Donnerstag, 24. Juni 2021

Sommer Outfit selbstgenäht

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Es wird sommerlich- zumindest bin ich gerüstet, wenn die Temperaturen wieder klettern sollten und mir nach einem sommerlichen Blüschen und einer lässig bequemen Hose ist. In meinem Schrank sind zwei neue Teile eingezogen, das Duo besteht aus einer Blusenversion von Shirt Anesa und Hose Gstaad von Schnittquelle. 

Meine neue Bluse hatte zunächst leicht gepuffte Ärmel- die in der flatterigen Tupfen-Viskose auch wirklich niedlich aussahen. Doch genau da lag dann aber auch das Problem: Ich fühle mich in "niedlich" einfach nicht wohl. Also habe ich die Ärmel wieder ausgetrennt und hatte danach hatte ich kurz den kurzen Impuls, die Armlöcher mit Schrägband einzufassen und die Bluse zum ärmellosen Top zu machen. Aber da der Stoff noch für ein paar neue Ärmel reichte, habe ich den Alternativärmel, der beim Schnittmuster dabei ist, mit etwas mehr Weite versehen und zugeschnitten. Die Originalweite wäre mir in Webware viel zu eng gewesen- die taugt eher für eine Jerseyvariante, da das Oberteil im Schulterbereich relativ schmal sitzt. Mit der neuen Ärmelversion bin ich nun sehr zufrieden.

Schnittmuster:
"Shirt Anesa" in Gr.40, Ärmelvariante ohne Falten und Blende- Mehrweite zugefügt und verlängert. Stoff:
Viskose Webware, leichte Qualität, gekauft schon vor einiger Zeit bei Jippel Flensburg


Meine neue Hose war in jeglicher Beziehung ein Volltreffer. Denn tatsächlich lag in meinem Vorrat ein toller schwarzer Tencel, den ich von einer lieben Nähfreundin geschenkt bekommen hatte (Danke Dagmar!) Ich bin immer um ihn herumgeschlichen und wartete lange auf DAS Projekt für ihn.
Der Hosenschnitt von Schnittquelle nun kommt mit zwei Weiten- und drei Längenvarianten. Und mein Tencel reichte exakt, um die schmale, knöchellange Version zuzuschneiden. Bei meinen 178cm Körperlänge ist das jetzt eine Länge, an die ich mich mit mehr Stoff tatsächlich nicht herangetraut hätte. Das Hochwassertrauma bei Hosen sitzt tief ... Doch die Länge gefällt mir ausgesprochen gut, weil sie einfach stimmig zu einer superbequemen sommerlichen Hose passt. Und die Tatsache, das die Hose dank Gummibung einfach und schnell zu nähen ist und sie praktische Hüftpassentaschen mitbringt, wird dafür sorgen, dass ich bestimmt auch nochmal eine andere Länge oder auch Weite nähen werde.

Schnittmuster:
"Hose Gstaad" Gr.38, schmale Beinvariante, Länge knöchellang (laut Schnitt), ohne Anpassungen an meine Körpergröße, enthaltene Nahtzugaben von 1,5cm nur gut 1cm abgenäht.
Stoff: "Meet Milk" Slub. 80%Tencel 20% Leinen


Lieben Dank an Stefanie von "Schnittquelle", dass ich mir die Schnitte aus ihrem schönen Schnittsortiment aussuchen durfte.  


Und, wie sieht es mit Euren sommerlichen Nähplänen aus? Schrank schon gut gefüllt mit luftiger Gute-Laune-Kleidung?!



Sonntag, 23. Mai 2021

Sommerliche Bluse aus Halbleinen

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Der Sommer kann kommen! Ich habe mir nämlich eine ganz wunderbare Kurzarmbluse genäht- aus einem tollen grauen Halbleinen. Mit diesem kleinen Teil kam auch endlich mal wieder richtig Nähfreude bei mir auf. Das Projekt hat großen Spaß gemacht: Der Schnitt war sehr stimmig und wenn man dann noch qualitativ hochwertigen Stoff vernähen darf, ist die Freude doppelt groß.

Halbleinen

Das graue Halbleinen "Revolverheld" gehört zu einer frisch aufgelegten Stoffserie bei Zuleeg. 60% Leinen gepaart mit 40% Baumwolle ergeben ein sommerliches Gewebe mit edler Griffigkeit und feinem Stand. Das perfekte Stöffchen für Kleidung mit sommerlicher Leichtigkeit. Natürlich gibt es die Meterware made in Germany nicht nur in unbuntem Grau, sondern auch in tollen Farben wie DustyPink, Citronelle, Lagune und Kornblume. Mit meiner Farbwahl bin ich aber mehr als zufrieden, denn der Grauton hat einen ganz, ganz leichten Tick ins Grün- somit ein Volltreffer zu meinen grünen Augen und ein toller Kombipartner in meinem Kleiderschrank.

Kurzarmbluse Berit Halbleinen Zuleeg

Nähen mit Leinen

Das verwendete Schnittmuster ist übrigens aus dem Buch "Nähen mit Leinen". Das Buch war in  meiner Rezension nicht ganz so positiv weggekommen- aber hier zeigt sich nun, dass die enthaltenen Schnittmuster Potenzial zu Lieblingsstücken haben können. Ich habe Bluse Berit in Gr.38 ohne jede Änderung genäht. Alle Teile passten prima zusammen. Dank Kragensteg und der Tatsache, dass Ober- und Unterkragen separate Teile mit Mehrweite auf dem Oberkragen sind, ist das Nähen ein Leichtes. Ich hatte erst etwas Sorge, dass die Ärmelumschläge zu steif wirken könnten- aber der Stoff hat die richtige Grammatur und so haben sie zwar Stand, aber harmonieren gut mit der taillierten Form der Bluse.

Leinenbluse nähen Berit Stoff von Zuleeg

Selber nähen

Ich habe die Kante für die Knopfblende übrigens nach außen geklappt, um dann abgesteppt eine etwas plastischere Optik zu haben (und auch wenn es auf dem Bild so aussieht, als wäre der Obertritt kürzer als der Untertritt: Ist er nicht- da hat mein Stylist *g* nur nicht aufgepasst, nicht zurechtgezuppelt und auch nicht den untersten Knopf geschlossen) Die im Schnittmuster vorgesehe Brusttasche habe ich weg gelassen und die Quetschfalte unter der Rückenpasse zu einer Kellerfalte gemacht, weil der Stoff dann schöner fiel. Das ist ja das Tolle am Selberschneidern, man kann probieren und machen, wie man möchte.

Bluse Berit aus dem Buch "Nähen mit Leinen" von Tatjana Anninskaia
Genäht ohne Änderungen in Weite oder Länge in Gr.38.
Ich bin 178cm groß.

Stoff von Zuleeg. Made in Germany.  Halbleinen Revolverheld Art.Nr. 11758 
60% Leinen 40% Baumwolle, 175g/lfm
Der Stoff für dieses Nähprojekt wurde mir zur Verfügung gestellt.

Warten auf den Sommer

Ich würde mich freuen, wenn der aktuell sehr herbstliche Mai, sich gegen Ende doch noch milder zeigt und hoffe sehr auf einen schönen Blusensommer. Wie schaut es aus mit Eurer Sommergarderobe 2021? Auch schon was Feines aus Leinen gezaubert?





Freitag, 7. Mai 2021

HEJ. Skandi-Chic, eine Buchvorstellung

Der EMF Verlag hat mir das Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt.

Der Mai ist da und mit ihm die Hoffnung auf wärmere Temperaturen und die Lust auf luftigere Garderobe. Passend zu dieser frühlingsfrischen Laune kommt das Buch „Hej. Skandi-Chic Kleidung nähen“ von Anja Roloff (@aennisews) daher, das ich Euch heute vorstellen möchte. 

 
Gleich vorweg: Ich mag das Buch. Das liegt vor allem an der besonderen Art, wie die Autorin die Leserin an die Hand nimmt. Fast ein wenig so, als würde eine Freundin, die schon länger das Nähen als Hobby für sich entdeckt hat, zu einem sagen: "Hej, Nähen ist toll- mach doch einfach mal." Und sie zeigt, wie sie es macht...

Das Buch

Das Buch enthält 14 verschiedene Kleidungsstücke- von der Hose über Rock zu Kleid ist alles dabei. Jeder Schnitt mit einem schönen kleinen Detail, seien es nun praktische Taschen, ein Knoteneffekt oder auch mal eine Rüsche. Das Größenspektrum deckt die Größe 34-44 ab und bleibt dabei locker und leger, so dass man sich über Passformprobleme keine Sorgen machen braucht. Die schlichte Schnittführung bietet reichlich kreativen Raum, um sich über Stoffwahl, Muster, Farbe sein persönliches Lieblingsteil zu nähen. Leider wird im Buch nicht auf das Kombinations-Potenzial der einzelnen Kleidungsstücke eingegangen. Auf mich wirkt die Stoffwahl im Buch etwas zusammengewürfelt, da hätte ich mir mehr Harmonie gewünscht, um am Ende vielleicht dann noch mehr Kombi-Flatlay ala @aennisews zu zeigen. 

 

Durchblick 

Das Layout der Anleitungen ist „typisch EMF“ gestaltet. Ich bedaure es wiederholt, dass die Fotos so klein abgebildet sind und Text und Bild nicht direkt zugeordnet. Details sind oft nicht ideal zu erkennen. Dass das nicht den Fotos an sich geschuldet ist, sondern einfach dem Druck, kann man sehr leicht sehen, wenn man die gleichen Bilder online betrachtet. Auf dem Bernina Blog findet sich nämlich die Anleitung zu Bluse Nele(inkl. Schnitt als Freebie). Am Bildschirm betrachtet, hat man einen deutlich besseren Durchblick.

 

Die Anleitungen

Schönes Buch - aber manchmal bin ich dann tatsächlich die im Vorwort erwähnte Schneiderin, die „an der einen oder anderen Stelle die Hände über dem Kopf zusammenschlägt“. Vor allem, wenn ich aus langjähriger Erfahrung im Nähkurs weiß, dass bestimmt Verarbeitung zu Frust bei Anfängern führt. Belege z.B., die nicht im Vorfeld sorgsam mit Vlieseline bebügelt wurden, geraten furchtbar schnell aus der Form. Wer schon Näherfahrung hat, kann vielleicht gegenhalten- ein Anfänger ist aber schnell traurig, wenn Formen aus dem Ruder laufen und dann der Auschnitt wellt und unförmig wird. Seltsam finde ich einige Taschenbeutel- die der Nahttaschen an der Culotte Liv z.B. werden der Schwerkraft folgen und der Hose baumeln und sich gern mal lästig auf den Weg nach hinten machen. Eine etwas andere Form (bis zur Kante hochgezogen) oder ein kleiner Haltesteg könnte da aber simpel Abhilfe schaffen. 

 

Einfach mal machen

Anja zeigt uns ihren Weg zu nähen und der führt am Ende zu schönen, tragbaren Klamotten. Sie macht Mut und Lust, sich auf das Abenteuer Nähen einzulassen. Ganz nach dem Motto: Auch wenn am Anfang mal ein TfdT (Teil für die Tonne) dabei sein sollte- jede Naht lässt Erfahrung wachsen und die Schnitte im Buch sind eine schöne Spielwiese, sich auszuprobieren.




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Hej. Skandi-Chic – Kleidung nähen
Edition Michael Fischer / EMF Verlag


Mittwoch, 5. Mai 2021

Nähblockade zum #memademay

Es ist Mai. In Flensburg zwar eher nach dem Motto "Der kleine April möchte bitte aus dem Mai abgeholt werden", aber es werden mildere und schönere Tage kommen. Zeit also, den Kleiderschrank zu checken und die Garderobe zu sichten. Ich habe im letzten Monat ordentlich ausgemistet. Mich von Teilen getrennt, die ich zwar mochte, aber dann doch nicht getragen habe. Und auch endlich die vielen Jeans gehen lassen, die mich nach einer Stunde Tragen nervten, weil sie irgendwo zwickten und zwackten. 

Überfluss 

Und obwohl viele Klamotten weg sind, ist der Kleiderschrank noch mehr als üppig gefüllt. 

Hier sehr Ihr einen kleinen Bruchteil selbstgenähter Lieblingsteile. Und Ihr seht den Grund, warum ich schon länger eine ziemliche Nähblockade habe: Ich brauche nichts Neues. Die Vernunft hockt mir auf der Schulter und flüstert bei jeder neuen Inspiration, dass der Schrank doch voll genug sei. Ich streichel Stoffe, die seit Jahren im Vorrat liegen und finde keinen Anfang. Genauso gehts mit Schnitten, die eigentlich schon ewig mal probiert werden wollen: Da fehlt dann mal der richtige Stoff oder wenn man ihn hätte, ist es zu wenig. Oder es ist gefühlt schon zuviel, den Schnitt herauszukopieren. Und ZACK, ist der Funke Elan erloschen. Ich komme nicht an den Punkt, einfach mal anzufangen...

Lustverlust

Und gleichzeitig hänge ich im Zwiespalt und bin traurig, denn Tatsache ist: Ich liebe Nähen. Doch dafür müsste ich einfach mal wieder anfangen, diese Freude am Tun zuzulassen.


 

Projekt Jeans

Aber vielleicht wird es ja nun was, denn ich habe mit dem Aussortieren meiner Jeans einen echten Bedarf geschaffen. Ich brauche und möchte neue Jeanshosen. Dieses Kleidungsstück war bei mir bisher  immer ein Kaufteil, ich habe mir tatsächlich noch nie eine Jeans genäht. Ich habe mir Stoff gekauft (und sogar schon vorgewaschen) und den Schnitt Jeans #2 von Pattydoo. Könnte also direkt losgehen...

 ...ich muss nur noch meinen Elan wiederfinden.

Eine Zeit lang fand ich diese Zurückhaltung beim Nähen ja ganz wunderbar. Ein angenehmes Gefühl, sich nicht von Trends und Neuheiten unter Druck gesetzt zu fühlen. Rosinen zu picken und Projekte zu zelebrieren. Doch auch das wurde schnell weniger, dann gab es plötzlich eher Miniprojekte, wie ein simples Shirt. Fix von der Nadel gehüpft. Nett, aber nicht wirklich Futter für die Schneiderseele.
Nun werde ich bald 50 und ich habe mir fest vorgenommen, dass sich was ändern muss. Schneidern ist für mich ja nicht einfach ein Hobby, das man nach einer Hochphase aufgibt. Es ist mein gelernter Beruf (den ich zwar nicht im ursprünglichen Sinn ausübe, aber hey, neu erfinden will ich mich auch nicht)


Vielleicht kennt Ihr dieses Gefühl oder diese Phase ja auch? Habt Ihr einen Tipp oder verratet, wie Ihr damit umgegangen seit? Ich bin gespannt.



Beitrag verlinkt beim MeMadeMittwoch

Donnerstag, 22. April 2021

Nähen mit Leinen, eine Buchvorstellung

Der EMF Verlag hat mir das Buch zur Rezension zur Verfügung gestellt.

Ich liebe Leinen. Ich mag die guten Trageeigenschaften, die Haptik und die Tatsache, dass Klamotten aus Leinen mit der Zeit immer mehr Persönlichkeit bekommen. Leinen lässt sich sehr gut nähen und mit den steigenden Temperaturen ist Stoff aus dieser Pflanzenfaser die perfekte Wahl für schöne Nähprojekte. 

Leinen knittert edel

Im Gegensatz zu Baumwollgeweben knittert Leinen auf eine sehr charmante Art und Weise. Während Baumwollstoff nach dem Tragen meist einfach knitterig aussieht, bilden sich bei Leinenstoffen schöne weiche Tragelinien, die für mich lässig, aber nicht ungepflegt wirken. Diese Tragepatina ist einfach unvergleichlich schön.

Der richtige Schnitt für Leinenstoffe

Damit der besondere Charakter von Leinen auch wirken kann, sollte natürlich auch der Schnitt so gewählt sein, dass die Optik nicht unpassend wirkt. Ideal sind Schnittmuster mit einer gewissen Lässigkeit. Mittlerweile gibt es einige Nähbücher auf dem Markt, die sich mit dem Thema "Nähen mit Leinen" befassen. Eines davon hat mir der EMF Verlag zur Rezension zugesand und ich möchte es Euch kurz vorstellen und mein Fazit dazu ziehen.


Titel und Aufmachung fand ich auf Anhieb sehr ansprechend- das Buch wirkt auf den ersten Blick schön frisch und modern, auch wenn ich langsam müde werde, dass alles den Zusatz "der Nachhaltigkeit" verpasst bekommt... Das Buch enthält 14 Nähprojekte, wobei da dann auch schon die Schnittvarianten mitgezählt sind. Top, Rüschentop und Kleid sind z.B. der gleiche Schnitt, der sich nur über die Länge unterscheidet. Trotzdem werden die Schnittbögen mit jeweils einem eigenen Schnitt pro Modell gefüllt, was die Orientierung auf den drei Bögen leider nicht übersichtlicher macht. Auch die Schnitte von "Oversize Kleid Hilda" und "Oversize Bluse Emilia" scheinen sich nur durch AuschnittVarianten bzw. die Ärmellänge zu unterscheiden. Die beiden Rockmodelle bestehen nur aus gerade Teilen- da braucht es eigentlich auch nur einen Schemaschnitt. Mit Augenmerk auf Nähanfänger macht natürlich ein Schnittmuster mit Passzeichen und Markierungen z.B. für die Falten schon Sinn. 

Tipp: Unbedingt dünnes Schnittmusterpapier zum Abpausen verwenden- so ist es leichter die feinen Linien zu sehen und nicht versehntlich ins falsche Modell abzurutschen. 

Die Anleitungen

Während die meisten Modelle ziemlich Basic sind, sticht der Blazer Wilma als aufwänigeres Projekt hervor. Vor allem, weil seine Innenverarbeitung besonders schön ist. Alle Kanten sind mit Schrägband eingefasst, was das ungefütterte Modell sehr aufwertet. Für die Verarbeitung gibt es einen allgemeinen Teil mit Tipps und Tricks und jedes Modell hat dann nochmal Fotos zu den Anleitungsabschnitten. Hier finde ich das Layout leider wieder mal nicht sehr gelungen. Text und Bilder sind getrennt voneinander- das mag ich einfach nicht. Ich hatte es schon bei diversen Büchern aus dem Verlag kritisiert- die Anordnung entspricht nicht dem normalen Lesefluss. Dazu kommt, dass die Details der Bilder wieder einmal kaum zu erkennen ist. Das liegt absolut nicht an der Autorin und Ihren Bildern, sondern ist einfach der Tatsache geschuldet ist, dass die Fotos viel zu klein abgebildet sind und wohl auch im Druck ziemlich Kontrast eingebüßt haben. Nähte und Details sind extra in Kontrastfarbe ausgeführt, aber im gedruckten Buch wirklich schwer auszumachen.


Ein paar kleine Fehler habe ich beim Schmöckern leider auch schon ausmachen können. Es sind nur Kleinigkeiten, aber aus Erfahrung weiß ich, dass es besonders Anfänger sehr verwirren kann, wenn z.B. in einer Anleitung steht "links auf links" - doch der notwenige Hinweis WARUM fehlt (in diesem Fall eben die Tatsache, dass das Top mit "französischen Nähten" verarbeitet wird und die detaillierte Beschreibung dazu, sich auf Seite 18 befindet) Auch Vertipper bei Bluse Berit: Da verlangt die Zuschnittliste die Passe 1x. Benötigt wird sie aber in doppelter Ausführung...

Ein Leinen-Nähbuch, aber nicht DAS Leinen-Nähbuch 

Gut finde ich , dass jedes Modell eine Schnittübersicht hat- eine technische Zeichnung des fertigen Kleidungsstückes fehlt aber leider, genau wie die Angabe, auf welchem der drei Schnittbögen sich die Teile denn befinden. Der einleitende Teil des Buches bietet keine großen Überraschungen- eine kleine Übersicht zum Thema Leinen und der obligatorische allgemeine Teil zu Equipment und ein wenig Schnittanpassung. Schön ist, dass einige Verarbeitungsdetails näher gezeigt werden- ein Rückverweis hierhin bei den Modellanleitungen wäre ideal gewesen.

Was ich wirklich schade finde

Das größte Manko an dem Buch jedoch finde ich die Modellfotos. Auch wenn die Schnittmuster nämlich die perfekte Lässigkeit für das Material mitbringen, wirken die meisten der genähten und abgelichteten Kleidungsstücke gar nicht leinentypisch. Auch wenn ich ja ein totaler Bügelfan bin- so knitterfrei ist Leinen für mich einfach nicht Leinen. Mir fehlt die Lebhaftigkeit- alles wirkt steif und gestärkt (was vielleicht daran liegen könnte, dass die Autorin dazu rät, Leinenklamotten mit Flüssigstärke zu waschen)

Mal sehen, ob und wann ich ein Modell aus dem Buch nähen werde. So ein schlichtes Leinenkleid für den Sommer kann man ja immer brauchen. Wenn ich mich entschieden habe, werde ich es natürlich hier vorstellen und natürlich wird es echten "Leinen-Charme" haben...

NACHTRAG Ende Mai 2021: Ich habe mittlerweile die Bluse Berit genäht. Ihr könnt sie hier bewundern: Bluse Berit aus Halbleinen Ich war sehr zufrieden mit der Qualität des Schnittmusters :)

Details zum Buch findet Ihr HIER direkt beim Verlag

Wie steht Ihr zum Material Leinen? Große Liebe und perfekter Sommerstoff? Erzählt doch mal- ich bin sehr neugierig, ob ich alleine bin mit meinem "Ich mag Leinenknitter"...

 


 


Samstag, 13. Februar 2021

Anleitung Projektbeutel für's Handgelenk

Für alle nähenden Strickfans, alle strickenden Nähnerds oder einfach für alle, die einen kleinen praktischen Projektbeutel für's Handgelenk suchen, um damit unterwegs ihrer Leidenschaft zu fröhnen:

Ich habe eine Anleitung inkl. Schnittmuster für Euch...

Projektbeutel Handgelenk

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Ihr findet meine bebilderte Schritt-für Schritt-Anleitung und den Schemaschnitt als .pdf auf dem Bernina Blog: Schnittmuster & Anleitung Projektbeutel

Und für alle, die einen Plotter besitzen, habe ich noch den hübschen Schriftzug "Knit happens" gebastelt, mit dem Ihr die Projekttasche pimpen könnt. Ihr findet die Vektorgrafik .svg und das Format .studio3 zum Download HIER (Verwendung ausschließlich für den persönlichen Gebrauch)

Wer keinen Plotter hat, muss nicht traurig sein, denn die Projekttasche sieht auch toll aus, wenn man einfach auf beiden Seiten Vortaschen näht, statt sie mit dem Schriftzug zu verzieren. Und mehr Stauraum hat sie dann auch... ;)

Plottmotiv Knit happens Projektbeutel

Ich wünsche Euch viel Freude mit meinem Tutorial und diesem kleinen, einfachen Nähprojekt. Und später dann natürlich viel Freude beim Stricken...

 


 


Samstag, 30. Januar 2021

Musselintuch mal anders

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Premiere für mich... Da muss ich fast 50 Jahre alt sein, um endlich mal etwas aus Musselin zu nähen.

Claudia von "ganzmeinich" und ich hatten uns eine kleine Challenge auferlegt:

Zaubere aus drei verschiedenen Musselin-Stoffstücken und mit dekorativen Nähten der Overlock BERNINA L850 ein schönes Accessoire für den Hals.

 
Mein Ergebnis ist dieser "ShiftedStripesScarf". Das Schaltuch ist fix genäht und punktet durch eine ganz besondere Form, die durch gezielt verschobene Streifen entsteht. Auf dem Bernina Blog zeige ich die Entstehung meines neuen Lieblingsaccessoires im Detail.
 
Musselintuch Tutorial drapieren

Lust, Dir auch so ein tolles Tuch zu nähen? Dann schnapp Dir drei Stücke Musselin und los geht's! Die ausführliche Anleitung und alle Infos zu meinem Schaltuch aus Musselin findest Du auf dem Bernina Blog.

Hier geht es zu meinem Tutorial KLICK


Schneiderherz Musselintuch