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Dienstag, 1. Oktober 2019

Capsule Wardrobe. Das Nähbuch

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

„Eine Capsule Wardrobe ist eine Garderobe, bestehend aus wenigen Kleidungsstücken, die harmonisch zueinander passen und (fast) alle untereinander kombinierbar sind.“

Das was Henrike Domin alias Hilli Hiltrud in diesem einen Satz beschreibt, bringt sie dem Leser in Ihrem Buch „Capsule Wardrobe. Das Nähbuch“ Schritt für Schritt näher. Dabei nutzt sie die Idee einer geplanten Garderobe, um ein Nähbuch zu schaffen, mit dessen Hilfe besonders Nähanfänger nicht mehr am schieren Überangebot des Schnittmustermarktes verzweifeln müssen.

Planlos nähen schafft Frust.


Jeder kennt bestimmt die genähten Schrankleichen, die nie getragen werden, weil sie auf Grund von Farbe/Muster oder Schnitt einfach nicht mit dem Rest des Schrankes harmonieren. Ist der Schrank voll mit Einzelstücken, ist der Frust bei der täglichen Outfitwahl vorprogrammiert
Mit Hilfe des Buches kann man nun Lieblingsfarben ergründen und sich ein kleines Konzept erstellen. Dabei bleibt die Planung angenehm überschaubar und macht keine komplizierte Wissenschaft daraus. Kleiung nähen soll Spaß machen und gerade Anfänger sollten mit einer gewissen Leichtigkeit starten dürfen. Und dafür bieten sich dann auch die 9 Kleidungsstücke und eine raffinierte Tasche des Buches an. Sie warten darauf genäht und danach nach Lust und Laune kombiniert zu werden.


Blick ins Buch

Basisgarderobe

 

Die Schnitte decken einen erfreulich breiten Größenbereich von 32 bis 50 ab. Sie sind allesamt schlicht gehalten und bieten damit Raum für die persönliche Note. Die Modelle zeigen sich vor allem durch die Stoffwahl und diverse Längen und Tragevarianten wandelbar.
Jedes Näh-Projekt hat eine Übersichtsseite mit Modellfoto und technischer Zeichnung. Es wird beschrieben, was man braucht und welche Varianten möglich sind. Leider fehlt eine Schnittübersicht- das hätte es gerade Anfängern leichter gemacht, sich mit den Schnittteilen zurechtzufinden. Die Schnittmusterbögen sind aber übersichtlich und klar und praktischerweise sind die Nahtzugaben schon enthalten.
Es folgt immer eine bebilderte Anleitung mit kurzen Textbeschreibungen. Hier ist es dem Medium Buch geschuldet, dass die Fotos leider recht klein sind. Trotzdem sollte die Umsetzung kein Problem sein- denn es werden keine komplizierten Nähtechniken abverlangt.

Details des Buches

Mein Fazit:


Ein wirklich schönes (Anfänger)Buch. Henrike Domin verdeutlich mit den Mustermodellen ein gut umgesetztes Konzept, denn die genähten Beispiele entsprechen dem vorher gezeigten beispielhaften Farbschema. Das hilft Einstiegern in die Thematik 'Capsule Wardrobe', weil so die Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten gezeigt wird.
Dazu kommt, dass die Tragefotos wirklich schön geworden sind und schon beim Blättern Lust machen, sich auch so eine Komplett-Garderobe zu nähen.


Capsule Wardrobe – Das Nähbuch*
Aus 10 Nähprojekten über 365 Outfits kombinieren: einfach und nachhaltig
Größe 32 bis 50 – Mit 3 Schnittmusterbogen
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1. (13. August 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3960934246

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Schaut unbedingt auch mal auf die Homepage und den Blog von Henrike. Dort gibt es jede Menge tolle Schnittideen, Tipps und Tricks der sympatischen jungen Designerin.
➡ Hilli Hiltrud


Donnerstag, 13. Juni 2019

Buchtipp "Oberteile nähen" von The Couture

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Schon länger liegt hier ein Buch auf meinem Bücherstapel und es wird Zeit, dass ich es Euch vorstelle. Zu meiner großen Freude ist es nämlich ein Nähbuch, in dem es NICHT ausschließlich um Jersey geht. Im Buch "Oberteile nähen" von Kira Denecke alias "The Couture" wird zum großen Teil Webware verarbeitet und damit spricht es all diejenigen an, die mal Abwechslung bei der Materialwahl haben wollen.

Buchtitel Oberteile nähen


Es ist ein Baukastenbuch- mit dem sich aus vier Grundschnitten viele Kombimöglichkeiten zaubern lassen. Und dabei bringt es für mich alles mit, was ein gutes Nähbuch ausmacht.
Es ist übersichtlich, hat eine klare Struktur, die den Leser sicher bis zum fertigen Model führt Vorausgesetzt natürlich, dass der Leser auch wirklich vorn im Buch anfängt...
Manch einer lässt sich ja gern hinreißen, überblättert die ersten Kapitel und startet gleich bei den Projekten. Doch in diesem Buch lohnen die Einführungsthemen, denn sie geben z.B. Tipps für die richtige Materialwahl und ein tolles Kapitel zum Thema Stoffkauf inkl. Ermunterung "Slow Fashion" auch beim Selber nähen eine Chance zu geben.

Einblick in das Buch Oberteile nähen

Die Projektseiten sind auch schön übersichtlich. Es gibt technische Zeichnungen, um einen Eindruck der Nahtführung und einen Überblick über die Varianten zu bekommen. Jedes Model hat eine reich bebilderte Schritt für Schritt- Anleitung. Leider sind die Fotos sehr klein geraten und auch manche Stoffwahl macht das Erkennen von Details nicht wirklich einfach. Ich musste zur Lupe greifen, um einigermaßen was zu erkennen. Für Anfänger, die bestimmte Techniken das erste Mal nähen sollen, ist das nicht so schön und es stellt sich die Frage, ob da ein gedrucktes Buch wirklich das Optimum ist. In einem EBook wäre die Bildgröße kein Problem- da vergrößert man sich einfach mit einem Fingerwisch, was man näher betrachten möchte.

Unter der Lupe


Da ich das Buch wortwörtlich "unter die Lupe" genommen habe, hat mein Pingel-Auge dann auch so einiges entdeckt, das den meisten Lesern wahrscheinlich egal ist. Ich finde es aber einfach schade, wenn sichtbare Ziernähte nicht sauber sind und ich mag es nicht, wenn Webstoffe nur mit der Overlock zusammengerattert werden und man dann bei dunklem Stoff die schlechte Fadenspannung des hellen Garnes sehen kann. Da kommt einfach die Schneiderin in mir durch...

Aber ich mag die Zusammenstellung der Modelle, die wirklich gute Projektübersicht inkl. technischer Zeichnungen und auch die Schnittbögen sind- obwohl die Schnittlinien verlagstypisch sehr fein gedruckt sind- recht übersichtlich, weil sie nicht so überladen sind. Die Einführungskapitel mit den verschiedenen Themen sind lesenswert und damit ist das Buch eine tolle Geschenkidee für Nähbegeisterte, die die Jerseyphase hinter sich bringen wollen.





Montag, 1. April 2019

Frau Schneiderherz strickt

Der EMF Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Ich bin Schneiderin.
Und ganz viele Jahre habe ich den Versuchen meiner strickenden Freundinnen widerstanden, mich zum Stricken zu bewegen. Nähen genügte mir, vor allem, weil ich ja auch öfter mit tollen Strickwerken beschenkt wurde.
Doch in letzter Zeit musste ich feststellen, dass ich mich als Nichtstricker in der direkten Gesellschaft von Strickern „nackt“ fühle. Während die anderen beim netten Plausch lässig die Nadeln klappern lassen, kann Frau Schneiderherz nur Däumchen drehen. Stricker nehmen ihr Projekt einfach überall mit hin und können spontan daran werkeln.

Mobile Kreativität- traumhaft! 


Das ist beim Nähen so nicht möglich. Ich nähe zwar auch gern mal mit der Hand- aber für die meisten Arbeitsschritte sind beim Schneidern ja doch Werkzeuge und Maschinen nötig, die man nicht mal eben in einen Projektbeutel steckt. So keimte jetzt der Wunsch in mir, es doch mal mit dem Stricken zu versuchen.

Und weil ich mich für ein neues „Ding“ gerne erst einmal in die Grundlagen einlese, schien mir folgendes Buch passend:

Stricken lernen Buch Masche fuer Masche

Stricken- Masche für Masche
von Marisa Nöldeke
Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag; Auflage: 1 (17. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3863557603


Da die Strickwelt für mich ja noch ein „unerforschtes Paralleluniversum“ ist, schmöckerte ich völlig unbedarft durch die Grundlagenkapitel und war erstmal ein wenig eingeschüchtert. Doch die graue Theorie sollte schnell den ersten Praxisversuchen weichen und so machte ich mich auf den Weg in das hiesige Wollgeschäft. Bei „Wollsucht“ in Flensburg wurde ich ganz wunderbar und geduldig beraten (und ich konnte endlich mal nachfühlen, wie sich ein Nähanfänger fühlen muss, der das Material für sein erstes Projekt sucht)
Ich kaufte also meine ersten Stricknadeln und meine erste, herrlich weiche und unbunte Wolle! Yeah!

Die ersten Schritte beim Stricken Anfaenger

Daheim schnappte ich mir das Strickbuch und es ging los mit dem Maschenanschlag.
Die Zeichnungen im Praxisteil sind klar und deutlich und es gelang mir recht fix der Kreuzanschlag. Auch die rechten Maschen glückten schnell. Irgendwo schien mein Gehirn noch die paar Maschen aus Kindertagen abgespeichert zu haben Als Kind hatte ich die Sache mit dem Stricken nämlich schon mal versucht- es blieb damals aber bei einem Schaf und einem nie vollendeten Schal in „Kraus Rechts“.
Bei den linken Maschen hatte ich dann erstmal einen Knoten im Hirn und irgendwas machte ich falsch. Die Zeichnung irritierte mich etwas und so hab ich einfach mal via Google ein kleines Anleitungsvideo gesucht, das mir die Augen öffnete. Plötzlich verstand ich dann auch die Zeichnung und ich habe einfach mal drauf los gestrickt.
Diese Probe werde ich in den nächsten Tagen aufribbeln. (Noch so ein Vorteil vom Stricken- das Ribbeln ist ja so viel fixer als lästiges Trennen beim Nähen...) Ich möchte mir einen einfachen Loop stricken und habe auch schon eine Anleitung ins Auge gefasst. Es wird allerdings kein Projekt aus dem Buch- die schienen mir für das Erstlingswerk doch zu schwierig.
Das Buch wird mich aber bestimmt noch eine ganze Weile begleiten. Es ist ein klasse Nachschlagewerk mit den wichtigsten Grundlagen- aber auch mit diversen Strickmustern und Tricks und Tipps, wenn es über simple Maschenreihen hinaus geht. Aber da bin ich jetzt ja noch nicht- ich fange erst mal mit kleinen Schritten an und freue mich, dass mir das Buch den Einstieg sehr leicht gemacht hat und ich jetzt nach und nach die anderen Kapitel "erobern" kann.

Und, wie schaut es bei Euch aus mit dem Stricken? Gibt es noch mehr so Spätzünder wie mich da draußen in der Handarbeitswelt? Oder gehört das Stricken für Euch schon immer zum kreativen Leben? Ich bin gespannt...





Dienstag, 27. November 2018

Endlich passende Schnittmuster

Der EMF-Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Kaum jemand, der das nicht schon erlebt hat:
Klamotte glücklich und stolz fertig genäht und beim Anziehen dann die harte Ernüchterung- das Teil passt nicht! Dabei hatte man doch mit dem Nähen angefangen, weil man sich dann endlich passende Kleidung zaubern könne. Weil man eben nicht mehr in der Umkleidekabine Anprobemarathons durchleiden wollte, um am Ende doch nix zu finden, was wirklich gefällt und passt.
Und nun hat man Zeit und Geld ins Hobby Nähen investiert und ist am Ende nicht viel besser dran als vorher?!

Schnell wird dann mit den Schnittherstellern gehadert „Also die Schnitte der Firma XYZ, die sitzen ja überhaupt nicht“ oder im schlimmsten Fall sogar mit sich selbst „ Meine Figur ist unmöglich, kein Schnitt passt“. Doch es liegt weder am Schnitthersteller und schon gar nicht am eigenen Körper, wenn ein selbstgenähtes Kleidungsstück nicht passt, wie erträumt. Es liegt einfach an der Tatsache, dass Schnittmuster eben keine persönlichen Maßschnittmuster sind, sondern - genau wie Konfektionskleidung- nach standarisierten Körpermaßtabellen erstellt werden.
Und da eben kaum ein Körper diesen Norm-Maßen entspricht, liegt es also an einem selbst, den Schnitt schon VOR dem Nähen an sich anzupassen.


Das Zauberwort ist Schnittanpassung

 

Und genau dazu gibt es nun endlich ein Buch auf dem deutschen Markt, das absolut anfängertauglich an das Thema heranführt und die Materie Schritt für Schritt darstellt:


Passt perfekt – Schnittmuster an die eigene Körperform anpassen *
von Meike Rensch-Berger

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386355857X
ISBN-13: 978-3863558574

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Meike Rensch-Berger alias Frau Crafteln hat in diesem Buch nicht nur einfach das „Wie“ der Schnittanpassung zusammengefasst, sondern sie stellt zunächst das „Warum“ voran.
Ich muss gestehen, dass ich damit anfangs etwas haderte. Ich wurde nach der Einleitung und bei den sogenannten Basics etwas ungeduldig und dachte nur „Wann geht es denn endlich richtig los?!“
Doch mir wurde schnell bewusst, dass vielen Lesern vielleicht Grundwissen fehlt, weil sie sich noch nicht wirklich mit Schnittmustern und deren Entstehung beschäftigt haben. Und das ja leider noch viel zu viele Frauen mit ihren Körperformen hadern, statt zu verinnerlichen, dass man nicht den Körper anpassen muss, sondern eben das Schnittmuster.
Und als ich dann noch den Satz „Abnäher sind Freunde“ las, wusste ich: Das Buch ist genau richtig so.


Im Kapitel Vorbereitung werden detaliert Grundlagen näher gebracht. Das richtige Ausmessen und die benötigten Maße werden z.B. ausführlich erklärt und eine praktische Druckvorlage, um die Ergebnisse einzutragen, gibt es auch gleich dazu.
Und dann geht es an die eigentliche Schnittanpassung. Die gängigsten Anpassungen werden mit Hilfe wirklich sehr guter und klarer Grafiken erklärt. Einleitend immer die Problemstellung- dann folgt die Problemlösung. Dabei bleiben die Änderungen immer in dem Rahmen, dass wirklich jeder sie nachvollziehen kann. Auch wer noch nie ein Schnittmuster verändert hat, wird sorgsam vorbereitet und kann loslegen.
Und es stimmt wirklich, wenn Frau Crafteln schreibt:

Egal was Du machst: es kann nur besser werden

 

Mein Fazit:
Unbedingt lesenswert und perfekt für alle, die endlich in das Thema starten möchten, ohne sich durch Fachliteratur zu arbeiten oder mühselig auf verschiedensten Plattformen Tipps zur Schnittanpassung zusammenzusuchen.
Ich denke, wer mit Hilfe des Buches erst einmal Zeit (und Liebe) in die Anpassung seines Schnittmusters investiert, der wird am Ende wirklich belohnt. Und dann kann man zukünftig stolz sagen: Passt perfekt!


Wenn Ihr also noch ein Buch für Euren Weihnachtswunschzettel sucht oder einer Nähfreundin eine große Freude machen wollt- wie wäre es da mit diesem Ratgeber?!

Passt perfekt – Schnittmuster an die eigene Körperform anpassen *




 

Edit: Vor lauter Freude über den Inhalt des Buches, habe ich doch glatt vergessen zu erzählen, dass es auch ein wirklich schönes Buch ist. Tolle Farben, übersichtlich gesetzter Text, Grafiken, auf denen man alles klar erkennt und dazu GuteLaune-Fotos der Autorin- was will man mehr?!

Freitag, 9. Februar 2018

#nähliebe

Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten
 
Optisch sehr ansprechend gestaltet, mit dem Titel "Kommt Zeit, kommt Naht" und dem Hashtag #nähliebe auf dem Cover- so macht der Topp-Kreativ den Nähnerd schon mal neugierig...

Nähbuch #nähliebe Kommt Zeit, kommt Naht

Kommt Zeit, kommt Naht. 
#nähliebe: Näh die schönsten Designs von Nähbloggern und Stoff-Profis.
  • Gebundene Ausgabe: 128 Seiten
  • Verlag: Frech; Auflage: 1 (17. Januar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3772481302
  • ISBN-13: 978-3772481307
  • Preis: 19,99€
Acht Autoren steuern 24 Nähprojekte und Anleitungen bei und lassen jeweils auf einer kleinen Steckbrief-Seite einen (klitzekleinen) Einblick in ihre Nähwelt werfen.

Montag, 6. November 2017

Das perfekte Schnittmuster

Jeder Selberschneider wünscht sich wohl das perfekte Schnittmuster!
Ein Schnittmuster, das alle Designdetails enthält, die man sich wünscht und eine perfekte Passform für den eigenen Körper mitbringt.

Doch genau wie die Bekleidungsindustrie, arbeiten auch Schnittmusterhersteller mit Maßtabellen, denen Durchschnittswerte zugrunde liegen, die durch Reihenmessungen ermittelt wurden.
Aber wer ist schon Durchschnitt und wem passt ein Fertigschnittmuster gleich auf Anhieb?!
Was liegt also näher, als sich sein eigenes Schnittmuster zu erstellen?! Ein persönliches Maßschnittmuster…

Ich bin gelernte Damenschneiderin und ganz oft bekomme ich zu hören:
„Ohhh- wie toll- dann kannst Du ja auch Schnitte machen“…
Kann ich aber gar nicht. Ich kann „nur“ nähen.
Das „Schnittmuster machen“ gehörte nämlich nicht zu meiner Ausbildung.
Im letzten Lehrjahr habe ich zwar einen Schnittkonstruktionslehrgang von Müller& Sohn mitgemacht (übrigens im Urlaub und finanziert von meinen Eltern…♥︎), aber zur Schnitterstellung gehört halt mehr dazu, als ein einwöchiger Kurs.
Nicht ohne Grund gibt es den eigenständigen Beruf der Schnittdirectrice und nicht ohne Grund sammeln SchneiderMEISTER viele Jahre Erfahrung in Figurbeobachtung, Konstruktion und Anspassung, bevor sie ihren Kunden Kleidung „auf den Leib schneidern“.

Auch wenn ich Schnittkonstruktion total spannend finde, habe ich es immer vorgezogen, mit Fertigschnitten zu nähen und diese dann meinen Bedürfnissen anzupassen. Ich gestehe- mir fehlt die Lust, mich in die Erstellung von Schnitten einzufuchsen- meine Leidenschaft gilt der Arbeit mit Stoffen und nicht so dem Werkeln mit Schnittpapier und Lineal.
Trotzdem habe ich mir vor längerer Zeit das Buch

„Bekleidung- Schnittkonstruktion für Damenmode“ von G. Hofenbitzer gekauft
  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Europa-Lehrmittel; Auflage: 1 (24. August 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3808562366
  • ISBN-13: 978-3808562369
  • Preis: 51,50€
Ich schmöker auch sehr gern darin. Es enthält alles an Wissen, was man braucht, um Schnitte zu erstellen- vom einfachen Rock, über Hosen bis hin zu Reverskragen, aber es stellt auch im Vorwort schon klar: „Das Gefühl für gute Passform und perfekte Schnittführung kann allerdings nicht nur vermittelt werden, man muss es durch praktisches Erproben erlernen und Erfahren“
Ohne Fleiß also kein Preis ;)

Fachbücher Schnittkonstruktion

Doch an dieser Stelle nun die gute Nachricht: Wer für selbst näht, der muss ja gar nicht- wie ein Schneidermeister- für unzählige Figurtyen und Modellvarianten Erfahrung sammeln.
Man muss ja nur den eigenen Körper kennenlernen und sich auf seinen eigenen Modegeschmack einstellen.

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ein Schnitt, zehn Jacken - Buchtipp

Ich mag schön aufgemachte Bücher und gehöre zu denen, die bei einem tollen Cover schnell zum Verpackungsopfer werden könnten. Doch gerade bei Nähbüchern riskiere ich immer erst einen kritischen zweiten Blick, bevor ich mein Herz verliere. So auch beim neusten Buch von Laura Hertel
Ein Schnitt, zehn Jacken: Lieblingsjacken und Mäntel nähen.
 
Ein wunderschön und edel wirkendes Buch- doch hält die "Verpackung", was sie verspricht?

Ein Schnitt , zehn Jacken Laura Hertel Buchtipp


Donnerstag, 5. Oktober 2017

Kleine, aber feine Lektüre für Nähnerds

Ab und an sollte man sich selber etwas schenken...
Ich mache das besonders gern, wenn ich etwas total langweiliges (Druckerpatronen z.B.) bestellen muss und damit die Portofreigrenze nicht erreiche… Dann husche fix ich auf meine Wunschliste und gönne mir ein schönes Buch.

Bei der letzten Bestellung wanderten dann sogar zwei Bücher in den Warenkorb, denn diese beiden machen sich als Paar besonders gut.
"Am Rockzipfel - Redensarten rund um Kleidung und Stoff" und "Verflixt und Zugenäht - Textile Redewendungen gesammelt und erklärt" von Susanne Schnatmeyer.

Verflixt und zugenaeht und Am Rockzipfel Buchtipp

Wunderbare Büchlein, die einerseits das Schneiderherz erfreuen- andererseits das eine oder andere Aha-Erlebnis bereithalten. So wusste ich z.B. nicht, dass das Wort "Kram" tatsächlich texilen Ursprungs ist... (habe ich vielleicht deshalb soviel Kram im Nähzimmer?!)
Die beiden kleinen Bücher laden jeden zum Schmöckern ein, der sich für Textiles interessiert und gleichzeitig einen Faible für die deutsche Sprache hat. Ich bin ganz angetan und die Bücher sind auf jeden Fall eine tolle Geschenkidee für jeden Nähnerd.

Hier findet Ihr übrigens den Blog der Autorin: Textile Geschichten - viel Spaß beim Stöbern.



Montag, 18. September 2017

Nähgesetzbuch

Ja- beim Nähen gibt es Gesetze!
Natürlich keine, die bei Nichteinhaltung wirklich schwerwiegende negative Folgen haben.
Aber welche, die beim Befolgen jede Menge Frust ersparen und die Chancen auf ein tolles Ergebnis erheblich erhöhen...

Aber in der Hobbyschneiderei darf doch jeder selber entscheiden, wie er was macht und vor allem auch, wieviel Zeit und Lernwillen er in sein Hobby stecken möchte, oder?!
Wozu also ein Buch mit dem Titel "Nähgesetzbuch" ?!

 

Weil sich in der Hobbyschneiderwelt was tut:
Immer mehr Frauen entdecken das Nähen für sich selbst. Sie haben sich sattgenäht an Jerseyteilen und Ratzfatz- Shirtprojekten. Webware erlebt endlich einen ganz wunderbaren Boom und das Thema Nachhaltigkeit gewinnt beim Nähen glücklicherweise auch an Bedeutung.
Und je hochwertiger dann eben ein Stoff ist und je anspruchsvoller ein Modell- umso wichtiger wird der Hobbyschneiderin das alte Handwerk des Nähens.

Als "Mutter des ordentlichen Nähens" ist Inge Szoltysik-Sparrer in der Nähwelt mittlerweile eine feste Größe und ich fände es übrigens schön, wenn der Beiname "Pingel-Inge", der ihr in der Show "Geschickt eingefädelt" angehängt wurde, mal durch was anderes ersetzt würde.
Denn Fachwissen, handwerkliches Können und sorgsame Arbeit dürften gern positiv belegt sein.
Vor allem, weil sie dieses Wissen ja nicht nur an Berufsschneider weitergibt- sondern auch dem Hobbyschneider die Chance bietet, von der Pike auf zu nähen.

Mit ihrem Buch "NähGB Das Nähgesetzbuch"  bricht sie nun eine Lanze dafür, dass es sich lohnt, auf bewährte Erfahrungen zurückzugreifen. Man muss nämlich nicht immer "aus Fehlern lernen"- wenn man im Vorfeld gesagt bekommt, wie es geht. 

Mein Fazit zu dem Buch:
Es ist kurzweilig und sympatisch. Es ist kein Nähbuch mit detailierten Anleitungen- sondern ich verstehe es eher als "Grundgesetz", als die Basis, auf der man aufbauen kann. Ein solides Fundament aus bewährten Regeln.
Mir hat das Lesen echt Spaß gemacht (konnte ich doch so oft zustimmend nicken). Zwar sind einige Seiten wirklich eher Füllmaterial z.B. Tabellen mit Maßen, die so nur für die Schnittkonstruktion von Nöten wären und die Farbgebung des Buches finde ich etwas unglücklich (die Fotos leiden unter arger Rotstichigkeit).  
Aber das Buch macht Lust, es "richtig" zu machen und wer die erwähnten Techniken genauer gezeigt bekommen möchte, der besorgt sich ergänzend ein solides Grundnähbuch , besucht einen Nähkurs oder bucht einfach die Video-Kurse von Inge Szoltysik-Sparrer bei Makerist ;)

Details zum Buch:
NähGB, Das Nähgesetzbuch
Inge Szoltysik-Sparrer
  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Frech; Auflage: 1 (9. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3772464785
  • ISBN-13: 978-3772464782
  • Preis: 16,99 €






Das Rezensionsexemplar dieses Buches wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unberührt.


Montag, 22. August 2016

Mode schneidern- Das Buch

Kennt Ihr das?
Ein Verlag kündigt ein neues Buch an und ihr freut Euch unwahrscheinlich auf das Erscheinen. Voller Neugier und geschürter Hoffnung auf etwas ganz Tolles...?

So ging es mir, als ich das Buch des Topp-Verlages  "Mode Schneidern. Das Buch; Alle Techniken und Schnitte, die man wirklich braucht" entdeckte. So ein vielversprechender Titel und als Tüpfelchen auf dem i, führt Inge Szoltysik-Sparrer die Autorenliste an. Edit: Mittlerweile führt sie die Liste bei der Buschbeschreibung nun nicht mehr an...
Ein Buch von Pingel-Inge?! Großartig dachte ich, schätze ich sie doch sehr als Fachfrau, die gern eine Lanze für die Kunst des Schneiderhandwerks bricht.

Mode schneidern - Das Buch Buchtipp Rezension Inge Szoltysik-Sparrer


Allerdings steht sie nicht alleine auf der Autorenliste- auch die Autoren Jutta Kühnle, Brigitte Binder, Tuula Hepol und Karin Roser sind aufgeführt. Also fix mal Google bemüht und herausgefunden: 
Tuula Hepol ist Ottobre! Die Vorfreude auf das Buch stieg. Die Zeitschrift macht wirklich schöne Schnitte mit Wandlungspotenzial und die Modelle auf dem Titel sind ja schon mal ganz nach meinem Geschmack.
Die drei anderen Damen stellten sich dann bei kurzer Recherche als Autorenteam des Buches "Nähen- Das Standardwerk"  heraus... Und ab da ahnte ich dann schon, dass das neue Buch zumindest anteilig aufgewärmtes Material enthalten wird.

 
Und so ist es dann auch. 

 
Das Buch ist ein Wälzer mit gut 300 Seiten. Für die ersten 200 Seiten hat man einfach Teile aus dem alten Nähbuch übernommen. Dann folgen 17 Ottobre Modelle je in den Größen 34-52. Eine wirklich schöne Auswahl, mit der man sich eine nette Garderobe schneidern könnte.

Mode schneidern Das Buch Ottobre Modelle

Ich sage extra, man könnte, denn leider sind die zwei beigefügten (und nur mit Klebepunkten befestigten) Schnittbögen unmöglich. Die Linien sind so hauchzart gedruckt und sie liegen durch die vielen Größen teils so dicht beieinander, dass man sie nur sehr mühselig abkopieren kann. Das bremst die Lust, gleich mit einem Projekt aus dem Buch zu starten, doch ganz erheblich. Dazu kommt, dass auch die Ottobre Modelle "aufgewärmtes" Material sind. Es sind keine exklusiv für das Buch gemachten Schnittmuster. Sie finden sich alle mit ein paar Klicks auf der Ottobre Homepage in den Heftarchiven. Immerhin hat man sich wohl die Mühe gemacht, die Modelle noch mal neu für das Buch zu nähen- in den Heften waren sie aus anderen Stoffen.

EDIT 2018: Mittlerweile hat der Verlag in den nächsten Auflagen wohl die Schnittbögen optimiert! Zumindest hatte ich auf der H&H Cologne eine Version in der Hand, die klar gedruckte Schnittbögen beinhaltete.
Damit ist mein größter Kritikpunkt wohl ausgeräumt :)

Mode schneidern Das Buch Schnittbögen

Und die Profitipps von Inge?
Die sind gut- aber es sind wirklich nur 17 kleine Textkästchen und auch eher allgemeiner Natur. Sie finden sich jeweils bei den Schnitten- weisen aber oft nur einen kleinen Bezug zu den jeweiligen Modellen auf.
Ich bin wirklich enttäuscht von diesem Buch. Vor allem weil Cover, Titeltext und die Erwähnung von Inge Szoltysik-Sparrer bei mir echt Hoffung auf etwas Besonderes geweckt hatten. Es wäre fantastisch gewesen, wenn die Techniken jeweils modellbezogen erklärt worden wären und man sie direkt in einem schicken Kleidungsstück hätte umsetzen könnte. Das Ganze dann gekrönt von raffinierten Fachwissen und ich wäre so glücklich gewesen.
Doch für das Buch wurden einfach ein gekürztes Grundlagenbuch, 17 Modelle aus alten Ottobre-Heften mit den recht sparsamen Heftanleitungen, zwei blass gedruckte Schnittbögen und 17 kleine Tipps von einer Schneidermeisterin zusammengefügt.
Fazit: Lieber die knapp 30€ in ein komplettes Grundlagenbuch investieren, Ottobre-Hefte kaufen und hoffen, dass ein Verlag irgendwann wirklich mal eine "Nähbuchperle" auf den Markt bringt.




EDIT 2018: Mittlerweile hat der Verlag in den nächsten Auflagen wohl die Schnittbögen optimiert! Zumindest hatte ich auf der H&H Cologne eine Version in der Hand, die klar gedruckte Schnittbögen beinhaltete.
Damit ist mein größter Kritikpunkt wohl ausgeräumt :)


Einen tollen Tipp für ein gutes Grundlagenbuch hatte ich übrigens HIER verbloggt.
Meine Nähbibel- "Alles selbst genäht"* ... ;) 

Das Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Topp-Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unberührt. 


Freitag, 30. Oktober 2015

Aus dem Bücherschrank: Alles selbst genäht

Kreativbücher gibt es zuhauf: Der Markt der DIY-Bücher ist gut gefüllt und regelmäßig erscheinen "Neuheiten" mit Ideen, Anregungen und Tipps zur textilen Freizeitgestaltung. Bei genauer Betrachtung zeigt sich manches Werk jedoch als Enttäuschung:
Einfachste Projekte werden mit Hilfe von bunten Bildern und sich ständig wiederholendem Füllmaterial zum Buch aufgeplustert. Als Füllmaterial dienen gerne die "Grundlagen des Nähens" und gerade Anfänger erhoffen sich beim Kauf, dass sie damit gut gerüstet sind.
Leider zeigt sich oft, dass das Ganze oberflächlich abgehandelt wird und so rate ich jedem, der näht oder nähen lernen möchte, sich ein gutes Grundlagenbuch neben die Nähmaschine zu legen.

Der Klassiker für kleines Geld ist "Nähen leicht gemacht" von Burda. Ein gut und ausführlich bebildertes Nachschlagewerk mit den wichtigsten Themen rund um Schnittveränderung, Zuschnitt und Verarbeitungstechniken.

Wer noch ein wenig tiefer in die Materie eintauchen möchte, dem möchte ich jedoch meine "Nähbibel" ans Herz legen. "Alles selbst genäht" aus dem Verlag Das Beste.

 



Ich habe mir das Buch kurz vor meiner Schneiderlehre gekauft- dementsprechend ist es reichlich abgegrabbelt- aber es kommt ja auf die inneren Werte an und trotz seines Alters hat es nichts von seiner Aktualität eingebüßt.

Montag, 27. April 2015

Aus dem Bücherschrank: Handgefertigtes präsentieren & verkaufen

Wer näht oder anderweitig kreativ tätig ist und via Freundeskreis oder Bloglesern positives Feedback bekommt, der wird sich irgendwann die Frage stellen, ob in dem Handgefertigten nicht auch das Potenzial steckt, Geld damit zu verdienen.
Auch ich habe schon des Öfteren mit dem Gedanken gespielt:
Ich verfolge bewundernd die Erfolgsgeschichten in der DIY- Szene und sammle Informationen und Tipps, wo immer ich sie auch finde. Ich denke, dass das Sammeln dieses Wissen gut investierte Zeit ist- selbst dann, wenn sich am Ende zeigen sollte, dass manche Träume doch nur als Träume traumhaft sind...
Passend zum Thema möchte ich Euch heute ein Buch* vorstellen

Handgefertigtes verkaufen DIY Buchtipp
Handgefertigtes präsentieren & verkaufen
von Torie Jayne
Stiebner Verlag 
ISBN 978-3-8307-0932-9

Auf 144 Seiten werden von den ersten Schritten, über die Markenbildung, bis hin zu Produktfotografie, Verkauf und Marketing die wichtigsten Aspekte angeschnitten.
Klar, dass das Buch aufgrund des Umfangs die Punkte nicht voll abhandeln kann.
Es ist jedoch ideal, um herauszufinden, ob der DIY-Markt das Richtige sein könnte und sehr hilfreich, um bei der Grundplanung keine wichtigen Basics zu vergessen.
Aufgelockert (oder sollte man sagen „aufgefüllt“?) wird das Buch mit netten kleinen Selbermach-Anleitungen und kurzen Steckbriefen erfolgreicher Kreativfrauen.

Ich finde das Buch sehr schön, auch wenn der Stil der Autorin, der sich natürlich optisch durch das Werk zieht, ein ganz anderer ist, als meiner.
Schade finde ich allerdings, dass für die Übersetzung ins Deutsche die förmliche „Sie“-Form  gewählt wurde. So geht leider der „Blogger-Charme“ der Autorin Torie Jayne etwas verloren- das persönliche „Du“ hätte einfach besser gepasst.
Aber das bleibt nebensächlich, denn das Buch scheint eine gute Starthilfe, um den Traum vom eigenen kleinen „Business“ zu einem konkreten Vorhaben werden zu lassen.
Vielleicht macht es dem einen oder anderen Mut, es wirklich zu mal versuchen.
Und auf jeden Fall ist es ein toller Geschenktipp, falls Ihr jemanden kennt, an dessen Potenzial Ihr glaubt, der aber noch einen kleinen „Schubs“ braucht...

Und - wie schaut es bei Euch aus?
Habt Ihr auch schon mal den großen Traum vom kleinen Geschäft geträumt? Oder seit Ihr schon weiter und habt den Schritt gewagt? Wo habt Ihr Eure Informationen gesammelt, habt Ihr Tipps und Anregungen?



*Das Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Stiebner-Verlag zur Verfügung gestellt.

Mittwoch, 8. April 2015

Aus dem Bücherschrank...

Heute starte ich eine neue Rubrik bei Schneiderherz, die mir sehr am Herzen liegt:
Es geht um Bücher- genauer gesagt um Sach- und Fachbücher...
Ich möchte Euch nach und nach Titel aus meinem Bücherschrank vorstellen, die sich mit dem Thema Nähen & Verarbeitung, Schnittmuster und kreativen DIY Ideen beschäftigen.
Aber auch Werke zur Kostümgeschichte werden dabei sein.
Den Anfang macht auch gleich ein Buch, das sowohl Schneider-Lehrbuch ist, als auch eine Zeitreise in das Jahr 1908 bietet.

 „Ich kann schneidern“
Illustriertes Hausbuch zur praktischen Schneiderei
Antonie Steimann
Verlag Ullstein & Co: Berlin und Wien 1908
Ich kann schneidern 1908 Titel
Nach langer Suche und vielen vergeblichen Geboten, gelang es mir, das Buch zu einem akzeptablen Preis zu ergattern. Und es hat sich wirklich gelohnt, hartnäckig geblieben zu sein- denn auf den 464 Seiten kann man eintauchen in eine andere Zeit. Man kann so viel erfahren: Über das alltägliche Leben und die entsprechende Kleidung, über verwendete Materialien und Hilfsmittel und über Techniken und Verarbeitung.
„Wir beraten unsere Leserinnen vom Anfang bis zum Ende, vom Einkauf des Stoffes bis zum Anziehen....“
Vieles mag zwar für die heutige Schneiderei nicht mehr von Bedeutung sein oder hat sich durch technische Weiterentwicklung verändert, doch z.B. Kapitel 17 Das Bügeln, hat schon mit dem ersten Satz mein Schneiderherz gewonnen:
„Jedes Kleidungsstück erhält den richtigen Schick erst durch das Bügeln, ...“
Wir erfahren, dass es 1908 schon einen Schrägbandbügler gab und freuen uns, dass es heute sowohl Bügeleinlagen als auch Overlockmaschinen gibt, die uns somit das  Pikieren und Umstechen per Hand ersparen.
Ich kann schneidern 1908 Detail 1
Wir können staunen über „Faltenkleider für Knaben“ oder erfahren, wie die „Ausrüstung für eine Hochtouristin“ auszusehen hat.
Ich kann schneidern 1908 Detail 2
Ich liebe dieses Buch und lese sehr gerne darin.
Wer sich für historische Kleidung, Arbeitstechniken und auch den Alltag um 1908 interessiert, der sollte versuchen, im Antiquariat eine Ausgabe dieses Buches zu erstehen.
„...so wird sowohl die sparsame Hausfrau, als auch die reiche Modedame materiellen Nutzen und innere Befriedigung davontragen, wenn sie schneidern kann“