Donnerstag, 12. Dezember 2019

Neue Kombipartner im Kleiderschrank

Es wird wirklich Zeit, dass ich Euch mal wieder selbstgenähte Garderobe zeige. Ich bin ja nun schon eine ganze Weile nicht mehr so produktiv, was das Klamotten nähen angeht. Das liegt zum einen daran, dass im Schrank eigentlich genug hängt- zum anderen jedoch auch daran, dass Nähen aktuell nicht unbedingt meine Lieblingsbeschäftigung ist. Stricken, Kochen, Basteln und so vieles anderes beschäftigt die Hände und der Kopf ist voll mit Ideen und Projekten rund ums traute Heim.
Trotzdem gibt es einen üppigen Projektstapel im Nähzimmer und zwei Teile sind nun abgehakt und ich habe sie fix mal angezogen und Bilder für Euch gemacht.

Hose Quin


Meine neue superbequeme Stretchröhre ist auf dem Nähdeernswochenende entstanden. Den Schnitt hatte ich schon einmal genäht und hier gezeigt: KLICK . Ich trage diese Hose wirklich super gern. Sie hat einen Gummibund und praktische Taschen. Außerdem nur einen Fake-Reißer - was das Nähen schön unkompliziert macht. Die neue, tiefschwarze Variante, ist aus einem etwas griffigeren Stoff und gefällt mir nochmals besser.

Details Strtchhose Quin Schnittquelle

Basic-Shirt


Auch beim Shirt bin ich Wiederholungstäter. Mein Wohlfühlshirt wird wohl noch in etlichen Versionen einziehen. Diesmal gab es Ringel und auch hier macht die schöne Schulterpartie wieder den Reiz des schlichten Oberteiles aus. Mit der kurzen, kastigen Länge ist es eher als Shirt zu meinen Marlenehosen gedacht- doch ich finde hier Kombi mit dem Strickmantel passt es auch zur engen Hose. Vielleicht ein gutes Beispiel für Capsule Wardrobe und die Vielseitigkeit von schlichten Teilen.

Ringel-Shirt Details

Zur Hose: 
Stoff: Stretch von Zuleeg (gekauft beim Werksverkauf vor Ort in Helmbrechts)

Zum Shirt:
Schnittmuster: Modell 101 aus der "Lust auf Handarbeiten"  05/2016 in Gr. 38
Ringeljersey: Gekauft bei Jippel Flensburg

Shirtmantel:
Schnittmuster: ZsaZsa von Susalabim (Gr.38 ohne Rückenabnäher)
Baumwolljersey gekauft auf dem Stoffmarkt 

Ich bin übrigens 178cm groß... ;)

So, und nun werde ich mal sehen, welchen Punkt auf meiner vorweihnachtlichen To-Do-Liste ich als nächstes abhake. Die Liste ist zum Glück nicht erschreckend lang- wir haben beschlossen, kein Tamtam zu machen. Sogar das Weihnachtsbaum kaufen fällt dieses Jahr aus- ich habe mir tatsächlich den Metallbaum von IB Laursen gekauft, den ich auf der letzten Formland-Messe in DK so toll fand und werde ihn dezent begrünen und dekorieren. Mal sehen, wie mir Weihnachten ohne echten Baum so gefällt...

Also, genießt die Adventstage und denkt immer dran: 
Es ist Weihnachten- kein Wettbewerb!




Dienstag, 10. Dezember 2019

Nähkalender 2020 - Druckvorlage für Euch

Das Jahr neigt sich dem Ende und es wird wieder Zeit für kleine Blogtraditionen bei Schneiderherz...
Den Beginn macht heute mein "Näh-Dich-Glücklich-Kalender". Ich habe dabei auf Bewährtes zurückgegriffen und Euch die schlichte Druckvorlage einfach für das Jahr 2020 angepasst. Jede Seite bietet eine Monatsübersicht mit Platz für Einträge und am Rand gibt es eine Notizspalte, in der Ihr Eure spontanen Nähideen sammeln könnt.

Nähkalender


Kalender Nähen 2020

Wie immer ist der Kalender schneiderherztypisch unbunt, aber mit farbigen Stiften, Maskingtape & Co könnt Ihr jeder Seite eine ganz persönlich Note verleihen. Kleiner Tipp: Je mehr ihr kreativ im Kalender werkeln wollt, desto stabileres Papier solltet Ihr für die Monatsblätter verwenden. 120g/qm oder mehr bieten sich da an. 

Spiralbinder


Ich habe die Kalender zum Verschenken wieder mit meinem Spiralbinder-Gerät gebunden. Ich mag die Optik, das ganze ist stabil und das Blättern der Seiten geht super. Ich habe den Vorgänger dieses einfachen Binders: Draht Bindemaschine*.  Er funktioniert prima und für Gelegenheitsbenutzung ist das Preis/Leistungsverhältnis super.

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Kalenderblätter Nähkalender
Bildunterschrift hinzufügen


Also, nix wie ran an den Drucker! Der Nähnerd-Kalender ist nämlich auch eine ganz tolle Geschenkidee für liebe Nähfreundinnen.

Die Datei findet Ihr hier via Dropbox zum freien Download:

Schneiderherz "NähKalender 2020"


Ich wünsche Euch viel Spaß mit meinem Freebie und freue mich natürlich, wenn Ihr meine Idee fleißig pinnt und teilt.



Pin Freebie Nähkalender




Montag, 25. November 2019

Kuscheliger Strickloop für Anfänger

Es hat ja ein halbe Ewigkeit gedauert- aber nun ist es endlich soweit. Mein Erstlings-Strickwerk ist fertig. Ja, Ihr lest richtig: Frau Schneiderherz hat ihr erstes Teil fertig gestrickt. Vielleicht erinnert Ihr Euch ja, dass ich HIER ein Strickbuch vorgestellt und mir voller Elan schöne Wolle und meine ersten Stricknadeln gekauft habe.

Mein erstes Projekt sollte ein kuscheliger Loop werden. Als Vorbild diente diese Anleitung von Lisibloggt und für das Format ein fertiger Loop von meinem Mann. Ich habe die Maschenzahl und am Ende auch die Länge meinen Vorstellungen und meiner Wolle angepasst. Das Muster ist ein simples "ZwoRechts-ZwoLinks" und an den Kanten gab es einen hübschen Kettenrand.
Wirklich einfach und ein schnelles Erfolgserlebnis für mich als absoluter Stricknewbie. Der Loop schluckte einiges an Wolle, so dass zwischendurch immer mal Materialbeschaffung angesagt war.

Mein Loop auf Instagram


Collage Instagram Loop für Anfänger


Es war Anfang Juni, als das fünfte Knäuel der Wolle fast aufgebraucht und die letzten Maschen fertig waren. Also kettete ich laut Anleitung mein Werk "locker ab". Doch diese Art abzuketten war leider keine gute Wahl. Die Kante wurde ziemlich lang und passte so natürlich nicht mehr gut an meinen Anschlag. Blöd, wenn man die Enden hübsch zu einem Loop verbinden möchte. Ich war etwas gefrustet und wusste, dass ich da nochmal ribbeln müsste. Doch weil ich ziemlich unsicher war, wie ich das am besten angehe und auch in Sorge war, dass ich mir dabei mein Kuschelteil verhunzen könnte, wanderte meine Strickschlange erstmal in den Wollkorb. Eile war ja eh nicht geboten, denn der Sommer nahte. Kein Wetter für einen warmen Riesenloop. Und außerdem lag schon ein frisches StrickProjekt in Wartestellung (dazu demnächst mehr)

Winterwetter


Jetzt im November - natürlich erst nach Fachberatung durch den strickenden Freundeskreis- habe ich mir ein Herz gefasst und ganz mutig meinen Anfang wieder aufgeribbelt. Dank Lupenlampe und viel Ruhe habe ich es tatsächlich ohne großes Drama geschafft, die Maschen wieder auf die Nadeln zu bekommen. Keine Masche ist zur Laufmasche geworden- einzig die flauschige Wolle zeigte sich als etwas zickig, weil sie sich beim Aufziehen jedesmal etwas verfilzte. Dann habe ich die Maschen einfach abgekettet und den Schal zum Loop zusammengenäht. Nun kann der Winter also kommen - am liebsten natürlich mit Puderzuckerschnee und etwas Sonneschein. 


Fertiger Loop, Stricken für Anfänger

Anfängerstolz - da darf man grinsen wie ein Honigkuchenpferd

 

Ich bin wirklich sehr glücklich mit meinem Anfänger-Loop. Er ist kuschelig weich und üppig und ich liebe sowohl Farbe, als auch das Rippenmuster. Außerdem bin ich mächtig stolz auf mich. Man ist wirklich nie zu alt, nochmal was Neues auszuprobieren...

Verstrickte Wolle: Cotton-Merino von Concept by Katia* (gibt es übrigens nicht nur in unbunt)
Größe des Loops: ca. 140cm lang und knapp 30cm breit
Ich habe 78 Maschen angeschlagen und mit diesen Nadeln Stärke 4,5* gestrickt

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen. Ich habe meine Wolle und Nadeln hier in Flensburg bei der "Wollsucht" gekauft. Da geht es mir bei Wolle nicht anders als bei Stoff. Ich muss einfach fühlen und Farben in natura sehen. Außerdem kommt in so einem Fachgeschäft die Beratung nicht zu kurz- was ja gerade für mich als Anfänger wichtig ist.

Und, wann habt Ihr das letzte Mal etwas Neues ausprobiert? Eine neue Handarbeit oder vielleicht ein ganz anderes Hobby? Wart ihr auch so begeistert- oder bliebt es nur bei der Erfahrung und es hat sich gezeigt, dass es keine neue Liebe wird? 
Ich bin gespannt.





Freitag, 15. November 2019

Das Schneiderherz Bügel-Ei


Herzlichen Dank für die rege Nachfrage!

Alle Bügel-Eier sind verkauft- aber neue Eier schon in Arbeit.
Wer keines erwischt hat, muss also nicht traurig sein- die neue Chance kommt recht bald.

Bügeleier von Schneiderherz im Shop





Ich bitte um Verständnis, dass ich keine Bügeleier reserviere und auch keine Bügeleier auf Bestellung anfertige. 

Dienstag, 12. November 2019

Nadelparkplatz 'New Edition'

Vor knapp einem Jahr habe ich hier auf dem Blog mein Nadelkissen für Nähmaschinennadeln vorgestellt. Ich bin ganz begeistert, wie viele sich seither mit Hilfe meiner Plottervorlage so einen praktischen Steckplatz genäht haben. Unter dem Hashtag #nadelparkplatz kann man bei Instagram jede Menge toller Umsetzungen bewundern.

Zeit für eine Optimierung


Da sich bei mir im Nähalltag aber nun herausgestellt hat, dass eine ganz wichtige Maschinennadel keinen Platz auf dem Kissen hat, wurde es Zeit für eine kleine Überarbeitung der Plottervorlage. Ich habe nämlch die Vorzüge der Topstitchnadel* kennengelernt. Im Beitrag "Besser spät als nie- endlich eine Hip-Bag" könnt Ihr sehen, wie schön Absteppnähte damit gelingen.
Also habe ich die Spalte der Ledernadel ausgetauscht- die nutzt man nämlich eher selten und wenn, dann ist sie mit ihrer Klingenpitze wirklich gut von den anderen Nadeln zu unterscheiden. Und weil ich es beim Entgittern fast nie geschaft habe, die i Punkte zu erhalten, habe ich auch gleich die Schrift der Plottdatei optimiert.

Nadelparkplatz New Edition

 

Jede Nadelsorte findet einen Steckplatz - eindeutig beschriftet- nach Art und Stärke. Die normale Stecknadel markiert übrigens, welche Nadel sich gerade in der Maschine befindet. So muss man nicht mehr grübeln, ob die Nähmaschine gerade mit einer Universalnadel bestückt ist - oder doch noch mit der Jerseynadel.



Für alle Plotterbesitzer habe ich die Datei in .studio3 Format als Gratis-Download. Ich bitte Euch, die Datei nicht ohne meine Zustimmung weiter zu geben- Ihr könnt ja enfach auf den Blogbeitrag hier verweisen, wenn Euch jemand danach fragt ;)
Es lohnt sich bei diesem Projekt übrigens, gleich in Serie zu gehen, denn das Ganze ist auch eine feine Geschenkidee für nähbegeisterte Freundinnen.

Download bei Dropbox HIER


Ich arbeite ja schon eine ganze Weile mit dem kleinen Plotter Portrait von Silhouette- für mich von Größe und Leistungsumfang völlig ausreichend. Mittlerweile gibt es eine aktuellere Variante mit ein paar praktischen Funktionen mehr- den Schneidplotter Portrait 2* 

Transferpresse


Vor einigen Monaten ist dann übrigens auch noch eine Transferpresse bei mir eingezogen. Ich habe mich für die HappyPress 2.1 * entschieden und ich frage mich wirklich, warum ich das nicht schon viel früher getan habe. Das Aufbringen von Plottmotiven geht so schnell und vor allem auch mit hervorragender Haltbarkeit. Außerdem hilft mir die Presse beim Fixieren von Einlage auf Kleinteilen.

Ein Plotter und die praktische Presse sind wirklich eine feine Sache bei der Umsetzung kreativer Ideen. Wenn Ihr noch keinen Schneidplotter habt oder Ihr Euch vielleicht noch mit dem Bügeleisen beim Aufbringen der Motive quält- vielleicht wären das ja tolle Weihnachtswünsche...

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.




Viel Freude mit meinem PlotterFreebie. Es freut mich, wenn Ihr diesen Beitrag bei Pinterest pinnt. Wenn Ihr Eure fertigen Nadelkissen bei Insta zeigt, dann nutzt doch gern den #nadelparkplatz- da finde ich sie dann schnell und kann sie bewundern.

Herzlich




Dienstag, 8. Oktober 2019

Plotterfreebie für einen vielseitigen Geschenkrahmen

Schenken ist nicht immer leicht. Im Idealfall hat der zu Beschenkende einen Herzenswunsch und man wird einfach zum Wunscherfüller. Dann ist man fein raus, besorgt oder bastelt ein Geschenk und kann sich entspannt zurücklehnen.

Wunschlos glücklich?


Leider überwiegt in der heutigen Zeit aber gerne der ratlose Blick und die Antwort, man habe ja schon alles und man wisse gar nicht recht, was man sich wünschen solle. So landet man am Ende dann bei Bargeld (um auf einen großen Wunsch zu sparen) oder bei einem Gutschein (um sich bei Bedarf dann mal was Nettes zu kaufen)

Gutschein oder Geldgeschenk


Ich finde beides wenig spannend, wenn man es "pur" überreicht und so versuche ich immer, das Ganze mit ein wenig kreativer und origineller Verpackung aufzuwerten.
Mein letztes Werk war nun ein dekorierter 3-D Bilderrahmen vom Möbelschweden. Ich hatte die Idee dazu im Netz gesehen und fand sie wirklich witzig und vor allem unendlich vielseitig.

Ribba Rahmen DIY Idee Plotter

Im Notfall Scheibe einschlagen!


Ich habe eine Grafik gemacht und dann je eine Plotterdatei für die schwarze und für die rote Klebefolie erstellt. Nach dem Ausplotten wurde einfach die Scheibe eines tiefen 23x23 cm Ribba-Rahmens von Ikea damit beklebt.
Fertig ist der Geschenkrahmen, der ganz nach Belieben gefüllt werden kann. Zunächst dekoriert man die Rückwand mit dem passenden Thema. Damit es für diesen Beitrag auch zu meinem Schneiderherz passt, habe ich einen Schnittbogen kopiert und ausgeschnitten und anschließend mit ein wenig Nähkram aufgefüllt. Fertig ist die originelle Verpackung für einen Stoffladengutschein oder schnödes Bargeld.

Befüllen Ribba Rahmen DIY Geschenk

Natürlich sind beim Dekorieren und Füllen keine Grenzen gesetzt. Wer mir bei Instagram folgt, hat vielleicht in der Story die Füllung für Golfer gesehen. Dafür hatte ich als Rückwand Rasen auf Fotopapier gedruckt und dann den Rahmen mit Tees befüllt...
Für Weltenbummler bietet sich eine gedruckte Landkarte an und als Füllung vielleicht ein Kofferanhänger, Fremdwährung und anderer Reisekleinkram – für Prüflinge hilft vielleicht eine Formelsammlung und jede Menge Süßkram als Nervennahrung...

Die Möglichkeiten sind schier endlos

 

Vielleicht habt ihr ja nun auch Lust, so einen Notfall-Rahmen zu basteln. Deshalb gibt es die Plotterdatei als Geschenk für alle Kreativlinge unter Euch, die einen Plotter haben.
In dem Dateiordner findet Ihr zwei .studio3 Dateien für den Silhouette Plotter und dann noch ein svg., wenn Ihr Euch ein anderes Format machen wollt.
Wie immer gilt: Verwendung der Vorlagen nur für private Zwecke. Bitte die Dateien nicht direkt weitergeben, sondern auf meinen Blogbeitrag hier verweisen. Dankeschön :)

FREEBIE Datei download


Ich freue mich über Euer Feedback und auf Euren #notfallribba

Verwandle einen Ribba Rahmen in eine coole Geschenkbox mit diesem Plotter Freebie "Notfall"

Ich arbeite ja schon einige Jahre mit dem kleinen Plotter Portrait von Silhouette- für mich von Größe und Leistungsumfang völlig ausreichend. Mittlerweile gibt es eine aktuellere Variante mit ein paar praktischen Funktionen mehr- den Silhouette Portrait 2* 
Ein Plotter ist wirklich eine feine Sache für jede Menge kreativer Ideen. Wenn Ihr noch keinen habt und Euch jemand fragen sollte, was ihr Euch denn wünscht, wäre DAS vielleicht eine schöne Idee... ;)

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.


 



Dieser Beitrag ist verlinkt bei den DIY Linkpartys Creadienstag und Handmade on Tuesday

Dienstag, 1. Oktober 2019

Capsule Wardrobe. Das Nähbuch

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

„Eine Capsule Wardrobe ist eine Garderobe, bestehend aus wenigen Kleidungsstücken, die harmonisch zueinander passen und (fast) alle untereinander kombinierbar sind.“

Das was Henrike Domin alias Hilli Hiltrud in diesem einen Satz beschreibt, bringt sie dem Leser in Ihrem Buch „Capsule Wardrobe. Das Nähbuch“ Schritt für Schritt näher. Dabei nutzt sie die Idee einer geplanten Garderobe, um ein Nähbuch zu schaffen, mit dessen Hilfe besonders Nähanfänger nicht mehr am schieren Überangebot des Schnittmustermarktes verzweifeln müssen.

Planlos nähen schafft Frust.


Jeder kennt bestimmt die genähten Schrankleichen, die nie getragen werden, weil sie auf Grund von Farbe/Muster oder Schnitt einfach nicht mit dem Rest des Schrankes harmonieren. Ist der Schrank voll mit Einzelstücken, ist der Frust bei der täglichen Outfitwahl vorprogrammiert
Mit Hilfe des Buches kann man nun Lieblingsfarben ergründen und sich ein kleines Konzept erstellen. Dabei bleibt die Planung angenehm überschaubar und macht keine komplizierte Wissenschaft daraus. Kleiung nähen soll Spaß machen und gerade Anfänger sollten mit einer gewissen Leichtigkeit starten dürfen. Und dafür bieten sich dann auch die 9 Kleidungsstücke und eine raffinierte Tasche des Buches an. Sie warten darauf genäht und danach nach Lust und Laune kombiniert zu werden.


Blick ins Buch

Basisgarderobe

 

Die Schnitte decken einen erfreulich breiten Größenbereich von 32 bis 50 ab. Sie sind allesamt schlicht gehalten und bieten damit Raum für die persönliche Note. Die Modelle zeigen sich vor allem durch die Stoffwahl und diverse Längen und Tragevarianten wandelbar.
Jedes Näh-Projekt hat eine Übersichtsseite mit Modellfoto und technischer Zeichnung. Es wird beschrieben, was man braucht und welche Varianten möglich sind. Leider fehlt eine Schnittübersicht- das hätte es gerade Anfängern leichter gemacht, sich mit den Schnittteilen zurechtzufinden. Die Schnittmusterbögen sind aber übersichtlich und klar und praktischerweise sind die Nahtzugaben schon enthalten.
Es folgt immer eine bebilderte Anleitung mit kurzen Textbeschreibungen. Hier ist es dem Medium Buch geschuldet, dass die Fotos leider recht klein sind. Trotzdem sollte die Umsetzung kein Problem sein- denn es werden keine komplizierten Nähtechniken abverlangt.

Details des Buches

Mein Fazit:


Ein wirklich schönes (Anfänger)Buch. Henrike Domin verdeutlich mit den Mustermodellen ein gut umgesetztes Konzept, denn die genähten Beispiele entsprechen dem vorher gezeigten beispielhaften Farbschema. Das hilft Einstiegern in die Thematik 'Capsule Wardrobe', weil so die Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten gezeigt wird.
Dazu kommt, dass die Tragefotos wirklich schön geworden sind und schon beim Blättern Lust machen, sich auch so eine Komplett-Garderobe zu nähen.


Capsule Wardrobe – Das Nähbuch*
Aus 10 Nähprojekten über 365 Outfits kombinieren: einfach und nachhaltig
Größe 32 bis 50 – Mit 3 Schnittmusterbogen
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1. (13. August 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960934246

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Schaut unbedingt auch mal auf die Homepage und den Blog von Henrike. Dort gibt es jede Menge tolle Schnittideen, Tipps und Tricks der sympatischen jungen Designerin.
➡ Hilli Hiltrud


Montag, 19. August 2019

Über den Tellerrand- Formland Herbst 2019

Werbung

Es war mal wieder Zeit, mein Nähzimmer zu verlassen und ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Als Flensburgerin kann ich den nordischen Stil unserer skandinavischen Nachbarn beinahe täglich genießen- der Weg zum Bummeln ins Nachbarland ist nur ein Katzensprung und auch Flensburg selbst, bietet diverse dänische Geschäfte für Interior und Lebensart. Trotzdem ist es für mich jedesmal ein Fest, wenn ich zur Formland-Messe nach Herning fahren darf. Die dänische Messe öffnet seit 35 Jahren ihre Tore für Fachbesucher aus den Bereichen Design, Interior und Delikatessen und ich selbst war diesmal zum 11. Mal dabei.
Im Rahmen der von Amalie loves Denmark organisierten Bloggertour durfte ich für ein paar Stunden in den neusten Trends für die kommende Saison schwelgen. Aber natürlich fahre ich nicht mit, um diese Eindrücke für mich selbst zu behalten, sondern ich möchte sie mit Euch teilen, denn ich weiß, dass ganz viele von meinen Lesern den nordischen Stil genauso lieben wie ich.

Inspiration


Bei allen neuen Trends, die auf so einer Messe immer gezeigt werden, bleibt für mich ein großes Thema stets im Fokus: Zeitlosigkeit von Design. Das versuche ich in meinem Kleiderschrank und meinen Nähwerken umzusetzten - und das ist der Punkt, zu dem es mich bei jedem Messebesuch magisch hinzieht. Ob nun Georg Jensen, Holmegaard, Stelton oder Eva Solo und viele andere – sie bieten Dinge, die in ihrer Form und Funktion mein Herz erobern.


Zeitloses dänisches Design

Ein ganz wichtiges Thema auf der Messe war – wie sollte es in der heutigen Zeit auch anders sein–die Nachhaltigkeit. Sehr viele Marken schreiben sich diesen Trend auf die Fahnen und setzen ihn auf die eine oder andere Art um. Mal ist es recyceltes Plastik- mal der komplette Verzicht auf selbiges. Mal wird der Energieverbrauch bei der Herstellung so gering wie möglich gehalten- mal zählt vor allem die faire Wertschöpfungskette in den Produktionsländern. Eine wirklich gute Sache, wobei ich persönlich finde, dass all das uns Verbraucher nicht davon freikauft, unser eigenes Konsumverhalten regelmäßig selbstkritsch zu reflektieren.

Weniger ist mehr


Womit wir dann wieder bei der Zeitlosigkeit wären: Genau wie in der Modewelt, sollte auch im Bereich Interior der Weg weg von kurzlebigen Trends und hin zu mehr Lieblingsstücken gehen, die dann unser Leben nicht nur eine Saison begleiten.

Holz im dänischen Design
Gesehen u.A. bei Engel&Lovgreen, HjemHavn, Kay Bojesen

Wertige Dinge aus schönen Materialien bereichern und können einem im Alltag das eine oder andere Lächeln ins Gesicht zaubern.

Donnerstag, 15. August 2019

Besser spät als nie- endlich eine Hip-Bag


Gefühlt schmückt sich gerade die gesamte Nähbloggershpäre mit diversen Revival-Varianten eines Relikts der späten 80er:

Die Bauchtasche ist wieder da


Zum Glück mit zeitgemäßem Touch und durch verschiedenste Formen und Trageweisen nicht mehr unbedingt das figurtechnisch unvorteilhafte Beutelteil- sondern durchaus ein schicker und praktischer Händefreihalter. Dazu kommt, dass so ein kleines Modeaccesoire uns Selber-Schneidern jede Menge an Kreativpotenzial bietet. Bei geringem Stoffverbrauch kann die Restekiste geplündert werden und wer mag, zaubert sich mit Borten, Bändern, schicken Reißern und Metallkarabinern seine ganz individuelle Hip-Bag.
Etwas verspätet bin nun auch ich dem Trend erlegen- denn wenn ich diesen Samtag wieder mit auf Bloggertour zur dänischen Designmesse Formland bin, kommt "Hände frei" gerade recht.

Jede Menge Freebies


Eine kurze Google-Suche zeigte, dass man wirklich für fast jeden Geschmack ein nettes Taschen-Schnittmuster findet. Und sogar jede Menge Modelle gratis.
Ich entschied mich recht schnell für die "Fransi" von Delari, denn mir gefielen die kleinen Seitenblenden am Übergang zum Gurtband und die Tatsache, dass die Tasche sich wirklich schlank macht. Auf die namensgebenden Fransen konnte ich aber gut verzichten... ;)

Tragevarianten Fransi Hüfttasche

Den gratis Schnitt und die Anleitung findet Ihr HIER
Wer nachnähen möchte, sollte unbedingt das Video schauen- nur die Bilder auf der Seite fand ich erstmal verwirrend, das bewegte Bild schafft aber wunderbar Klarheit. Laut Intro ist die Fransi übrigens in einer Stunde genäht... Das setzt allerdings voraus, dass man pingelmäßig Mut zur Lücke hat. Im kurzweiligen Plauderton zeigt Nine, wie sie die Tasche näht- ganz nach ihrem Motto "Perfekt ist langweilig".

#slowsewing


Ich habe für meine Tasche einiges länger als eine Stunde gebraucht- habe aber auch Einlage benutzt und noch zusätzlich eine Innentasche für mein Handy eingearbeitet. Und ich habe mir beim Nähen einfach mehr Zeit genommen, denn ich mag es gern exakt und ordentlich.
Für den Oberstoff habe ich eine alte Jeans zerschnitten und für das Futter in die Restekiste gegriffen. Man braucht ja wirklich erfreulich wenig Stoff für so eine Tasche.

Material Upcycling Hip-Bag, Schnittteile

Als Einlage habe ich Decovil I Light auf den Jeans und H200 auf die dünne Baumwolle gebügelt. Die Innentasche ist in das Futter-Rückenteil gearbeitet- dabei habe ich mein Handy als Maß genommen.
Beim Nähen zeigte sich das leicht brettige Decovil leider als etwas hinderlich- zumindest konnte ich  dadurch an einigen Stellen den Stoff nicht so gut zur Seite legen, um die Arbeitsschritte zu erleichtern. Aber mit Geduld und etwas Fluchen, hat es am Ende gut geklappt.
Entgegen der Anleitung habe ich die Wendeöffnung übrigens unten am Futterbeutel gemacht. So kann man dann am Schluss die oberen Nahtzugaben unsichtbar von innen verbinden, um das Verrutschen des Futters zu verhindern.

Für das Ziersteppen am Reißverschluss habe ich zum ersten Mal sogenannte Top-Stitch-Nadeln* verwendet. Damit war das schöne Stichbild mit dem etwas stärkerem Steppgarn* kein Hexenwerk mehr.

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.


Blick auf die Innentasche mit Reißverschluss

Meine Tasche ist übrigens ohne Verschluss-Karabiner- ich hatte leider keinen passenden zur Hand. Aber Dank kurzem Kreativinput von Kreamino habe ich nur mit zwei Schiebern gearbeitet und kann jetzt meine Tasche einfach überstreifen und dann am Gurt auf die richtige Länge einstellen.

Ich bin sehr glücklich mit meiner schlichten, formschönen Tasche und freue mich sehr, sie am Samstag in Dänemark auszuführen und zu testen, wie sie sich in der Praxis verhält.

Habt Ihr Euch auch schon eine Hüfttasche genäht? Vielleicht verratet Ihr ja auch, nach welchem Schnittmuster und erzählt, was Euch wichtig an so einem Beutel ist.
Bei mir zum Beispiel, war das die handliche Größe und eine Form, die sich schön anschmiegt...







Mittwoch, 7. August 2019

Capsule Wardrobe- Wunsch und Wirklichkeit

Mein Kleiderschrank hängt voll.
Ich habe jede Menge Hosen, Oberteile, Shirts, Jacken und ich kann sagen, dass ich all die
Kleidungsstücke tatsächlich mag. Ich bin schon lange meinen Farben treu und mein unbuntes Herz hüpft, wenn der Blick in den Schrank fällt. Und da ich das meiste des Inhaltes selber genäht habe, hängt mein Schneiderherz natürlich nochmal doppelt dran.

Gefüllter Kleiderschrank

Und trotzdem bin ich nicht ganz glücklich mit meiner Garderobe.
Vieles im Schrank wird nie getragen. Jedes mal, wenn ich etwas zum Anziehen aus dem Schrank hole, schauen mich die verschmähten Teile vorwurfsvoll an. Es scheint, als ob es vom Kleiderbügel meckert: Und was ist mit mir?
Ich greife zu einem relativ geringen Teil- immer wieder. Die sichere Bank, die Wohlfühlsachen, die ohne nachdenken zu müssen, kombiniert werden. Blöd nur, wenn der Kombipartner in der Wäsche ist. Oder wenn das Wetter nicht ideal ist, um eine weite Marlenehose zu tragen, weil es eben regnet und die Hosenbeine elend nass werden würden. Oder man die schmale Hose zyklusbedingt einfach nicht erträgt... Da endet es dann gern auch mal mit der schlabbrigen Jeans und nem leicht räudigen Shirt- nicht schön, aber praktisch.
Es müssen endlich Sachen weg, die zum Ballast werden. Zu viele Kleidungsstücke, die nicht getragen werden, nehmen mir den Elan, wirkliche Lieblingsteile zu nähen. Ich muss ehrlich zu mir sein:

Was trage ich richtig gerne und häufig und warum?


Ich möchte meinen Kleiderschrank gründlich ausmisten (und dabei natürlich meine Kleiderschrankdiät zur Hilfe nehmen) Ich werde meine ideale Garderobe überdenken und diesmal intensiver einfließen lassen, was ich wirklich brauche. Was nutzt mir das zehnte schicke Outfit für den Kinoabend, wenn der Alltag viel öfter was Hübsches und Praktisches für die Hunderunde braucht?

Mir schwirrt im Kopf herum, vielleicht bei Null zu starten. Also eine wirklich komplette Capsule Wardrobe durchzuplanen, ganz ohne zu versuchen, die vorhandenen Teile einzubauen.
Ist das vielleicht ein zu ehrgeiziger Plan? Oder würde gerade das die Sache tatsächlich erleichtern?
Als Aufhänger und Planungshilfe werde ich mir mein Fashion-Sudoku nochmal genauer ansehen- und die unzähligen BasicGarderobe Grafiken, die ich mit der Zeit auf Pinterest gepinnt habe.

Leinen Outfit selbstgenäht

Für den MeMadeMittwoch bin ich heute übrigens in eine sommerliche Gernetrag-Kombi geschlüpft.
Beide Teile schon vor einer ganzen Weile genäht, Top fertig gekauft und gerade bei sommerlicheren Temperaturen optimal. Die Fotos zeigen das typische Edelknitter und auch die Tatsache, dass Leinenhosen an den Knien und auch generell, gern beulig werden...

Wunsch und Wirklichkeit.

 

Mal sehen, wo mich die Idee hinführt und was dann am Ende dabei rumkommt. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich versuche meine Klamotten zu beschränken auf das, was ich wirklich gerne trage und was ich wirklich brauche.

Wie ist es denn bei Euch? Hadert ihr auch manchmal mit Euren Nähwerken? Nicht, weil ihr sie nicht mögt, sondern einfach, weil sie am Bedarf und echten Leben vorbei genäht sind?!








Mittwoch, 19. Juni 2019

Die richtige Nähmaschine für Anfänger

Immer wieder taucht im Netz die eine Frage auf: Welche Nähmaschine soll ich mir nur kaufen?
Ich sage dann gern: Das musst Du für Dich selber rausfinden! Erstmal ist das natürlich keine wirklich befriedigende Antwort, aber welche Maschine wirklich die richtige für Dich ist, hängt nun mal von vielen persönlichen Faktoren und ganz am Ende auch von Deinem Bauchgefühl ab.

Bist Du ein absoluter Anfänger, der erst einmal in das Nähen schnuppern möchte?
Dann solltest Du einfach im Bekanntenkreis fragen, ob irgendwo eine ungenutzte Nähmaschine herumsteht. Dabei ist es egal, ob es ein altes mechanisches Schätzchen ist oder eine etwas modernere Variante. Wichtig nur: Sie sollte möglichst makelfrei laufen und es sollte eine Bedienungsanleitung vorhanden sein.

Die Maschine sollte Gradstich und Zickzack nähen können.


Mehr ist erst mal gar nicht nötig.
Lies zunächst gründlich die Anleitung, damit Du die Maschine auch richtig einfädelst.
Mit einer frischen Nähmaschinennadel bestückt kannst Du dann auf der Leihmaschine deine ersten kleinen Probenähte starten. Näh dich erstmal an einfachen Baumwollstoffresten ein und suche Dir dann ein simples Nähprojekt wie ein Kissen oder einen Einkaufsbeutel.
Sehr sinnvoll finde ich, einen Nähkurs für Anfänger zu besuchen- denn auch wenn YouTube und Co wirklich großartige Tutorials bieten- es ist als Anfänger einfach Gold wert, wenn man zwischendurch eine helfende Hand zur Seite hat. Außerdem ist der Austausch mit Gleichgesinnten in einer kleinen Nähgruppe inspirierend und man lernt immer ein wenig „bei den anderen mit“.
Mit jedem Projekt, das Du nun nähst, lernst Du „Deine“ Maschine kennen. Du solltest probieren und nähen, was das Zeug hält. Dabei kannst Du gleichzeitig herausfinden, ob Nähen wirklich etwas ist, in das Du auch längerfristig Zeit und Geld investieren möchtest.

Anfängernähmaschine- ein altes mechanische Modell
Die alte Nähmaschine meiner Mama- damit habe ich mich vor vielen Jahren mit dem Nähvirus infiziert. Mechanisch, solide, robust und nur mit den wichtigsten Funktionen ausgestattet.

Nähvirus


Hat Dich der Nähvirus so richtig gepackt, dann machst Du Dir am besten mal eine kleine Liste - einmal mit den Dingen, die Du an der (Leih)Maschine magst und dann notierst Du noch die Dinge, die dich nerven oder Dir gefühlt fehlen. Ich schreibe hier extra „gefühlt“, denn manchmal ist es so, dass man denkt: Das brauche ich unbedingt. Und wenn man dann endlich die 1000 Zierstiche hat, nutzt man sie gar nicht.
Auch vom Gedanken, dass man mit einer neuen „tolleren“ Maschine gleich viel tollere Sachen näht, sollte man sich an dieser Stelle einfach verabschieden. Denn wenn die Maschine ein gutes Nahtbild hat, der Transport und die Durchstichskraft solide sind, aber das Nähen trotzdem nicht gut von der Hand geht, dann ist es meist fehlende Übung oder auch falsche Handhabung. Gern sitzt der Fehler nämlich VOR der Maschine. Das ist bei der Nähmaschine nicht so viel anders, als beim Computer.

Vielleicht kommst Du nach der Zeit mit der Leihmaschine zu dem Schluss, dass sie genau das richtige für dich ist. Super! Vielleicht kannst Du sie ja dauerhaft adoptieren. Wenn das nicht möglich ist, schau einfach mal im Kleinanzeigenmarkt nach einem ähnlichen Modell.
Ansonsten rate ich jetzt zu einem Besuch in einem Nähmaschinenladen. Ich weiß, das ist in Zeiten von Onlineshops leicht gesagt- aber nichts ersetzt das direkte Probieren und vergleichen. Ideal sind natürlich Läden, die nicht nur eine Marke Maschinen anbieten oder der Besuch einer Messe, auf der diverse Hersteller präsentiert werden.

Vorbereitet und mit viel Zeit


Ein wichtiger Tipp: Nie unvorbereitet Maschinen gucken gehen. Schon im Vorfeld sollte die Liste mit den Wünschen noch mal durchgegangen werden und man sollte sich auch Gedanken über das vorhandene Budget machen. Außerdem sollte man sich mit ein paar Stoffstücken wappnen. Natürlich gibt es auch Probestückchen Stoff im Laden für die Vorführung und zum Testen, aber das sind meist unproblematische Baumwollwebwaren. Wenn Du später diverse Materialien nähen möchtest, dann solltest Du auch testen, wie sich diese unter der Wunschmaschine verhalten.
Und probiere unbedingt selber aus. Die Anwendung sieht von geübten Fingern der Verkäufer(in) immer toll aus- aber Du musst ja mit der Maschine klar kommen. Lasse Dir Zeit und lasse Dich nicht von Funktionen verführen, die nicht wirklich Mehrwert bringen und nur unnötig Dein Budget strapazieren.
Behalte im Hinterkopf, dass eine gute Nähmaschine nicht viel Schnickschnack braucht.
Wer sich eine solide Nähmaschine mit den wichtigsten Basisfunktionen kauft, kann seinen Maschinenfuhrpark zeitnah vielleicht mit einer Overlock ergänzen.

Thema Overlock


Weil im Netz gerne mal suggeriert wird, die Overlock sei der heilige Gral der Nähglückseligkeit, möchte ich an dieser Stelle gern noch anmerken: Eine Overlock ist immer nur eine Ergänzung zu einer normalen Nähmaschine. Wer ernsthaft und gut nähen möchte, braucht auf jeden Fall eine normale Nähmaschine - die Overlockmaschine ist eine schöne Ergänzung um Maschenware leichter zu verarbeiten und um Nahtzugaben bei Webware im Profilook zu versäubern.
 

Mein Tipp für Nähanfänger


Starte mit einer soliden einfachen Nähmaschine - ruhig geliehen oder gebraucht günstig gekauft. Ältere Maschinen sind meist zuverlässiger als Klappermodelle vom Discounter. Frag im Freundeskreis nach- ganz viele haben noch die Maschine von Oma herumstehen und freuen sich, wenn die noch mal zu Ehren kommt. Und dann nimm Dir Zeit - denn Nähen ist nicht „schnellschnell“. Nähen ist Übungssache. Mache Dir immer bewusst, dass meist nicht die Maschine schuld ist, wenn etwas nicht klappt. Hole Dir Hilfe (Nähkurs, Nähfreundin) wenn etwas nicht richtig rund läuft. Mit jeder neuen Naht, wirst Du sicherer und Du wirst mit der Zeit herausfinden, ob Du fürs nächste Nählevel wirklich eine andere Maschine brauchst. Und wenn Du Dich fragst, ob eine bestimmte Komfortfunktionen in Zukunft das Näherlebnis versüßen sollen: Wenn es das Budget zulässt, nur zu! Aber Fakt ist:

Eine Maschine ist am Ende nur so gut, wie der, der davor sitzt.

 

Solide Nähmaschine für Anfänger. Alt aber gut.
Die Maschine meiner ersten Nähtaten. Viel verbautes Metall und solide Mechanik. Die Plastikteile leider fies vergilbt- aber mit dem Retroköfferchen ja fast schon wieder Trend. Übrigens- die Anleitung von damals finde ich einfach toll. Klar, deutlich und wirklich hilfreich.


In diesem Sinne: Fröhliches Nähen! 





Jedem Näheinsteiger möchte ich übrigens noch ein Buch ans Herz legen. Darin nimmt Selmin von "Tweed & Greet" dich an die Hand und hilft Dir Schritt für Schritt, Deine Maschine kennenzulernen. Sie erklärt Grundlagen und hilft, erste schöne Projekte zu nähen:
 
Hello, Nähmaschine – Wertvolle Basics und erste Projekte nähen*
von Selmin Ermis-Krohs
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1. (13. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863558391

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.


Donnerstag, 13. Juni 2019

Buchtipp "Oberteile nähen" von The Couture

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Schon länger liegt hier ein Buch auf meinem Bücherstapel und es wird Zeit, dass ich es Euch vorstelle. Zu meiner großen Freude ist es nämlich ein Nähbuch, in dem es NICHT ausschließlich um Jersey geht. Im Buch "Oberteile nähen" von Kira Denecke alias "The Couture" wird zum großen Teil Webware verarbeitet und damit spricht es all diejenigen an, die mal Abwechslung bei der Materialwahl haben wollen.

Buchtitel Oberteile nähen

Oberteile nähen – Tops, Shirts, Blusen und Co*
von The Couture - Kira Denecke
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1 (5. März 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960932588

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Es ist ein Baukastenbuch- mit dem sich aus vier Grundschnitten viele Kombimöglichkeiten zaubern lassen. Und dabei bringt es für mich alles mit, was ein gutes Nähbuch ausmacht.
Es ist übersichtlich, hat eine klare Struktur, die den Leser sicher bis zum fertigen Model führt Vorausgesetzt natürlich, dass der Leser auch wirklich vorn im Buch anfängt...
Manch einer lässt sich ja gern hinreißen, überblättert die ersten Kapitel und startet gleich bei den Projekten. Doch in diesem Buch lohnen die Einführungsthemen, denn sie geben z.B. Tipps für die richtige Materialwahl und ein tolles Kapitel zum Thema Stoffkauf inkl. Ermunterung "Slow Fashion" auch beim Selber nähen eine Chance zu geben.

Einblick in das Buch Oberteile nähen

Die Projektseiten sind auch schön übersichtlich. Es gibt technische Zeichnungen, um einen Eindruck der Nahtführung und einen Überblick über die Varianten zu bekommen. Jedes Model hat eine reich bebilderte Schritt für Schritt- Anleitung. Leider sind die Fotos sehr klein geraten und auch manche Stoffwahl macht das Erkennen von Details nicht wirklich einfach. Ich musste zur Lupe greifen, um einigermaßen was zu erkennen. Für Anfänger, die bestimmte Techniken das erste Mal nähen sollen, ist das nicht so schön und es stellt sich die Frage, ob da ein gedrucktes Buch wirklich das Optimum ist. In einem EBook wäre die Bildgröße kein Problem- da vergrößert man sich einfach mit einem Fingerwisch, was man näher betrachten möchte.

Unter der Lupe


Da ich das Buch wortwörtlich "unter die Lupe" genommen habe, hat mein Pingel-Auge dann auch so einiges entdeckt, das den meisten Lesern wahrscheinlich egal ist. Ich finde es aber einfach schade, wenn sichtbare Ziernähte nicht sauber sind und ich mag es nicht, wenn Webstoffe nur mit der Overlock zusammengerattert werden und man dann bei dunklem Stoff die schlechte Fadenspannung des hellen Garnes sehen kann. Da kommt einfach die Schneiderin in mir durch...

Aber ich mag die Zusammenstellung der Modelle, die wirklich gute Projektübersicht inkl. technischer Zeichnungen und auch die Schnittbögen sind- obwohl die Schnittlinien verlagstypisch sehr fein gedruckt sind- recht übersichtlich, weil sie nicht so überladen sind. Die Einführungskapitel mit den verschiedenen Themen sind lesenswert und damit ist das Buch eine tolle Geschenkidee für Nähbegeisterte, die die Jerseyphase hinter sich bringen wollen.