfektes Material

Nun fehlte nur noch der richtige Stoff für meinen Mantel. Zu meinem großen Glück wurde ich von Wollweberei Zuleeg gefragt, ob ich nicht mal wieder ein Modell aus einem Stoffschatz zaubern wolle. Da man dort meine Farbvorlieben kennt, bekam ich direkt wunderbar unbunte Proben der neusten German Tweed Kollektion zugesandt. Und als ich den Fischgrat „Aschenputtel“ sah, wusste ich, dass das mein Leonard werden würde. Und auch der benötigte Futterstoff konnte gleich bei Zuleeg bestellt werden. Denn neben Oberstoffen findet sich im Shop auch Futterware - ich entschied mich für ein schlichtes schwarzes Futter aus Acetat, das sich nicht statisch auflädt, eine sehr gute Haptik hat und für guten Tragekomfort sorgt.


Detailverliebt

Das Nähen meines Mantels war eine Freude, denn Schnitt und Stoff harmonierten perfekt. Es hat großen Spaß gemacht, mal wieder ein etwas aufwendiges Projekt mit schneiderischen Details zu nähen. Und so ließ ich es mir am Ende auch nicht nehmen, die Knopflöcher des Mantels mit der Hand zu sticken. Da ich keine passende Knopflochseide im Haus hatte, habe ich es gewagt, es diesmal mit Beilaufgarn zu probieren. Dieses Garn liegt bei mancher Sockenwolle bei und ich hatte mal ein Konvolut davon Grautönen geschenkt bekommen. Der Versuch glückte und so hat mein Mantel aus German Tweed jetzt Woll-Knopflöcher. 

 

Mein Leonard Coat hat geräumige Nahttaschen statt der vorgesehenen aufgesetzten Taschen bekommen.

Info von Zuleeg zu der edlen Stoffinnovation:

100% Made in Germany

Die Wertschöpfungskette von German Tweed ist ein erstklassiges Beispiel dafür, wie man Infrastrukturen perfekt nutzt, um Ressourcen und Umwelt mit kurzen Transportwegen zu schützen. So stammt die Wolle dafür von Schafen aus Deutschland, wird in der traditionsreichen Zwickauer Kammgarnspinnerei zu Roh- und Farbgarn verarbeitet, ehe wir im Hause Zuleeg die Ware weben.

Das Endfinish erfolgt dann wenige Kilometer neben unserem Stammsitz bei Knopf's Sohn, was German Tweed zu einem hochwertigen deutschen Textilthema macht, das höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Ein Produkt 100% Made in Germany – eine einmalige Stoffinnovation aus dem Hause Zuleeg mit der Garantie für ein langlebiges Produkt, das nachhaltigst hergestellt wird und die Umweltressourcen schont. 

 

Anleitung Handgestickte Knopflöcher

Übrigens: Knopflöcher mit der Hand zu sticken ist wirklich kein Hexenwerk und mit ein wenig Übung braucht man sich dann nicht mehr mit den Knopflochprogrammen der Nähmaschine rumzuärgern...

Ich habe auf YouTube ein ausführliches Tutorial für Euch. Dort erzähle ich, was zum Sticken nötig ist und zeige Schritt für Schritt, wie es funktioniert. Probiert es unbedingt mal aus. Es macht großen Spaß und so ein handgesticktes Knopfloch ist wirklich das Tüpfelchen auf dem i beim Selberschneidern.

Hier geht es zu meinem Video-Tutorial: Schneiderknopfloch Tutorial

 
Herzliche Grüße aus dem Nähzimmer





 

Sonntag, 16. Januar 2022

Mein Zuschneidetisch – Nähzimmer mit Ikea

Ich habe das große Glück, ein ganz wunderbares Nähzimmer zu haben. Ich fühle mich sehr wohl in dem Raum und erfreue mich täglich an der hübschen Ausstattung, die sich mit der Zeit ergeben hat. Natürlich reicht "hübsch" allein für ein Werkzimmer nicht aus- es muss auch praktisch sein und die kreative Arbeit gut von der Hand gehen lassen. Lange Jahre hatte ich einen sehr großen Zuschneidetisch- doch seit einiger Zeit störte es mich, dass er zu viel Raum einnahm. So habe mich nun von dem Riesen getrennt und bin sehr froh über diese Entscheidung. (Er steht jetzt übrigens im Kursraum der VHS und meine Kursteilnehmer können dort von seiner stattlichen Größe profitieren.)

Mein neuer Zuschneidetisch

Zuschneidetisch Holz Ikea Nähzimmer
 
Als Nachfolger habe ich meinen alten Maschinentisch zum Zuschneidetisch umgebaut. Gleiches Prinzip wie beim Vorgänger, diesmal aber mit dem Unterschied, dass der Tisch nicht nur erhöht wurde, sondern auch Rollen verpasst bekommen hat (stabile Strandkorbrollen mit Feststellbremse).

Tischbein Detail, erhöht mit Rollen
 

Aus Esstisch wird Werktisch

Dank der Rollen kann ich den Tisch auch mal zur Seite schieben und dass er von allen Seiten zugänglich ist, erweist sich beim Zuschnitt als sehr praktisch.

Zuschneidetisch Seitenansicht Ikea Norden Esstisch
 
Bei dem Tisch handelt es sich um einen Ikea-Esstisch. Model Norden aus massiver Birke (leider aus dem Programm genommen, aber sehr oft in beiden Größen noch bei Ebay Kleinanzeigen zu ergattern). Die Beine haben wir mit Hartholzklötzen und stabilen Winkeln erhöht und dann Rollen untergeschraubt. Auf das Tischkreuz wurde eine einfache, massgeschnittene Platte aus dem Baumarkt gelegt und verschraubt. Sie bietet praktische Ablagefläche für allerlei Kram.

Ansicht ablagefläche unter Zuschneidetisch Ikea

Platz und Stauraum

Mein Traum-Tisch hat eine rückenfreundliche Höhe von 91,5cm, die Fläche zum Arbeiten ist 90 x 150cm gross und kann bei Bedarf durch eine Einlegeplatte um 55cm verlängert werden. Es ist also auch Platz für große Projekte.

Einlegeplatte um den Tisch zu vergrößern

Große Fläche bei Bedarf

Zuschneidetisch Ikea mit vergrößerter Fläche

Ich mag den neuen "alten" Tisch sehr- er hat die perfekte Größe für meinen Workflow und die Rollen waren die beste Entscheidung überhaupt- so passt sich der Tisch meinen Bedürfnissen an.

Wie sieht es bei Euch im Nähzimmer aus? Habt Ihr auch einen Ikea-Hack, um zuzuschneiden? Erzählt doch mal!

 

Liebe Grüße aus dem Nähzimmer


 


Mittwoch, 29. Dezember 2021

The same procedure... Silvester Druckvorlagen Edition 2022

Eigentlich wollte ich sie mir in diesem Jahr sparen. Doch weil ich so nett gefragt wurde und weil es offenbar für viele von Euch zu einer liebgewonnenen Silvestertradition geworden ist, gibt es die Wunderkerzen-Verpackung und die Glückskeks-Label in der 2022 Edition.

 

Ihr könnt sie Euch unter folgendem Link bei Dropbox downloaden:

Silvester-Deko Edition 2022 

Wie immer nur für den persönlichen Gebrauch und mit den besten Wünschen von mir.


Auf ein gutes Jahr 2022!
Lasst uns die Hoffnung und
den positiven Funken
in unseren Herzen bewahren!

 

Euer Schneiderherz Ute


 

Montag, 8. November 2021

Kimonojacke aus edlem Wollstoff

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Der November ist da und lange war es still hier auf dem Blog.
Die Stille hier bedeutet aber nicht, dass ich der Bloggerei den Rücken gekehrt habe. Im Gegenteil, auf dem Bernina-Blog gibt es regelmäßig frische Beiträge zum Thema Nähen aus meiner Feder. Klickt doch gerne mal vorbei: Schneiderherz bei Bernina

Doch heute gibt es auch hier mal wieder was zu gucken:

KimonoJacke aus Fischgrat Stoff genäht
 

Kimonojacke

Meine neue kuschelweiche Jacke. Ein wunderbarer Neuzugang im Kleiderschrank- durch die Materialwahl perfekt für die kühleren Temperaturen. Durch die kastige und üppige Kimonoform schnell übergeworfen, wenn es einen fröstelt.

Wollstoff vom Feinsten

Das verarbeitete Stöffchen kommt ganz frisch aus der Wollweberei Zuleeg. Und auch wenn es diesen Abseiten Fischgrat in wunderschönen bunten Farben gibt, fiel meine Wahl auf ein freundliches helles Grau. Und wie immer bin ich sehr glücklich mit meiner Farbwahl.

Verarbeitung Kimonojacke aus Wollstoff

Stoff

Abseitenfischgrat- GREY - Teil der neusten Kollektion "Cashdream" aus der Wollweberei Zuleeg.

Ein wirklich traumschöner, edler Stoff, der mit seiner dunkleren Abseite und dem dezenten Fischgrat zu Stoffspielereien einlädt. Der weiche Fall des Materials nimmt dem Schnittmuster im Kimonostil ein wenig von der gradlinigen Strenge. Die Verarbeitung des Gewebes machte große Freude und schon beim ersten Tragen, war ich begeistert von der Leichtigkeit und der wohligen Wärme, für die das Material sorgt.

Schnittmuster

Frau Sina von Studio Schnittreif

Ich habe das Modell mit langen Ärmeln in Größe M ohne Änderungen genäht. Ich bin 178cm groß und für meinen Geschmack sind die Proportionen/Längen perfekt. Die Tascheneingriffe sitzen ziemlich hoch- nicht praktisch, aber von der Optik genau richtig. Sie unterbrechen das Vorderteil genau an der richtigen Stelle.

Leider sind die Größen bei dem Schnittmuster - wie schon seit ewigen Jahren bei diesem Label - in leicht wackeligen handgezeichneten Strich-Punkt-Linien gezeichnet. Ich mag das nicht sonderlich - denn auch wenn der Schnitt simpel ist, wäre mir eine klare, gut zu differzierende Optik lieber. Vielleicht soll das ganze ja Handmade suggerieren. Ich finde das aber einfach nicht mehr zeitgemäß für ein erfolgreiches Schnittmuster Label.

Die Anleitung zeigt alles wichtige. Schmerzlich vermisst habe ich jedoch die Verwendung von Vliesline. Ich habe eine H180 auf die halbe Blende und die Saumzugaben gebügelt. Unerlässlich, um einen weicheren Stoff schön in Form zu halten. In einer Leinenvariante könnte man auf die Einlage vielleicht verzichten. 

 

Innendetails Kimonojacke Nahtverarbeitung

Detailverliebt

Die Tascheneingriffe habe ich mit einem Beleg verstürzt, statt sie einfach nur zu säumen.
Die Anleitung sieht eine hübsche Einfassung der vorderen Blendenansatznaht vor. Ich habe passend dazu sämliche Saumkanten und auch die Belegkanten der Taschen mit kariertem Schrägband versäubert.

Fazit

Ich mag meine neue Jacke im Kimonostil sehr gerne. Durch den weicheren Wollstoff wirkt Oversize einfach nicht zu wuchtig. Ich werde bestimmt lange Freude an meiner Jacke haben- so hochwertiges Material und so ein zeitloses, schlichtes Schnittmuster begleiten mich garantiert nicht nur eine Saison.
Vielleicht gesellt sich dann im nächsten Jahr, so Richtung Sommer, noch eine Leinenvariante von Frau Sina dazu.

 

Und, näht Ihr auch so gern eine Kombination aus edlem Stoff, schlichtem Schnitt und kleinen liebevollen Details?
Erzählt doch mal- ich bin gepannt...



Donnerstag, 24. Juni 2021

Sommer Outfit selbstgenäht

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Es wird sommerlich- zumindest bin ich gerüstet, wenn die Temperaturen wieder klettern sollten und mir nach einem sommerlichen Blüschen und einer lässig bequemen Hose ist. In meinem Schrank sind zwei neue Teile eingezogen, das Duo besteht aus einer Blusenversion von Shirt Anesa und Hose Gstaad von Schnittquelle. 

Meine neue Bluse hatte zunächst leicht gepuffte Ärmel- die in der flatterigen Tupfen-Viskose auch wirklich niedlich aussahen. Doch genau da lag dann aber auch das Problem: Ich fühle mich in "niedlich" einfach nicht wohl. Also habe ich die Ärmel wieder ausgetrennt und hatte danach hatte ich kurz den kurzen Impuls, die Armlöcher mit Schrägband einzufassen und die Bluse zum ärmellosen Top zu machen. Aber da der Stoff noch für ein paar neue Ärmel reichte, habe ich den Alternativärmel, der beim Schnittmuster dabei ist, mit etwas mehr Weite versehen und zugeschnitten. Die Originalweite wäre mir in Webware viel zu eng gewesen- die taugt eher für eine Jerseyvariante, da das Oberteil im Schulterbereich relativ schmal sitzt. Mit der neuen Ärmelversion bin ich nun sehr zufrieden.

Schnittmuster:
"Shirt Anesa" in Gr.40, Ärmelvariante ohne Falten und Blende- Mehrweite zugefügt und verlängert. Stoff:
Viskose Webware, leichte Qualität, gekauft schon vor einiger Zeit bei Jippel Flensburg


Meine neue Hose war in jeglicher Beziehung ein Volltreffer. Denn tatsächlich lag in meinem Vorrat ein toller schwarzer Tencel, den ich von einer lieben Nähfreundin geschenkt bekommen hatte (Danke Dagmar!) Ich bin immer um ihn herumgeschlichen und wartete lange auf DAS Projekt für ihn.
Der Hosenschnitt von Schnittquelle nun kommt mit zwei Weiten- und drei Längenvarianten. Und mein Tencel reichte exakt, um die schmale, knöchellange Version zuzuschneiden. Bei meinen 178cm Körperlänge ist das jetzt eine Länge, an die ich mich mit mehr Stoff tatsächlich nicht herangetraut hätte. Das Hochwassertrauma bei Hosen sitzt tief ... Doch die Länge gefällt mir ausgesprochen gut, weil sie einfach stimmig zu einer superbequemen sommerlichen Hose passt. Und die Tatsache, das die Hose dank Gummibung einfach und schnell zu nähen ist und sie praktische Hüftpassentaschen mitbringt, wird dafür sorgen, dass ich bestimmt auch nochmal eine andere Länge oder auch Weite nähen werde.

Schnittmuster:
"Hose Gstaad" Gr.38, schmale Beinvariante, Länge knöchellang (laut Schnitt), ohne Anpassungen an meine Körpergröße, enthaltene Nahtzugaben von 1,5cm nur gut 1cm abgenäht.
Stoff: "Meet Milk" Slub. 80%Tencel 20% Leinen


Lieben Dank an Stefanie von "Schnittquelle", dass ich mir die Schnitte aus ihrem schönen Schnittsortiment aussuchen durfte.  


Und, wie sieht es mit Euren sommerlichen Nähplänen aus? Schrank schon gut gefüllt mit luftiger Gute-Laune-Kleidung?!



Sonntag, 23. Mai 2021

Sommerliche Bluse aus Halbleinen

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Der Sommer kann kommen! Ich habe mir nämlich eine ganz wunderbare Kurzarmbluse genäht- aus einem tollen grauen Halbleinen. Mit diesem kleinen Teil kam auch endlich mal wieder richtig Nähfreude bei mir auf. Das Projekt hat großen Spaß gemacht: Der Schnitt war sehr stimmig und wenn man dann noch qualitativ hochwertigen Stoff vernähen darf, ist die Freude doppelt groß.

Halbleinen

Das graue Halbleinen "Revolverheld" gehört zu einer frisch aufgelegten Stoffserie bei Zuleeg. 60% Leinen gepaart mit 40% Baumwolle ergeben ein sommerliches Gewebe mit edler Griffigkeit und feinem Stand. Das perfekte Stöffchen für Kleidung mit sommerlicher Leichtigkeit. Natürlich gibt es die Meterware made in Germany nicht nur in unbuntem Grau, sondern auch in tollen Farben wie DustyPink, Citronelle, Lagune und Kornblume. Mit meiner Farbwahl bin ich aber mehr als zufrieden, denn der Grauton hat einen ganz, ganz leichten Tick ins Grün- somit ein Volltreffer zu meinen grünen Augen und ein toller Kombipartner in meinem Kleiderschrank.

Kurzarmbluse Berit Halbleinen Zuleeg

Nähen mit Leinen

Das verwendete Schnittmuster ist übrigens aus dem Buch "Nähen mit Leinen". Das Buch war in  meiner Rezension nicht ganz so positiv weggekommen- aber hier zeigt sich nun, dass die enthaltenen Schnittmuster Potenzial zu Lieblingsstücken haben können. Ich habe Bluse Berit in Gr.38 ohne jede Änderung genäht. Alle Teile passten prima zusammen. Dank Kragensteg und der Tatsache, dass Ober- und Unterkragen separate Teile mit Mehrweite auf dem Oberkragen sind, ist das Nähen ein Leichtes. Ich hatte erst etwas Sorge, dass die Ärmelumschläge zu steif wirken könnten- aber der Stoff hat die richtige Grammatur und so haben sie zwar Stand, aber harmonieren gut mit der taillierten Form der Bluse.

Leinenbluse nähen Berit Stoff von Zuleeg

Selber nähen

Ich habe die Kante für die Knopfblende übrigens nach außen geklappt, um dann abgesteppt eine etwas plastischere Optik zu haben (und auch wenn es auf dem Bild so aussieht, als wäre der Obertritt kürzer als der Untertritt: Ist er nicht- da hat mein Stylist *g* nur nicht aufgepasst, nicht zurechtgezuppelt und auch nicht den untersten Knopf geschlossen) Die im Schnittmuster vorgesehe Brusttasche habe ich weg gelassen und die Quetschfalte unter der Rückenpasse zu einer Kellerfalte gemacht, weil der Stoff dann schöner fiel. Das ist ja das Tolle am Selberschneidern, man kann probieren und machen, wie man möchte.

Bluse Berit aus dem Buch "Nähen mit Leinen" von Tatjana Anninskaia
Genäht ohne Änderungen in Weite oder Länge in Gr.38.
Ich bin 178cm groß.

Stoff von Zuleeg. Made in Germany.  Halbleinen Revolverheld Art.Nr. 11758 
60% Leinen 40% Baumwolle, 175g/lfm
Der Stoff für dieses Nähprojekt wurde mir zur Verfügung gestellt.

Warten auf den Sommer

Ich würde mich freuen, wenn der aktuell sehr herbstliche Mai, sich gegen Ende doch noch milder zeigt und hoffe sehr auf einen schönen Blusensommer. Wie schaut es aus mit Eurer Sommergarderobe 2021? Auch schon was Feines aus Leinen gezaubert?





Freitag, 7. Mai 2021

HEJ. Skandi-Chic, eine Buchvorstellung

Der EMF Verlag hat mir das Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt.

Der Mai ist da und mit ihm die Hoffnung auf wärmere Temperaturen und die Lust auf luftigere Garderobe. Passend zu dieser frühlingsfrischen Laune kommt das Buch „Hej. Skandi-Chic Kleidung nähen“ von Anja Roloff (@aennisews) daher, das ich Euch heute vorstellen möchte. 

 
Gleich vorweg: Ich mag das Buch. Das liegt vor allem an der besonderen Art, wie die Autorin die Leserin an die Hand nimmt. Fast ein wenig so, als würde eine Freundin, die schon länger das Nähen als Hobby für sich entdeckt hat, zu einem sagen: "Hej, Nähen ist toll- mach doch einfach mal." Und sie zeigt, wie sie es macht...

Das Buch

Das Buch enthält 14 verschiedene Kleidungsstücke- von der Hose über Rock zu Kleid ist alles dabei. Jeder Schnitt mit einem schönen kleinen Detail, seien es nun praktische Taschen, ein Knoteneffekt oder auch mal eine Rüsche. Das Größenspektrum deckt die Größe 34-44 ab und bleibt dabei locker und leger, so dass man sich über Passformprobleme keine Sorgen machen braucht. Die schlichte Schnittführung bietet reichlich kreativen Raum, um sich über Stoffwahl, Muster, Farbe sein persönliches Lieblingsteil zu nähen. Leider wird im Buch nicht auf das Kombinations-Potenzial der einzelnen Kleidungsstücke eingegangen. Auf mich wirkt die Stoffwahl im Buch etwas zusammengewürfelt, da hätte ich mir mehr Harmonie gewünscht, um am Ende vielleicht dann noch mehr Kombi-Flatlay ala @aennisews zu zeigen. 

 

Durchblick 

Das Layout der Anleitungen ist „typisch EMF“ gestaltet. Ich bedaure es wiederholt, dass die Fotos so klein abgebildet sind und Text und Bild nicht direkt zugeordnet. Details sind oft nicht ideal zu erkennen. Dass das nicht den Fotos an sich geschuldet ist, sondern einfach dem Druck, kann man sehr leicht sehen, wenn man die gleichen Bilder online betrachtet. Auf dem Bernina Blog findet sich nämlich die Anleitung zu Bluse Nele(inkl. Schnitt als Freebie). Am Bildschirm betrachtet, hat man einen deutlich besseren Durchblick.

 

Die Anleitungen

Schönes Buch - aber manchmal bin ich dann tatsächlich die im Vorwort erwähnte Schneiderin, die „an der einen oder anderen Stelle die Hände über dem Kopf zusammenschlägt“. Vor allem, wenn ich aus langjähriger Erfahrung im Nähkurs weiß, dass bestimmt Verarbeitung zu Frust bei Anfängern führt. Belege z.B., die nicht im Vorfeld sorgsam mit Vlieseline bebügelt wurden, geraten furchtbar schnell aus der Form. Wer schon Näherfahrung hat, kann vielleicht gegenhalten- ein Anfänger ist aber schnell traurig, wenn Formen aus dem Ruder laufen und dann der Auschnitt wellt und unförmig wird. Seltsam finde ich einige Taschenbeutel- die der Nahttaschen an der Culotte Liv z.B. werden der Schwerkraft folgen und der Hose baumeln und sich gern mal lästig auf den Weg nach hinten machen. Eine etwas andere Form (bis zur Kante hochgezogen) oder ein kleiner Haltesteg könnte da aber simpel Abhilfe schaffen. 

 

Einfach mal machen

Anja zeigt uns ihren Weg zu nähen und der führt am Ende zu schönen, tragbaren Klamotten. Sie macht Mut und Lust, sich auf das Abenteuer Nähen einzulassen. Ganz nach dem Motto: Auch wenn am Anfang mal ein TfdT (Teil für die Tonne) dabei sein sollte- jede Naht lässt Erfahrung wachsen und die Schnitte im Buch sind eine schöne Spielwiese, sich auszuprobieren.




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Der folgende Link ist ein sogenannter Affiliate Link. Als Amazon Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Das bedeutet, kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.  Datenschutzerklärung.

 

Hej. Skandi-Chic – Kleidung nähen
Edition Michael Fischer / EMF Verlag


Mittwoch, 5. Mai 2021

Nähblockade zum #memademay

Es ist Mai. In Flensburg zwar eher nach dem Motto "Der kleine April möchte bitte aus dem Mai abgeholt werden", aber es werden mildere und schönere Tage kommen. Zeit also, den Kleiderschrank zu checken und die Garderobe zu sichten. Ich habe im letzten Monat ordentlich ausgemistet. Mich von Teilen getrennt, die ich zwar mochte, aber dann doch nicht getragen habe. Und auch endlich die vielen Jeans gehen lassen, die mich nach einer Stunde Tragen nervten, weil sie irgendwo zwickten und zwackten. 

Überfluss 

Und obwohl viele Klamotten weg sind, ist der Kleiderschrank noch mehr als üppig gefüllt. 

Hier sehr Ihr einen kleinen Bruchteil selbstgenähter Lieblingsteile. Und Ihr seht den Grund, warum ich schon länger eine ziemliche Nähblockade habe: Ich brauche nichts Neues. Die Vernunft hockt mir auf der Schulter und flüstert bei jeder neuen Inspiration, dass der Schrank doch voll genug sei. Ich streichel Stoffe, die seit Jahren im Vorrat liegen und finde keinen Anfang. Genauso gehts mit Schnitten, die eigentlich schon ewig mal probiert werden wollen: Da fehlt dann mal der richtige Stoff oder wenn man ihn hätte, ist es zu wenig. Oder es ist gefühlt schon zuviel, den Schnitt herauszukopieren. Und ZACK, ist der Funke Elan erloschen. Ich komme nicht an den Punkt, einfach mal anzufangen...

Lustverlust

Und gleichzeitig hänge ich im Zwiespalt und bin traurig, denn Tatsache ist: Ich liebe Nähen. Doch dafür müsste ich einfach mal wieder anfangen, diese Freude am Tun zuzulassen.


 

Projekt Jeans

Aber vielleicht wird es ja nun was, denn ich habe mit dem Aussortieren meiner Jeans einen echten Bedarf geschaffen. Ich brauche und möchte neue Jeanshosen. Dieses Kleidungsstück war bei mir bisher  immer ein Kaufteil, ich habe mir tatsächlich noch nie eine Jeans genäht. Ich habe mir Stoff gekauft (und sogar schon vorgewaschen) und den Schnitt Jeans #2 von Pattydoo. Könnte also direkt losgehen...

 ...ich muss nur noch meinen Elan wiederfinden.

Eine Zeit lang fand ich diese Zurückhaltung beim Nähen ja ganz wunderbar. Ein angenehmes Gefühl, sich nicht von Trends und Neuheiten unter Druck gesetzt zu fühlen. Rosinen zu picken und Projekte zu zelebrieren. Doch auch das wurde schnell weniger, dann gab es plötzlich eher Miniprojekte, wie ein simples Shirt. Fix von der Nadel gehüpft. Nett, aber nicht wirklich Futter für die Schneiderseele.
Nun werde ich bald 50 und ich habe mir fest vorgenommen, dass sich was ändern muss. Schneidern ist für mich ja nicht einfach ein Hobby, das man nach einer Hochphase aufgibt. Es ist mein gelernter Beruf (den ich zwar nicht im ursprünglichen Sinn ausübe, aber hey, neu erfinden will ich mich auch nicht)


Vielleicht kennt Ihr dieses Gefühl oder diese Phase ja auch? Habt Ihr einen Tipp oder verratet, wie Ihr damit umgegangen seit? Ich bin gespannt.



Beitrag verlinkt beim MeMadeMittwoch

Donnerstag, 22. April 2021

Nähen mit Leinen, eine Buchvorstellung

Der EMF Verlag hat mir das Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt.

Ich liebe Leinen. Ich mag die guten Trageeigenschaften, die Haptik und die Tatsache, dass Klamotten aus Leinen mit der Zeit immer mehr Persönlichkeit bekommen. Leinen lässt sich sehr gut nähen und mit den steigenden Temperaturen ist Stoff aus dieser Pflanzenfaser die perfekte Wahl für schöne Nähprojekte. 

Leinen knittert edel

Im Gegensatz zu Baumwollgeweben knittert Leinen auf eine sehr charmante Art und Weise. Während Baumwollstoff nach dem Tragen meist einfach knitterig aussieht, bilden sich bei Leinenstoffen schöne weiche Tragelinien, die für mich lässig, aber nicht ungepflegt wirken. Diese Tragepatina ist einfach unvergleichlich schön.

Der richtige Schnitt für Leinenstoffe

Damit der besondere Charakter von Leinen auch wirken kann, sollte natürlich auch der Schnitt so gewählt sein, dass die Optik nicht unpassend wirkt. Ideal sind Schnittmuster mit einer gewissen Lässigkeit. Mittlerweile gibt es einige Nähbücher auf dem Markt, die sich mit dem Thema "Nähen mit Leinen" befassen. Eines davon hat mir der EMF Verlag zur Rezension zugesand und ich möchte es Euch kurz vorstellen und mein Fazit dazu ziehen.


Titel und Aufmachung fand ich auf Anhieb sehr ansprechend- das Buch wirkt auf den ersten Blick schön frisch und modern, auch wenn ich langsam müde werde, dass alles den Zusatz "der Nachhaltigkeit" verpasst bekommt... Das Buch enthält 14 Nähprojekte, wobei da dann auch schon die Schnittvarianten mitgezählt sind. Top, Rüschentop und Kleid sind z.B. der gleiche Schnitt, der sich nur über die Länge unterscheidet. Trotzdem werden die Schnittbögen mit jeweils einem eigenen Schnitt pro Modell gefüllt, was die Orientierung auf den drei Bögen leider nicht übersichtlicher macht. Auch die Schnitte von "Oversize Kleid Hilda" und "Oversize Bluse Emilia" scheinen sich nur durch AuschnittVarianten bzw. die Ärmellänge zu unterscheiden. Die beiden Rockmodelle bestehen nur aus gerade Teilen- da braucht es eigentlich auch nur einen Schemaschnitt. Mit Augenmerk auf Nähanfänger macht natürlich ein Schnittmuster mit Passzeichen und Markierungen z.B. für die Falten schon Sinn. 

Tipp: Unbedingt dünnes Schnittmusterpapier zum Abpausen verwenden- so ist es leichter die feinen Linien zu sehen und nicht versehntlich ins falsche Modell abzurutschen. 

Die Anleitungen

Während die meisten Modelle ziemlich Basic sind, sticht der Blazer Wilma als aufwänigeres Projekt hervor. Vor allem, weil seine Innenverarbeitung besonders schön ist. Alle Kanten sind mit Schrägband eingefasst, was das ungefütterte Modell sehr aufwertet. Für die Verarbeitung gibt es einen allgemeinen Teil mit Tipps und Tricks und jedes Modell hat dann nochmal Fotos zu den Anleitungsabschnitten. Hier finde ich das Layout leider wieder mal nicht sehr gelungen. Text und Bilder sind getrennt voneinander- das mag ich einfach nicht. Ich hatte es schon bei diversen Büchern aus dem Verlag kritisiert- die Anordnung entspricht nicht dem normalen Lesefluss. Dazu kommt, dass die Details der Bilder wieder einmal kaum zu erkennen ist. Das liegt absolut nicht an der Autorin und Ihren Bildern, sondern ist einfach der Tatsache geschuldet ist, dass die Fotos viel zu klein abgebildet sind und wohl auch im Druck ziemlich Kontrast eingebüßt haben. Nähte und Details sind extra in Kontrastfarbe ausgeführt, aber im gedruckten Buch wirklich schwer auszumachen.


Ein paar kleine Fehler habe ich beim Schmöckern leider auch schon ausmachen können. Es sind nur Kleinigkeiten, aber aus Erfahrung weiß ich, dass es besonders Anfänger sehr verwirren kann, wenn z.B. in einer Anleitung steht "links auf links" - doch der notwenige Hinweis WARUM fehlt (in diesem Fall eben die Tatsache, dass das Top mit "französischen Nähten" verarbeitet wird und die detaillierte Beschreibung dazu, sich auf Seite 18 befindet) Auch Vertipper bei Bluse Berit: Da verlangt die Zuschnittliste die Passe 1x. Benötigt wird sie aber in doppelter Ausführung...

Ein Leinen-Nähbuch, aber nicht DAS Leinen-Nähbuch 

Gut finde ich , dass jedes Modell eine Schnittübersicht hat- eine technische Zeichnung des fertigen Kleidungsstückes fehlt aber leider, genau wie die Angabe, auf welchem der drei Schnittbögen sich die Teile denn befinden. Der einleitende Teil des Buches bietet keine großen Überraschungen- eine kleine Übersicht zum Thema Leinen und der obligatorische allgemeine Teil zu Equipment und ein wenig Schnittanpassung. Schön ist, dass einige Verarbeitungsdetails näher gezeigt werden- ein Rückverweis hierhin bei den Modellanleitungen wäre ideal gewesen.

Was ich wirklich schade finde

Das größte Manko an dem Buch jedoch finde ich die Modellfotos. Auch wenn die Schnittmuster nämlich die perfekte Lässigkeit für das Material mitbringen, wirken die meisten der genähten und abgelichteten Kleidungsstücke gar nicht leinentypisch. Auch wenn ich ja ein totaler Bügelfan bin- so knitterfrei ist Leinen für mich einfach nicht Leinen. Mir fehlt die Lebhaftigkeit- alles wirkt steif und gestärkt (was vielleicht daran liegen könnte, dass die Autorin dazu rät, Leinenklamotten mit Flüssigstärke zu waschen)

Mal sehen, ob und wann ich ein Modell aus dem Buch nähen werde. So ein schlichtes Leinenkleid für den Sommer kann man ja immer brauchen. Wenn ich mich entschieden habe, werde ich es natürlich hier vorstellen und natürlich wird es echten "Leinen-Charme" haben...

NACHTRAG Ende Mai 2021: Ich habe mittlerweile die Bluse Berit genäht. Ihr könnt sie hier bewundern: Bluse Berit aus Halbleinen Ich war sehr zufrieden mit der Qualität des Schnittmusters :)

Details zum Buch findet Ihr HIER direkt beim Verlag

Wie steht Ihr zum Material Leinen? Große Liebe und perfekter Sommerstoff? Erzählt doch mal- ich bin sehr neugierig, ob ich alleine bin mit meinem "Ich mag Leinenknitter"...