Mittwoch, 19. Juni 2019

Die richtige Nähmaschine für Anfänger

Immer wieder taucht im Netz die eine Frage auf: Welche Nähmaschine soll ich mir nur kaufen?
Ich sage dann gern: Das musst Du für Dich selber rausfinden! Erstmal ist das natürlich keine wirklich befriedigende Antwort, aber welche Maschine wirklich die richtige für Dich ist, hängt nun mal von vielen persönlichen Faktoren und ganz am Ende auch von Deinem Bauchgefühl ab.

Bist Du ein absoluter Anfänger, der erst einmal in das Nähen schnuppern möchte?
Dann solltest Du einfach im Bekanntenkreis fragen, ob irgendwo eine ungenutzte Nähmaschine herumsteht. Dabei ist es egal, ob es ein altes mechanisches Schätzchen ist oder eine etwas modernere Variante. Wichtig nur: Sie sollte möglichst makelfrei laufen und es sollte eine Bedienungsanleitung vorhanden sein.

Die Maschine sollte Gradstich und Zickzack nähen können.


Mehr ist erst mal gar nicht nötig.
Lies zunächst gründlich die Anleitung, damit Du die Maschine auch richtig einfädelst.
Mit einer frischen Nähmaschinennadel bestückt kannst Du dann auf der Leihmaschine deine ersten kleinen Probenähte starten. Näh dich erstmal an einfachen Baumwollstoffresten ein und suche Dir dann ein simples Nähprojekt wie ein Kissen oder einen Einkaufsbeutel.
Sehr sinnvoll finde ich, einen Nähkurs für Anfänger zu besuchen- denn auch wenn YouTube und Co wirklich großartige Tutorials bieten- es ist als Anfänger einfach Gold wert, wenn man zwischendurch eine helfende Hand zur Seite hat. Außerdem ist der Austausch mit Gleichgesinnten in einer kleinen Nähgruppe inspirierend und man lernt immer ein wenig „bei den anderen mit“.
Mit jedem Projekt, das Du nun nähst, lernst Du „Deine“ Maschine kennen. Du solltest probieren und nähen, was das Zeug hält. Dabei kannst Du gleichzeitig herausfinden, ob Nähen wirklich etwas ist, in das Du auch längerfristig Zeit und Geld investieren möchtest.

Anfängernähmaschine- ein altes mechanische Modell
Die alte Nähmaschine meiner Mama- damit habe ich mich vor vielen Jahren mit dem Nähvirus infiziert. Mechanisch, solide, robust und nur mit den wichtigsten Funktionen ausgestattet.

Nähvirus


Hat Dich der Nähvirus so richtig gepackt, dann machst Du Dir am besten mal eine kleine Liste - einmal mit den Dingen, die Du an der (Leih)Maschine magst und dann notierst Du noch die Dinge, die dich nerven oder Dir gefühlt fehlen. Ich schreibe hier extra „gefühlt“, denn manchmal ist es so, dass man denkt: Das brauche ich unbedingt. Und wenn man dann endlich die 1000 Zierstiche hat, nutzt man sie gar nicht.
Auch vom Gedanken, dass man mit einer neuen „tolleren“ Maschine gleich viel tollere Sachen näht, sollte man sich an dieser Stelle einfach verabschieden. Denn wenn die Maschine ein gutes Nahtbild hat, der Transport und die Durchstichskraft solide sind, aber das Nähen trotzdem nicht gut von der Hand geht, dann ist es meist fehlende Übung oder auch falsche Handhabung. Gern sitzt der Fehler nämlich VOR der Maschine. Das ist bei der Nähmaschine nicht so viel anders, als beim Computer.

Vielleicht kommst Du nach der Zeit mit der Leihmaschine zu dem Schluss, dass sie genau das richtige für dich ist. Super! Vielleicht kannst Du sie ja dauerhaft adoptieren. Wenn das nicht möglich ist, schau einfach mal im Kleinanzeigenmarkt nach einem ähnlichen Modell.
Ansonsten rate ich jetzt zu einem Besuch in einem Nähmaschinenladen. Ich weiß, das ist in Zeiten von Onlineshops leicht gesagt- aber nichts ersetzt das direkte Probieren und vergleichen. Ideal sind natürlich Läden, die nicht nur eine Marke Maschinen anbieten oder der Besuch einer Messe, auf der diverse Hersteller präsentiert werden.

Vorbereitet und mit viel Zeit


Ein wichtiger Tipp: Nie unvorbereitet Maschinen gucken gehen. Schon im Vorfeld sollte die Liste mit den Wünschen noch mal durchgegangen werden und man sollte sich auch Gedanken über das vorhandene Budget machen. Außerdem sollte man sich mit ein paar Stoffstücken wappnen. Natürlich gibt es auch Probestückchen Stoff im Laden für die Vorführung und zum Testen, aber das sind meist unproblematische Baumwollwebwaren. Wenn Du später diverse Materialien nähen möchtest, dann solltest Du auch testen, wie sich diese unter der Wunschmaschine verhalten.
Und probiere unbedingt selber aus. Die Anwendung sieht von geübten Fingern der Verkäufer(in) immer toll aus- aber Du musst ja mit der Maschine klar kommen. Lasse Dir Zeit und lasse Dich nicht von Funktionen verführen, die nicht wirklich Mehrwert bringen und nur unnötig Dein Budget strapazieren.
Behalte im Hinterkopf, dass eine gute Nähmaschine nicht viel Schnickschnack braucht.
Wer sich eine solide Nähmaschine mit den wichtigsten Basisfunktionen kauft, kann seinen Maschinenfuhrpark zeitnah vielleicht mit einer Overlock ergänzen.

Thema Overlock


Weil im Netz gerne mal suggeriert wird, die Overlock sei der heilige Gral der Nähglückseligkeit, möchte ich an dieser Stelle gern noch anmerken: Eine Overlock ist immer nur eine Ergänzung zu einer normalen Nähmaschine. Wer ernsthaft und gut nähen möchte, braucht auf jeden Fall eine normale Nähmaschine - die Overlockmaschine ist eine schöne Ergänzung um Maschenware leichter zu verarbeiten und um Nahtzugaben bei Webware im Profilook zu versäubern.
 

Mein Tipp für Nähanfänger


Starte mit einer soliden einfachen Nähmaschine - ruhig geliehen oder gebraucht günstig gekauft. Ältere Maschinen sind meist zuverlässiger als Klappermodelle vom Discounter. Frag im Freundeskreis nach- ganz viele haben noch die Maschine von Oma herumstehen und freuen sich, wenn die noch mal zu Ehren kommt. Und dann nimm Dir Zeit - denn Nähen ist nicht „schnellschnell“. Nähen ist Übungssache. Mache Dir immer bewusst, dass meist nicht die Maschine schuld ist, wenn etwas nicht klappt. Hole Dir Hilfe (Nähkurs, Nähfreundin) wenn etwas nicht richtig rund läuft. Mit jeder neuen Naht, wirst Du sicherer und Du wirst mit der Zeit herausfinden, ob Du fürs nächste Nählevel wirklich eine andere Maschine brauchst. Und wenn Du Dich fragst, ob eine bestimmte Komfortfunktionen in Zukunft das Näherlebnis versüßen sollen: Wenn es das Budget zulässt, nur zu! Aber Fakt ist:

Eine Maschine ist am Ende nur so gut, wie der, der davor sitzt.

 

Solide Nähmaschine für Anfänger. Alt aber gut.
Die Maschine meiner ersten Nähtaten. Viel verbautes Metall und solide Mechanik. Die Plastikteile leider fies vergilbt- aber mit dem Retroköfferchen ja fast schon wieder Trend. Übrigens- die Anleitung von damals finde ich einfach toll. Klar, deutlich und wirklich hilfreich.


In diesem Sinne: Fröhliches Nähen! 





Jedem Näheinsteiger möchte ich übrigens noch ein Buch ans Herz legen. Darin nimmt Selmin von "Tweed & Greet" dich an die Hand und hilft Dir Schritt für Schritt, Deine Maschine kennenzulernen. Sie erklärt Grundlagen und hilft, erste schöne Projekte zu nähen:
 
Hello, Nähmaschine – Wertvolle Basics und erste Projekte nähen*
von Selmin Ermis-Krohs
Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1. (13. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863558391

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.


Donnerstag, 13. Juni 2019

Buchtipp "Oberteile nähen" von The Couture

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Schon länger liegt hier ein Buch auf meinem Bücherstapel und es wird Zeit, dass ich es Euch vorstelle. Zu meiner großen Freude ist es nämlich ein Nähbuch, in dem es NICHT ausschließlich um Jersey geht. Im Buch "Oberteile nähen" von Kira Denecke alias "The Couture" wird zum großen Teil Webware verarbeitet und damit spricht es all diejenigen an, die mal Abwechslung bei der Materialwahl haben wollen.

Buchtitel Oberteile nähen

Oberteile nähen – Tops, Shirts, Blusen und Co*
von The Couture - Kira Denecke
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1 (5. März 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960932588

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Es ist ein Baukastenbuch- mit dem sich aus vier Grundschnitten viele Kombimöglichkeiten zaubern lassen. Und dabei bringt es für mich alles mit, was ein gutes Nähbuch ausmacht.
Es ist übersichtlich, hat eine klare Struktur, die den Leser sicher bis zum fertigen Model führt Vorausgesetzt natürlich, dass der Leser auch wirklich vorn im Buch anfängt...
Manch einer lässt sich ja gern hinreißen, überblättert die ersten Kapitel und startet gleich bei den Projekten. Doch in diesem Buch lohnen die Einführungsthemen, denn sie geben z.B. Tipps für die richtige Materialwahl und ein tolles Kapitel zum Thema Stoffkauf inkl. Ermunterung "Slow Fashion" auch beim Selber nähen eine Chance zu geben.

Einblick in das Buch Oberteile nähen

Die Projektseiten sind auch schön übersichtlich. Es gibt technische Zeichnungen, um einen Eindruck der Nahtführung und einen Überblick über die Varianten zu bekommen. Jedes Model hat eine reich bebilderte Schritt für Schritt- Anleitung. Leider sind die Fotos sehr klein geraten und auch manche Stoffwahl macht das Erkennen von Details nicht wirklich einfach. Ich musste zur Lupe greifen, um einigermaßen was zu erkennen. Für Anfänger, die bestimmte Techniken das erste Mal nähen sollen, ist das nicht so schön und es stellt sich die Frage, ob da ein gedrucktes Buch wirklich das Optimum ist. In einem EBook wäre die Bildgröße kein Problem- da vergrößert man sich einfach mit einem Fingerwisch, was man näher betrachten möchte.

Unter der Lupe


Da ich das Buch wortwörtlich "unter die Lupe" genommen habe, hat mein Pingel-Auge dann auch so einiges entdeckt, das den meisten Lesern wahrscheinlich egal ist. Ich finde es aber einfach schade, wenn sichtbare Ziernähte nicht sauber sind und ich mag es nicht, wenn Webstoffe nur mit der Overlock zusammengerattert werden und man dann bei dunklem Stoff die schlechte Fadenspannung des hellen Garnes sehen kann. Da kommt einfach die Schneiderin in mir durch...

Aber ich mag die Zusammenstellung der Modelle, die wirklich gute Projektübersicht inkl. technischer Zeichnungen und auch die Schnittbögen sind- obwohl die Schnittlinien verlagstypisch sehr fein gedruckt sind- recht übersichtlich, weil sie nicht so überladen sind. Die Einführungskapitel mit den verschiedenen Themen sind lesenswert und damit ist das Buch eine tolle Geschenkidee für Nähbegeisterte, die die Jerseyphase hinter sich bringen wollen.





Mittwoch, 5. Juni 2019

Freundliches Grau - auf der Suche nach dem ultimativen Wohlfühl-Shirt

Es ist wohl mittlerweile bekannt, dass ich Unbunt sehr schätze. So ist es nicht verwunderlich, dass beim Stoffkauf für neue T-Shirts drei Jerseys in Grau in meine Einkaufstasche wanderten.
Verschiedene Qualitäten und eines sogar mit einem kleinen TicTacToe Muster.

Und pünktlich zum MeMadeMittwoch Juni 2019 habe ich nun meine drei neuen Shirts fertig und kann sie Euch vorstellen. Dazu sei aber angemerkt, dass ich leider nur mit einem Shirt restlos zufrieden bin- nämlich mit diesem hier:


Shirt in grau mit grafischen Muster

Ich liebe den locker sitzenden Schnitt, die schöne Ausschnittform und die Armellänge. Und ich mag die Qualität des Jerseys. Er hat genau den Anteil Elastan, der den Stoff noch griffig sein lässt. Er ließ sich schön vernähen und gut bügeln.

Aufgepasst bei der Materialwahl!

 

Den andere hellgrauen Stoff hatte ich übrigens als erstes zu einem Shirt vernäht und war ziemlich unzufrieden. Erst einmal war der Schnitt nicht wie erhofft und die Auschnittform so seltsam, dass sie nachgearbeitet werden musste. Und zum Zweiten hat der Jersey eine große Sprungkraft durch viel Elastan, somit ist der Fall nicht ideal für das Shirt. Am Ende versuchte ich noch mit einem Dackel-Plott die Liebe für das Shirt zu entfachen- aber das Fazit ist: Es ist ein nettes Schlafshirt!
Der etwas dunklere Viskose-Jersey wurde ein Wasserfall-Shirt. Von diesem Schnitt habe ich schon eine Variante in schwarz, die ich sehr gerne trage (siehe HIER). Aber auch bei diesem Shirt zeigte sich, dass Jerseystoffe einfach keine zuverlässige Konstante sind. Der Stoff ist etwas kräftiger in der Qualität- was das Verarbeiten zwar netter macht, als bei ganz dünnem Viskosejersey. Natürlich fließt das Ganze nicht ganz so schön und trägt ziemlich bauschig auf. Trotzdem ein nettes Shirt, dass nun in meine Garderobe integriert wird- aber ich merke da halt auch wieder, dass Jersey und Co mich immer wieder zur Verzweiflung bringen, weil ich falsch einschätze, wie sich das Material dann mit dem gewählten Schnitt verhält.

Dackel und Shirts

So richtig glücklich bin ich  also nur mit dem einen Oberteil. Als nächstes möchte ich unbedingt noch eine Version in Schwarz und eine in (blickdichtem) Weiß. Und ich brauche noch kombifreundliche Ringelshirts. Bevor ich mich aber zum nächsten Stoffkauf aufmache, werde ich meinen Kleiderschrank ausmisten. Vieles trage ich leider nicht, obwohl ich es mag. Es wird Zeit, dass diese Dinge weichen und ich meine Garderobe auf meine täglichen Bedürfnisse anpasse. Was nutzen tolle Blusen im Schrank, wenn ich feststelle, dass ich doch viel lieber Jersey trage. (Das ich allerdings Webware viel lieber nähe, als Jersey, ist ja eine andere Sache...)

Details von hellgrauem Shirt mit grafischen Motiv

Stoffe: selbst gekauft bei Jippel Flensburg

Wasserfallshirt: Burda 01/2013 (Mod.123) Gr.38, Saum geändert

Dackel-Schlaf-Shirt: Sew me, Shirt Relaxed, Schnitt hier zum freien Download, Gr.40

Lieblingsshirt: Model aus einer leider vergriffenen Ausgabe "Lust auf Handarbeiten"  05/2016
Ich habe den Schnitt in Gr. 38 bei einem Nähwochenende aus einem Heft kopiert.
Sollte jemand das Heft haben und es nicht benötigen- ich würde es so sehr gerne abkaufen! Ich habe schon ziemlich überall im Netz danach gesucht und hatte leider kein Glück.
Ich würde mir echt nen Keks freuen! 
Meine Blogleser sind die Besten :) Ich darf mich auf das ersehnte Heft freuen.







Donnerstag, 2. Mai 2019

Angeschnittener Taschenbeutel in der schrägen Naht- ein kleines Tutorial.

Gestern habe ich Euch meine neue Strickjacke Minna von Fadenkäfer vorgestellt und ich habe erzählt, dass ich das Schnittmuster an den Taschenbeuteln abgeändert habe, weil mir die Verarbeitung im Original gar nicht gefiel. Dort wird nämlich ein Taschenbeutel mit gerader Kante an den schrägen Eingriff genäht- was eine saubere Verarbeitung nicht gerade erleichtert und vor allem auch später beim Tragen dafür sorgt, dass die Taschenbeutel blöd in der Jacke rumbaumeln.

Hier mal ein Bild, um das Problem zu verdeutlichen:

 
Schnittmuster angesetzter Taschenbeutel Nahttasche

Ihr könnt sehen, dass jeder Beutel einzeln angenäht wird und dann schräg nach vorne zeigen würde- leider schlägt aber dann in der fertigen Jacke die Schwerkraft zu. Der Taschenbeutel würde nach unten ziehen und komisch fallen. Das sieht bei einer ungefütterten Jacke nicht schön aus. Genau wie die Ansatznähte, die sich so nicht einfach und ordentlich versäubern lassen.

Doch mit ein paar leichten Änderungen am Schnitt umgeht man diese Probleme.

 

Schnittanpassung Nahttasche angeschnitten

Mittwoch, 1. Mai 2019

Meine Strickjacke Minna - was ich an ihr mag und was leider nicht

Ich gestehe- Schnittmuster Minna von Fadenkäfer war ein klarer Fall von Verführung im Stoffgeschäft. Da hing nämlich eine hübsche fertige Version der Jacke - aus Strick in Dunkelgrau, recht oversize für mich, aber beim Reinschlüpfen war ich einfach begeistert: Eine lässiges Teil mit Kapuze und wirklich schöner Taschenvariante. Also wurde der Schnitt gekauft- obwohl hier im Nähzimmer noch reichlich andere Schnitte auf Umsetzung warten.
Daheim stellte ich dann leider fest, dass ich für den neuen Schnitt doch keinen passenden Stoff im Vorrat hattte. So zog der eine Kauf gleich den nächsten hinterher: Ich fand einen schönen JaquardStrick in Grau mit dunkelblauem Strichmuster und kaufte ausreichend für eine lange Variante von Minna mit Kapuze.

Strickjacke Minna


Jetzt ist meine Version genäht und ich muss gestehen, ein wenig ist die Begeisterung verpufft.
Das liegt vor allem an der Passform der Ärmel. Die Armkugel im Schnitt ist recht flach gehalten. Das sorgt zwar dafür, dass man die Arme prima heben kann, ohne dass die Jacke sich im Rumpf mit hebt- jedoch schlägt die Jacke am Oberarm sehr unschöne Falten und wirkt dort einfach zu weit. Wahrscheinlich ist das jetzt klassisches NähNerdJammern- würde keinem auffallen, wenn man nicht drauf hinweist. Außerdem könnte ich bei der Weite tatsächlich mal was Dickeres drunter tragen, ohne dass es am Oberarm spannt...

Positiv denken



Wie Ihr auf den Bildern sehen könnt, habe ich mich gegen eine Kapuze entschieden. Fand ich dann am Ende doch nicht so passend und außerdem reicht das Reststück nun noch für einen schönen Sommer-Jerseyrock…


Bei Abkopieren des Schnittes habe ich übrigens als erstes die Taschen optimiert. Ich mag es nämlich gar nicht, wenn die Beutel extra angenäht werden und dann auch noch an der oberen Kante nicht dem schrägen Taschenverlauf folgen.

Montag, 1. April 2019

Frau Schneiderherz strickt

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Ich bin Schneiderin.
Und ganz viele Jahre habe ich den Versuchen meiner strickenden Freundinnen widerstanden, mich zum Stricken zu bewegen. Nähen genügte mir, vor allem, weil ich ja auch öfter mit tollen Strickwerken beschenkt wurde.
Doch in letzter Zeit musste ich feststellen, dass ich mich als Nichtstricker in der direkten Gesellschaft von Strickern „nackt“ fühle. Während die anderen beim netten Plausch lässig die Nadeln klappern lassen, kann Frau Schneiderherz nur Däumchen drehen. Stricker nehmen ihr Projekt einfach überall mit hin und können spontan daran werkeln.

Mobile Kreativität- traumhaft! 


Das ist beim Nähen so nicht möglich. Ich nähe zwar auch gern mal mit der Hand- aber für die meisten Arbeitsschritte sind beim Schneidern ja doch Werkzeuge und Maschinen nötig, die man nicht mal eben in einen Projektbeutel steckt. So keimte jetzt der Wunsch in mir, es doch mal mit dem Stricken zu versuchen.

Und weil ich mich für ein neues „Ding“ gerne erst einmal in die Grundlagen einlese, schien mir folgendes Buch passend:

Stricken lernen Buch Masche fuer Masche Stricken- Masche für Masche*
von Marisa Nöldeke
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1 (17. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863557603

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Da die Strickwelt für mich ja noch ein „unerforschtes Paralleluniversum“ ist, schmöckerte ich völlig unbedarft durch die Grundlagenkapitel und war erstmal ein wenig eingeschüchtert. Doch die graue Theorie sollte schnell den ersten Praxisversuchen weichen und so machte ich mich auf den Weg in das hiesige Wollgeschäft. Bei „Wollsucht“ in Flensburg wurde ich ganz wunderbar und geduldig beraten (und ich konnte endlich mal nachfühlen, wie sich ein Nähanfänger fühlen muss, der das Material für sein erstes Projekt sucht)
Ich kaufte also meine ersten Stricknadeln und meine erste, herrlich weiche und unbunte Wolle! Yeah!

Die ersten Schritte beim Stricken Anfaenger

Daheim schnappte ich mir das Strickbuch und es ging los mit dem Maschenanschlag.
Die Zeichnungen im Praxisteil sind klar und deutlich und es gelang mir recht fix der Kreuzanschlag. Auch die rechten Maschen glückten schnell. Irgendwo schien mein Gehirn noch die paar Maschen aus Kindertagen abgespeichert zu haben Als Kind hatte ich die Sache mit dem Stricken nämlich schon mal versucht- es blieb damals aber bei einem Schaf und einem nie vollendeten Schal in „Kraus Rechts“.
Bei den linken Maschen hatte ich dann erstmal einen Knoten im Hirn und irgendwas machte ich falsch. Die Zeichnung irritierte mich etwas und so hab ich einfach mal via Google ein kleines Anleitungsvideo gesucht, das mir die Augen öffnete. Plötzlich verstand ich dann auch die Zeichnung und ich habe einfach mal drauf los gestrickt.
Diese Probe werde ich in den nächsten Tagen aufribbeln. (Noch so ein Vorteil vom Stricken- das Ribbeln ist ja so viel fixer als lästiges Trennen beim Nähen...) Ich möchte mir einen einfachen Loop stricken und habe auch schon eine Anleitung ins Auge gefasst. Es wird allerdings kein Projekt aus dem Buch- die schienen mir für das Erstlingswerk doch zu schwierig.
Das Buch wird mich aber bestimmt noch eine ganze Weile begleiten. Es ist ein klasse Nachschlagewerk mit den wichtigsten Grundlagen- aber auch mit diversen Strickmustern und Tricks und Tipps, wenn es über simple Maschenreihen hinaus geht. Aber da bin ich jetzt ja noch nicht- ich fange erst mal mit kleinen Schritten an und freue mich, dass mir das Buch den Einstieg sehr leicht gemacht hat und ich jetzt nach und nach die anderen Kapitel "erobern" kann.

Und, wie schaut es bei Euch aus mit dem Stricken? Gibt es noch mehr so Spätzünder wie mich da draußen in der Handarbeitswelt? Oder gehört das Stricken für Euch schon immer zum kreativen Leben? Ich bin gespannt...





Mittwoch, 27. März 2019

Fulton Sweater Blazer

Lange Zeit hatte ich immer mal wieder hübsche fertige Blazer gesehen, die eine ganz besondere Form des Kragens hatten. Er wirkte wie ein hochgeschlagenes Revers- ohne wirklich ein Umlegekragen zu sein. Ich habe gegrübelt, wie das wohl schnittechnisch am besten umsetzbar sei- aber in Ermangelung von wirklichem Konstruktionskönnen, machte ich mich irgendwann auf die Suche nach einem fertigen Schnittmuster. Leider war dieser Modetrend noch nicht bei den Schnittlabels zu finden und die Tatsache, dass ich nicht wirklich wusste, wie man denn so eine Kragenform nennt, machte die Suche nicht gerade leichter.

Doch kommt Zeit, kommt Schnitt. 


Plötzlich tauchten nämlich auf Instagram und diversen Nähblogs Bilder auf, die genau das zeigten, was ich vergebens gesucht hatte. Großartig! Es gab also tatsächlich ein Schnittmuster– nämlich den Fulton Sweater Blazer von Alina Sewing

Ich kaufte mir den PDF-Schnitt und ließ ihn mir auch gleich über einen Plottservice fertig ausdrucken. Bis zum Zuschnitt verging dann leider eine ganze Weile- und auch das Nähen schleppte sich arg. Das lag jedoch nicht am Schnitt und an der Anleitung- die sind sehr exakt und ausführlich- ich hatte einfach eine nähunlustige Phase...

Doch nun ist mein Fulton Mantel fertig und ich möchte ihn Euch gerne vorstellen:

Fulton Sweater Blazer in schwarz

Ich mag ihn sehr! Er sitzt wunderbar schmal- ich habe nach Maßtabelle die Größe 10 gewählt und bin zufrieden mit meiner Wahl. Aber es gibt auch ein klein wenig Verbesserungsbedarf:
Im Vorfeld hatte ich auf Fotos gesehen, dass die vorgesehene Saumverarbeitung vorne am Beleg etwas seltsam gelöst war.  Zwar besser gemacht, als die gruselige Stelle beim Mantel Ava von Hedi-aber mir gefiel es so nicht. Ich mag die Regel: Erst der Saum- dann die Kante. So habe ich den Beleg verlängert und es dort wie gewohnt genäht.
Eine weitere Stelle, die mir schneidertechnisch nicht gefällt, ist der Kragenansatz. Dazu gibt es ein ganz ausführliches Video und auch die Anleitung ist sehr detailliert- aber der Kragen wird eben zwischengefasst und das ist bei dicken Stoffen wirklich blöd. Das zeigte sich auch bei meinem Stoff und obwohl ich sorgsam Zugaben weggeschnitten und abgestuft habe, ist es ziemlich knubbelig geworden. Diese Stelle werde ich bei meinem nächsten Fulton Blazer auf jeden Fall anders lösen. Wäre vielleicht auch ein gutes Thema für ein kleines Tutorial hier auf dem Blog, oder?!

Fulton Sweater Blazer Detail

Mein Blazermantel hätte auch beinahe Taschen bekommen. Ich hatte sie sogar schon fertig - ganz ordentlich und schön mit Futter verstürzt. Aber beim Anstecken zeigte sich leider, dass sie mir nicht gefielen. Frau Smart schrieb auf Instagram so passend: Je länger die Jacke, desto Bademantel...
Also keine Taschen.

Mein neuer Kleiderschrank-Bewohner wird übrigens am Wochenende gleich ausgeführt. Es geht auf die h+h cologne, wo ich mich über die neusten Trends und Produkte der Handarbeitsszene informieren darf. Und wo ich natürlich jede Menge kreativer Leute treffen werde- das wird ein Bloggerfest ;)





Nachtrag:
Auch wenn ich hier an der Art der Verarbeitung an zwei Stellen herummäkel:
Der Schnitt ist wirklich super - und auch mit der original Anleitung kommt man zu einem tollen Ergebnis. Das kann man unter dem #fultonsweaterblazer bei Instagram sehr schön sehen.
Beim Kragen ist das Zwischenfassen vor allem eine einfache Variante, gerade wenn man noch nie einen Reverskragen gemacht hat. Aber wirklich schön wird das nur bei dünnen Stoffen und ist ursprünglich auch eher für Blusen gedacht.
Ich hätte an der Stelle also lieber ausgebügelte Ansatznähte, weil das dann flach wird und nicht aufträgt. Beim nächsten FultonBlazerSweater werde ich versuchen Fotos der Arbeitsschritte zu machen... ;)

Beitrag verlinkt bei SewLaLa

Montag, 11. März 2019

Der Weg vom Weihnachtskleid zum Frühlingsshirt

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Das verwendete Schnittmuster wurde mir von Schnittquelle kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich durfte es mir selber aussuchen und war frei darin ob und wie ich darüber blogge.

Als Stefanie von Schnittquelle Ende letzten Jahres das Jerseykleid Mayn vorstellte, hatte ich spontan Lust, mir doch noch ein Weihnachtskleid 2018 zu nähen. Die tolle Wickeloptik im Oberteil und das tief angesetzte Rockteil gefielen mir sehr und das Projekt schien eine schnelle Nummer zu sein.
Fix einen schwarzen Strickstoff bestellt, mit dezentem Silberglitzer und gradliniger Rippe - und vor meinem geistigen Auge stand ich schon weihnachtlich schick neben dem Tannenbaum...

Doch Stoffe online zu bestellen, kann Träume ganz schnell zum Platzen bringen


Denn leider zeigte sich, dass der gelieferte Rippenstick zwar ganz hübsch war- aber leider etwas strack und auch furchtbar transparent. Echt blöd- ich war sehr enttäuscht und die Lust auf das Kleid schrumpfte auf ein Minimum. So hatte ich mir das eben nicht vorgestellt...

Trotzdem hab ich das Kleid Mayn zugeschnitten- mit der Idee im Hinterkopf, ein schwarzes Top und einen Unterrock unter das Kleid zu ziehen. Das Nähen ging flott von der Hand- aber irgendwie wurde ich mit dem Ergebnis nicht warm. Der Stoff schmiegte sich nicht so schön und die Wickelfalten trugen vorm Bauch komisch auf- und trotz Unterrock war ich nicht glücklich mit dem durchscheinenden Rockteil. Es war einfach nicht mein erträumtes Kleid.

Aus Weihnachtskleid wird Weihnachtsshirt?

 

Also- Rockteil wieder ab und wild rumprobiert. Am Ende sah das Ergebnis dann so aus:


Ich habe das Oberteil etwas eingekürzt und statt Rock eine breite, aber eng sitzende Blende angenäht. Das gefiel mir ganz gut- aber der komisch steife Stoff ließ das Wickelteil immer wieder seltsam hochbauschen und ich war nur am zupfen und zuppeln. Ich habe das Oberteil dann auch nicht zum Fest getragen- vielleicht auch, weil ich immer noch ein wenig schmollte.

War eben nicht das erträumte Kleid... 

 

Da aber der hübsche Schnitt nichts für den doofen Stoff konnte, schnappte ich mir im Januar einen Viskosejersey aus dem Vorrat. Sehr dünn- daher für eine Kleiderversion nicht tauglich- aber der Schnitt Mayn bringt auch eine Shirtvariante mit. Wieder war das Nähen kein Problem und diesmal war ich mit dem Ergebnis gleich zufrieden- auch wenn der dünne Viskosejersey ziemlich leiert und der eigentlich schön hochgeschlossene Wickelteil ohne Top zu tiefe Einblicke zulässt. Außerdem war mir das Oberteil dann doch zu fröstelkalt für Januar.  So hing das Shirt auf der Schneiderpuppe im Nähzimmer und hat gewartet...


Nun aber naht der Frühling mit großen Schritten und es wird Zeit, mich endlich mal für eine Ärmellänge zu entscheiden. Denn noch immer sind die Ärmel ungesäumt und überlang...

Ich denke, es wird tatsächlich eine 3/4 Länge werden, denn als ich die Bilder hier für den Beitrag gemacht habe, habe ich festgestellt, dass ich die Ärmel gerne hochschiebe. Und da hat man dann schnell zuviel Stoff, der sich komisch an den Ellenbogen rafft.
Also, ab damit...

Das ist ja das Schöne am "Selber Schneidern" - man kann machen, wie man möchte.


Man näht zwar auch mal nen Flop- aber das ist nicht das Ende der Welt. Das verbucht man dann unter: Blöd gelaufen- aber Erfahrung gesammelt und draus gelernt.

Ich habe aus dem Glitzerstrickflop auf jeden Fall gelernt, dass Produktfoto und Beschreibung eben nicht immer darstellen können, wie ein Stoff in natura ist. Nichts geht über anfassen- ich werde also keine Stoffe mehr spontan und ohne Fühlmuster bestellen.
Am liebsten kaufe ich eh direkt vom Ballen in einem Ladengeschäft. Dann kann man probieren, anfassen und streicheln und am Ende die richtige Wahl für sich treffen.

Und- wie haltet ihr es mit Stoffkauf? 
Mögt ihr auch am liebsten erstmal fühlen, bevor ihr Euch entscheidet? Oder hat es bei Euch auch nur via Foto und Produktbeschreibung immer gut hingehauen?

Ich bin gespannt auf Eure Stoffkauf-Erfahrungen.




 

Schnittmuster- Model Mayn von Schnittquelle 
Hier als Fertigschnitt in Einzelgrößen 
Hier als E-Book mit zwei Größen im Set
  

Dieser Beitrag ist verlinkt bei Sew La La- der wöchentlichen Linkparty für alle Selberschneider. Schaut doch mal vorbei und stöbert in den Inspirationen.


Dienstag, 26. Februar 2019

Bügelei und ein DIY- Ärmelbrett aus Holz


Ein Leben ohne Bügelei ist möglich, aber nicht sinnvoll.

Für alle, die jetzt überlegen, von was ich da rede: Ein Bügelei ist ein uraltes Werkzeug aus der Schneiderei. Als Bügelkissen hilft es dabei, dass man Rundungen und ausgeformte Stellen gut bügeln kann. Ein schöner Brustabnäher z.B. ist damit kein Hexenwerk mehr, aber auch Hüftbogen und Armkugel sind mit so einer Bügelhilfe leicht zu bändigen.

Gut gebügelt ist halb genäht!


Ich habe mir vor einiger Zeit meine persönliche Lieblingsform gestaltet und an einer Füllung getüftelt, die es ermöglicht, dass man mein "Ei" etwas formen kann und es somit flexibel an verschiedene Stellen anpassbar ist.
Hier hatte ich die Verwendung schon mal näher beschrieben und auch mein kleines Video zum "Abnäher bügeln" verlinkt:  Bügelei Anwendung

Bügelei Bügelkissen Ansichten


Und passend zu der frischen Fuhre Bügelhilfen, habe ich noch einen schönen "Do it Yourself" - Tipp für Euch.

Ärmelbrett aus Holz selber bauen


Vor ein paar Jahren hatte mein Göttergatte mir ein stabiles Ärmelbrett aus Holz gebaut. Es ist seither eine großartige Ergänzung zum Bügelei.

Bügelei und Ärmelbrett aus Holz

Perfekt, wenn man das Ei auflegt und man somit bequem an engere Stellen kommt- aber auch, wenn man das Brett seitlich legt und das Bügelei mit der Spitze voran in den "Kasten" steckt. Dann ist nämlich die breite Seite oben und man kann hervorragend Armkugeln etc. bearbeiten (siehe Foto oben)

Die Anleitung für das Brett fanden wir damals in der LandLust (Ausgabe 1/2012) und auch wenn die Print Ausgabe des Heftes lange vergriffen ist, habe ich eine gute Nachricht für Euch:
Im Online-Archiv von LandLust findet Ihr die Anleitung noch zum freien Download.
Neben dem Ärmelbrett ist auch noch der Bauplan für einen tollen Bügeltisch und ein handliches Tischbügelbrett in der .pdf

Bügelei Schneiderherz Detail


Donnerstag, den 28.02.2019 ab 20:00 Uhr werden wieder frische Bügeleier im Shop zu finden sein. 

 

Die Stückzahl ist wie immer begrenzt und ich bitte um Verständnis, dass ich keine Reservierungen oder Vorbestellungen annehme. Es gilt also: Wenn weg, dann weg!

Nach genau 22 Minuten war der Spuck vorbei und alle Bügeleier waren verkauft.
Herzlichen Dank für die rege Nachfrage. Ich bin ganz überwältigt!

Alle, die diesmal kein Ei abbekommen haben oder für die nicht das Richtige dabei war:
Bitte habt ein wenig Geduld. Ich habe nur zwei Hände und jetzt brauch ich erstmal eine kleine "Legepause" ;)



Viel Spaß beim Bügeln!





Sonntag, 3. Februar 2019

Formland Spring 2019

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Schneiderherz ist ein Nähblog.
Aber auch wenn sich hier fast alles um dieses Thema dreht, bedeutet das nicht, dass mein Herz nur dafür schläg. Als ich am 1. August 2014 mit Schneiderherz online ging, war mir wichtig, dass der Blogname einen kleinen Zusatz bekam:

Nähen & mehr


Das &mehr sollte meine kleine Rückversicherung sein, dass hier eben auch anderes seinen Platz haben darf. Und heute ist mal wieder Zeit, die Nähwelt zu verlassen und ein wenig „über den Tellerrand zu schauen“.
Ich nehme Euch mit nach Dänemark, auf die Formland Spring 2019. Auf dieser Fachbesuchermesse in Herning präsentierten sich über 390 Aussteller aus den Branchen Interior, Food und Fashion. Ein wunderbarer Ort, um in die Welt von Interior und Design einzutauchen.

Mein Besuch am Samstag im Rahmen der „Bloggertour“, die wie immer von Amalie loves Denmark organisiert wurde, war tatsächlich schon das 10. mal für mich.  Ich kann nur sagen- diese Messe wird nie langweilig. Die Formland ist immer in Bewegung - kristallisieren sich doch stetig neue Trends und Richtungen heraus. Dabei wird natürlich nicht alle halbe Jahr das Rad neu erfunden- zeitlose Klassiker bleiben eben unsterblich - aber neue Interpretationen und Spielarten, frische Farben und Strukturen sorgen dafür, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt.

Ich bin nun kein Trendprofi und ertappe mich, dass ich es tendenziell gerne zeitlos habe. So zieht es meinen Messeblick eben oft auch nicht auf die neusten Neuigkeiten und meine Farbvorlieben scheinen ziemlich eingefahren. Und vielleicht liegt es am Alter- aber bestimmte Retrothemen hake ich für mich ab, weil ich sie schon im Original nicht toll fand.
Von meinem Rundgang auf der Messe kann ich Euch also nur meine subjektive Auswahl mitbringen- einfach die Dinge, die mein Herz höher schlagen lassen. Für den "echten" Trendüberblick stöbert ihr dann einfach noch in aktuellen Wohnzeitschriften oder hippen Interiorblogs...

Rauchige Blautöne Collage Formland
Wunderbare rauchige Blautöne, dezente Muster, kernige Stukturen. (gesehen bei AU Maison)

Freitag, 4. Januar 2019

Hosen nähen

Der EMF-Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Heute möchte ich Euch ein Nähbuch vorstelllen, das sich wohl in erster Linie an die erfahrenere Hobbyschneiderin wendet, die Lust auf ein etwas anspruchsvolleres Nähprojekt hat.
Ein Buch, das sich ganz dem Thema Hosen verschrieben hat und sich damit thematisch sehr interessant von den immer noch marktbebeherrschenden Nähbüchern abhebt. Denn wer seinen Nähhorizont jenseits von Hoodie & Co erweitern möchte, muss auf dem deutschen Buchmarkt schon ganz schön suchen.

Rezension Hosen nähen Vivien Altman Ansichten Cover


Hosen nähen: Die perfekte Hose für jede Körperform*
von Vivien Altmann

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783863558789

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Das Buch beginnt mit einer kleinen Stilkunde und ordnet die 12 Hosenmodelle verschiedenen Figurtypen zu. Leider zeigt sich hier eine erste kleine Schwäche des Buches, denn die Models, die dann auf den Fotos die Hosen tragen, weisen leider nicht wirklich die zuvor analysierten Figurtypen auf. Das ist wirklich schade und nicht besonders hilfreich, wenn man noch auf der Suche nach SEINER Hosenform ist.

Doch halten wir uns einfach mal an das Zitat :
„Wenn Dir Dein Look gefällt und Du dich wohl fühlst, dann trage genau das und fang gar nicht erst an zu analysieren“
und überspringen diesen Teil. Schauen wir also weiter, ohne herauszufinden, welche Hose angeblich für welchen Hintern passen soll.

Im Buch folgen zunächst allgemeine Nähgrundlagen und bebilderte Nähtechniken für einige Hosendetails. Dann kommt ein Kapitel zum Maßnehmen und es wird kurz erläutert, wo man die Maße an einer „Probehose“ kontrollieren sollte und wie man kleinere Anpassungen vornimmt.
Das Ganze ist recht knapp abgehandelt und könnte gerade bei Leuten ganz ohne Hosenerfahrung oder wenn der Körper von der Standard-Maßtabelle stark abweicht etwas ernüchternd sein.
Aber das Buch heißt ja eben auch nicht „Die perfekte Hosenpassform für jeden Körper“ sondern
„Die perfekte Hose für jede Körperform“
Und wenn Ihr ganz intensiv ins Thema Hosen einsteigen wollt, dann schaut unbedingt auf der Makerist Plattform nach den Videokursen von Vivien Altmann. Die Schnittdirectrice und Schneiderin  bietet dort nämlich u.A. auch einen Kurs an, der Ihr Buch hier perfekt ergänzen kann: „Schnittmuster für Hosen 2: Passform korrigieren“.

Hosen nähen von Vivien Altmann- Einblicke ins Buch


Doch kommen wir zu meinem persönlichen Highlight des Buches: Es ist wunderbar abwechslungsreich. Es gibt nämlich 12 wirklich unterschiedliche Hosenschnitte, mit denen man sich ganz wunderbar ausprobieren kann. Modelle, wie die eher klassische Caprihose, Chino oder Culotte geben sich ein Stelldichein neben exotisch anmutenden Modellen, wie der Thaihose oder der raffnierten Dropcrotch.

Gut, mir als Kleiderschrank-Puristen, der seit zig Jahren die gleiche Marlenehose näht, ist da vieles einen Tick zu „besonders“ und die Bundfalte hatte ich ja eigentlich schon in den 80ern genug gelebt. Aber man sollte niemals nie sagen…

Fazit:
Wer Lust auf Hosen hat und mal verschiedene Modelle realisieren möchte- nur zu!
Klare Schnittbögen, Modellskizzen und Zuschneidepläne erleichtern die Vorbereitung.
Ich hätte mir allerdings die Fotos in den Anleitungen deutlicher und größer gewünscht. Manche Details sind wirklich sehr schwer zu erkennen und dazu kommt, dass eine direkte Bild/Text-Zuordnung im Layout fehlt und die Nummerierung der Fotos nicht meinem normalen Lesefluss folgt.
Aber ich finde es wirklich prima, dass sich jemand mal an so ein großes Nähthema gemacht hat und vielleicht gibt es zum Sommer hin dann doch endlich mal eine luftige Culotte.
Einen schönen Schnitt hätte ich ja nun... ;)






Donnerstag, 3. Januar 2019

Kein Vorsatz ist auch ein Vorsatz

Jetzt ploppen sie wieder auf, die Blogbeiträge, in denen Ziele gesteckt, Pläne offenbart und das weiße Blatt der Möglichkeiten gefüllt wird, mit Zielen und Träumen.

Ich lese diese Beiträge gern, versprühen sie doch jede Menge positive Vorfreude und Tatendrang.
Doch trotzdem ich scheue mich, selbst Vorsätze und Pläne für das frische Blog-Jahr zu formulieren. Natürlich gibt es Dinge, die ich 2019 gerne machen und umsetzten möchte, aber ist es wirklich eine gute Idee, sie hier ins www zu tragen?! Sie kund zu tun und ins virtuelle Tagebuch zu schreiben?

Kalender Schneiderherz 2019 A4


Klar, für manche ist das der nötige Ansporn und Motor, um konsequent und zielstrebig am Ball zu bleiben. Aber es kann eben auch unnötig Druck aufbauen. Manifestierte Vorsätze und Pläne können zu einem Korsett werden, das man sich selber immer enger schnürt.

Und dann fehlt am Ende die Freiheit, die Kreativität nun mal braucht, 

um glücklich zu machen.


Hier wird also für das neue Blogjahr nichts angekündigt oder formuliert und es wird weder ein Fazit gezogen, noch Pläne geschmiedet.

Lassen wir uns einfach mal überraschen, was da so kommt und was sich findet.

Auf ein gutes 2019!






Den Kalender oben habe ich für Euch übrigens in A4 zum Ausdrucken angelegt- HIER könnt Ihr Euch die .pdf downloaden. Viel Spaß damit ;)