Dienstag, 27. November 2018

Endlich passende Schnittmuster

Der EMF-Verlag hat mir ein Rezensionsexemplar des Buches zur Verfügung gestellt.

Kaum jemand, der das nicht schon erlebt hat:
Klamotte glücklich und stolz fertig genäht und beim Anziehen dann die harte Ernüchterung- das Teil passt nicht! Dabei hatte man doch mit dem Nähen angefangen, weil man sich dann endlich passende Kleidung zaubern könne. Weil man eben nicht mehr in der Umkleidekabine Anprobemarathons durchleiden wollte, um am Ende doch nix zu finden, was wirklich gefällt und passt.
Und nun hat man Zeit und Geld ins Hobby Nähen investiert und ist am Ende nicht viel besser dran als vorher?!

Schnell wird dann mit den Schnittherstellern gehadert „Also die Schnitte der Firma XYZ, die sitzen ja überhaupt nicht“ oder im schlimmsten Fall sogar mit sich selbst „ Meine Figur ist unmöglich, kein Schnitt passt“. Doch es liegt weder am Schnitthersteller und schon gar nicht am eigenen Körper, wenn ein selbstgenähtes Kleidungsstück nicht passt, wie erträumt. Es liegt einfach an der Tatsache, dass Schnittmuster eben keine persönlichen Maßschnittmuster sind, sondern - genau wie Konfektionskleidung- nach standarisierten Körpermaßtabellen erstellt werden.
Und da eben kaum ein Körper diesen Norm-Maßen entspricht, liegt es also an einem selbst, den Schnitt schon VOR dem Nähen an sich anzupassen.


Das Zauberwort ist Schnittanpassung

 

Und genau dazu gibt es nun endlich ein Buch auf dem deutschen Markt, das absolut anfängertauglich an das Thema heranführt und die Materie Schritt für Schritt darstellt:


Passt perfekt – Schnittmuster an die eigene Körperform anpassen *
von Meike Rensch-Berger

Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Edition Michael Fischer / EMF Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 386355857X
ISBN-13: 978-3863558574

Die mit * gekennzeichneten Links sind sogenannte Affiliate Links. Kommt über einen solchen Link ein Einkauf zustande, werde ich mit einer Provision beteiligt. Für Dich entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo, wann und wie Du ein Produkt kaufst, bleibt natürlich Dir überlassen.

Meike Rensch-Berger alias Frau Crafteln hat in diesem Buch nicht nur einfach das „Wie“ der Schnittanpassung zusammengefasst, sondern sie stellt zunächst das „Warum“ voran.
Ich muss gestehen, dass ich damit anfangs etwas haderte. Ich wurde nach der Einleitung und bei den sogenannten Basics etwas ungeduldig und dachte nur „Wann geht es denn endlich richtig los?!“
Doch mir wurde schnell bewusst, dass vielen Lesern vielleicht Grundwissen fehlt, weil sie sich noch nicht wirklich mit Schnittmustern und deren Entstehung beschäftigt haben. Und das ja leider noch viel zu viele Frauen mit ihren Körperformen hadern, statt zu verinnerlichen, dass man nicht den Körper anpassen muss, sondern eben das Schnittmuster.
Und als ich dann noch den Satz „Abnäher sind Freunde“ las, wusste ich: Das Buch ist genau richtig so.


Im Kapitel Vorbereitung werden detaliert Grundlagen näher gebracht. Das richtige Ausmessen und die benötigten Maße werden z.B. ausführlich erklärt und eine praktische Druckvorlage, um die Ergebnisse einzutragen, gibt es auch gleich dazu.
Und dann geht es an die eigentliche Schnittanpassung. Die gängigsten Anpassungen werden mit Hilfe wirklich sehr guter und klarer Grafiken erklärt. Einleitend immer die Problemstellung- dann folgt die Problemlösung. Dabei bleiben die Änderungen immer in dem Rahmen, dass wirklich jeder sie nachvollziehen kann. Auch wer noch nie ein Schnittmuster verändert hat, wird sorgsam vorbereitet und kann loslegen.
Und es stimmt wirklich, wenn Frau Crafteln schreibt:

Egal was Du machst: es kann nur besser werden

 

Mein Fazit:
Unbedingt lesenswert und perfekt für alle, die endlich in das Thema starten möchten, ohne sich durch Fachliteratur zu arbeiten oder mühselig auf verschiedensten Plattformen Tipps zur Schnittanpassung zusammenzusuchen.
Ich denke, wer mit Hilfe des Buches erst einmal Zeit (und Liebe) in die Anpassung seines Schnittmusters investiert, der wird am Ende wirklich belohnt. Und dann kann man zukünftig stolz sagen: Passt perfekt!


Wenn Ihr also noch ein Buch für Euren Weihnachtswunschzettel sucht oder einer Nähfreundin eine große Freude machen wollt- wie wäre es da mit diesem Ratgeber?!

Passt perfekt – Schnittmuster an die eigene Körperform anpassen *




 

Edit: Vor lauter Freude über den Inhalt des Buches, habe ich doch glatt vergessen zu erzählen, dass es auch ein wirklich schönes Buch ist. Tolle Farben, übersichtlich gesetzter Text, Grafiken, auf denen man alles klar erkennt und dazu GuteLaune-Fotos der Autorin- was will man mehr?!

Sonntag, 25. November 2018

Ellifant – ein Nähprojekt, das glücklich macht

Ich habe ein kleines Geschenk genäht. Doch als ich damit fertig war, war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich es überhaupt verschenken möchte.

Mein Herz war nämlich im Sturm erobert worden.


Ellifant Stofftier selber nähen Freebie

Schon vor langer Zeit hatte ich beim Stöbern auf Instagram das Gratis-Schnittmuster von Nane "Schönes aus Stoff" entdeckt und war entzückt von dem kleinen Rüsseltier. Im Netz fanden sich die verschiedensten Versionen- alle gemein hatten einen niedlich-schlichten Charme, den ich bei diesen Stofftieren so mag.
Und jetzt bin ich endlich dazu gekommen, auch einen solchen Ellifanten zu nähen. Ich brauchte nämlich noch ein kleines Mitbringsel für das Kreamini- den Nachwuchs von Kreamino.

Resteverwertung


Ich stöberte in meinen Stoffresten und war froh, noch kleine Stückchen von meinem Baby-Overall Projekt aufgehoben zu haben. Denn etwas fröhliche Farbe sollte der Kuschelkumpel ja tragen, auch wenn ich sonst zu den unbunten Nähern gehöre.
Das hellgraue Vichykaro verarbeitete ich im schrägen Fadenlauf- durch die aufgebügelte Vlieseline brauchte ich mir ja keine Sorgen machen, dass der Bauch beim Stopfen aus der Form geraten könnte.
Die ausführliche und bebilderte Anleitung hält übrigens jede Menge guter Tipps parat, so dass man einen wohlgeformten Elefanten nähen kann, auch wenn man nicht so viel Kuscheltier-Erfahrung hat.
Ihr findet sie hier bei Frau Scheiner auf dem Blog: Ellifant Freebie 
Lieben Dank an dieser Stelle nochmal für das schöne Projekt.

Geschenk von Herzen 

 

Als ich am Ende dann mit Stickgarn die Augen aufnähte und dem Stoff-Elefanten damit seine Persönlichkeit einhauchte, da war ich ein klein wenig verliebt. Ich habe tatsächlich kurz überlegt, ob ich ihn überhaubt weggeben mag.
Doch weil ich weiß, dass er in ein wirklich kreatives und wertschätzendes neues Zuhause kommt, fiel es mir am Ende nicht schwer, ihn nett zu verpacken.

Ich bin sehr gespannt, wie er gefallen wird und ich hoffe, mein Ellifant und seine Artgenossen zaubern noch vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht.
Vielleicht mögt Ihr ja auch mal einen nähen!





Dieser kleine Stoffelefant ist heute dann auch mein #sonntagsglück, denn ich werde gleich Richtung Kanal starten und mich mit 5 von 8 anderen kreativen Frauen zum großen Päckchentauschen für unser "Adventskalendervergnügen" treffen. :)
Bei Katrin auf "Soulsister meets Friends" wird heute wieder das kleine und große Glück der Woche gesammelt. Schaut unbedingt mal vorbei!



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Auf dem Bernina Blog habe ich übrigens ein wenig näher berichtet, wie es mir beim Nähen ergangen ist und wie hilfreich ich einen transparenten Nähfuß dabei fand. Ihr findet den Beitrag HIER.

Donnerstag, 15. November 2018

Hose Quin von Schnittquelle

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Schon vor längerer Zeit hatte ich mir bei Schnittquelle dieses Schnittmuster ausgesucht. Ich wollte gerne eine bequeme schmale Hose mit nicht zu niedriger Leibhöhe und Taschen. All diese Kriterien erfüllt Quin und zusätzlich ist es auch noch die perfekte Hose für die anstehende Adventszeit. Dank Gumminbund und Fakereißer bleibt sie nämlich auch bequem, wenn es mal wieder ein Plätzchen zuviel war…

Schmal, aber bequem.

 

Hose Quin Schnittquelle

Die Hose ist nicht besonders schwer zu nähen. Die Schnittteile passen- wie bei Schnittquelle gewohnt - wunderbar stimmig zusammen und Passzeichen und Beschriftung helfen bei der Orientierung.
Meine Stoffwahl hat mich allerdings ein wenig zur Verzweiflung gebracht. Das Material ist ziemlich dünn und dazu war es nur in Längrichtung dehnbar. Ich habe also quer zum Fadenlauf zugeschnitten - zum Glück ging das bei der Leinwandbindung ganz gut.
Aber die Schnittkanten rollten leider immer ein und beim Nähen dehnte alles
wegen des hohen Elastan-Anteils ganz furchtbar, so dass nicht jede Absteppung eine Punktlandung wurde. Doch da hab ich mich dann irdgendwann locker gemacht und es gibt einfach mal kein Pingelschleifchen.

Detailbilder Quin Schnittquelle schmale Hose

Quin sitz bei mir ordentlich knackig- das liegt vor allem daran, dass ich entgegen der Maßtabelle die Göße 38 statt die 40 gewählt habe. Bei Hose Assuan und dem Rock Pretin hatte ich gute Erfahrungen mit der knappen Größenwahl geacht- bei Quinn klappt es jedoch nur, weil der Stoff ordentlich stretchig und dünn ist. Sollte ich die nächste Variante aus festerem und dickerem Stoff machen, werde ich wohl etwas aus dem Puffer der breiten Nahtzugaben schöpfen müssen.

Mein Fazit

 

Eine sehr bequeme, schmale Hose. Ich mag die Leibhöhe, die bei mir knapp zwei Fingerbreit unterm Bauchnabel sitz und den Gummibund, der dafür sorgt, dass Quin sich auch hinten in der Taille schön anschmiegt. Die 7 Gürtelschlaufen halten meinen Gürtel super an Ort und Stelle. Bei meinen Kaufjeans sind es meist nur 5 und da kann man dann den Gürtel tatsächlich nicht so gut „enger schnallen“.

Schnittmuster Quin von Schnittquelle bekommt ihr hier als Fertigschnitt in Einzelgrößen und auch als Ebook im Größen-Doppelpack zum selber ausdrucken.

Auf den Fotos trage ich die neue Stretchhose kombiniert mit dem Stickpulli von HIER und dieser Jerseyjacke. 

Mit diesen heute ausnahmsweise kopflosen Fotos geht es jetzt zu SewLaLa, der Linkparty vom Donnerstag. Aber es war gestern einfach BadHairDay und ich habe wirklich auf jedem Bild wie ein Schaf geguckt...




 

 * Das Schnittmuster wurde mir von Schnittquelle kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gehöre zum Modell-Nähteam von Schnittquelle, bin aber ganz frei, welches Schnittmuster ich testen möchte und auch frei darin was, wann und wie ich darüber blogge.


Montag, 12. November 2018

Paspelknopflöcher nähen leicht gemacht

Spontan ist oft am besten und so gibt es heute einen völlig ungeplanten Blogbeitrag.
Auf Instagram hatte ich ein Paspelknopfloch gezeigt und aus den Kommentaren konnte ich lesen, dass viele von Euch diese Art Knopflöcher ganz toll finden, doch nicht so recht wissen, wie sie gemacht werden.

Handgestickt und Gepaspelt- zwei schöne Alternativen zum Maschinenknopfloch

 

Paspelknopfloch Schneiderknopfloch


Paspelknopflöcher sind kein Hexenwerk


In einem älteren Beitrag inkl. YouTube Video, hatte ich Euch ja schon gezeigt, wie man ein Schneiderknopfloch stickt. Da liegt es also nahe, dass ich Euch auch zeige, wie ich Paspelknopflöcher mache. Ich habe also in meiner Schublade gekramt und ein Hilfsmittel hervorgeholt, mit dem ich seit meiner Lehre solche Knopflöcher fertige.

Schablonenset Paspelfix Paspelknopfoch

Diese Schablonen erleichtern die Arbeit ungemein und auch wenn ich zwischendurch mal andere Techniken getestet habe- damit mag ich es am liebsten. Es geht wunderbar exakt und schnell.
Und wenn man den Bogen einmal raus hat, dann verlernt man das auch nicht mehr.
Ich habe heute das erste Mal seit einer Ewigkeit wieder welche gemacht und es klappte auf Anhieb prima.

Paspelknopfloch nähen

Das Nähen ging besonders gut mit einem Vernäh-Riegel auf der Stelle. Für gute Sicht habe ich den offenen Stickfuß verwendet- so näht man nicht versehentlich ins Plastik und kann beide Nähte exakt gleich lang arbeiten. Das ist wichtig für ein schönes Ergebnis. Ach ja- und die Stichgröße stelle ich immer etwas kleiner- so näht man nicht so leicht übers Ziel hinaus.

Paspelknopfloch Beleg

Der einzige Haken an Paspelknopflöchern ist, dass man sie nicht erst am Ende in ein Projekt arbeiten kann. Sie werden nämlich nicht, wie ein normales Knopfloch, direkt durch Oberstoff und Beleg genäht. Paspelknopflöcher werden erst nur in den Oberstoff gearbeitet. Danach markiert man die Position innen am Beleg und...

Paspelknopfloch Handarbeit

...dann schneidet man dort ein und säumt von innen per Hand gegen die Paspel. Das ist bei mir immer der Part, wo ich etwas aufgeregt bin. Im besten Fall sieht dann aber am Ende das Knopfloch innen und außen gleich hübsch aus.

Ist ja toll, aber was nutzt das, wenn man diese Schablonen nicht hat?


Meine Schablonen sind ja noch aus meiner Lehrzeit und somit kleine Altertümchen. Das Paspelfix-System ist aus dem Jahr 1961 und schien irgendwie in Vergessenheit geraten zu sein.
Doch ich hätte diesen Beitrag natürlich nicht geschrieben, wenn ich nicht vorher nachgesehen hätte, ob man Paspelfix noch irgendwo bekommt.
Glücklicherweise hat sich wohl jemand erinnert und den Vertrieb wieder in die Hand genommen. Man kann das Schablonenset via Amazon bestellen, hier ist der Link:

Paspelfix Knopflochschablonen*
Set mit fünf verschiedenen Größen inkl. Anleitung

Alle mit Sternchen * gekennzeichneten Verweise sind sogenannte Provisions-Links. Wenn du auf so einen Verweislink klickst und über diesen Link einkaufst, bekomme ich von deinem Einkauf eine Provision. Für dich verändert sich der Preis natürlich nicht.
Dankeschön!


Ein Tipp noch:
Auf den Bildern oben könnt ihr sehen, dass ich kleine Sandpapierstreifen auf die Schablonen geklebt habe. Das hat sich sehr bewährt, um ein Verrutschen auf dem Stoff zu verhindern.
Ach ja- und wer, wie ich, bei Handnähten Unterstützung via Lupe und Licht benötigt, dem möchte ich auch noch meine Lupenlampe* ans Herz legen... Ist ja bald Weihnachten *ggg*

Also, nix wie ran an die Paspelknopflöcher. Es tun sich vielfältige kreative Möglichkeiten damit auf, denn man kann die Paspel in Kontrast arbeiten und auch schräger Fadenlauf gibt einen tollen Effekt.
Viel Spaß!







Mittwoch, 7. November 2018

Ein neuer Kombipartner- Cardigan aus leichtem Sweat

Meine neuer Cardigan ist fertig und ich freue mich sehr, ein weiteres schlichtes Basicteil im Schrank zu haben. Ich hatte die Shirtjacke fertig zugeschnitten als Projekt Nummer 3 zum Nähdeernsevent Ende Oktober mitgenommern Aber drei Projekte für ein Nähwochenende waren dann wohl doch etwas optimistisch geplant.

Dabei ist so ein Jäckchen ja kein Hexenwerk. 

 

Gestern habe ich also fleißig genäht und kann Euch den Neuzugang nun direkt zum MeMadeMittwoch präsentieren.

Cardigan No 11 Lillesol aus Sommersweat

Ich habe beim Nähen auf schöne Verarbeitung geachtet, denn ich finde, dass auch so ein einfaches Teil nicht einfach nur zusammengerattert werden sollte.
Den Beleg habe ich aus dünner Baumwolle in grauem Vichykaro zugeschnitten. Die Farbe harmoniert prima mit dem ganz hellen Grau der Sommersweatware. Der helle Ton ist übrigens nicht sehr dankbar. Ich finde ja, man sieht jede Knitterfalte und es schmeichelt auch nicht wirklich was weg, wie dunkle Farben.

Detailverarbeitung Beleg Cardigan No. 11 Lillesol

Ich habe den Beleg vor dem Bügeln "zurückgesteppt". Eine Technik, die dafür sorgt, dass der Beleg nicht vorwitzig hervorschaut und außerdem das Bügeln enorm erleichtert. Wenn Ihr wissen wollt, wie das genau geht- ich hatte im Mai ein ausführliches Tutoial dazu gemacht. Tutorial "Beleg untersteppen"

Größenwahl und Material

 

Ich bin sehr zufrieden mit der kleinen Jacke- allerdings ist sie mir eigentlich zu klein. Ich hatte nach Maßtabelle Gr. 40 - habe dann mit einer fertigen Strickjacke den Schnitt abgeglichen und mich für eine Gr. 38 entschieden. Dumm nur, dass der Sommersweat zwar sehr dehnbar - aber eben nicht so locker ist wie Strick. Mein Cardigan trifft sich also vorne nur auf Stoß und hat keinen Ober-und Untertritt. Das tut meiner Freude aber keinen Abbruch, denn ich trage solche Jäckchen ja eh meistens offen.

Cardigan im Kombi mit Marlenehose

Schnittmuster: Cardigan No.11 von Lillesol Women in Gr. 38 , Länge ab Schulter auf 60cm gekürzt
Stoff: Sommersweat und Vichykaro aus den Tiefen meines Stoffschrankes
Hose: Mein Klassiker - Näheres findet Ihr HIER
Loop: Ewig geliebtes Teil aus grauem Crash

Ich wünsche Euch noch einen tollen Mittwoch und natürlich viel Spaß beim Stöbern in den Werken der heutigen MeMadeMittwoch Mitstreiterinnen.



Sonntag, 4. November 2018

Tasche Dany von Machwerk

Ich habe eine neue Tasche fertig.
Endlich, kann ich nur sagen, denn die Tasche lag ein Jahr zugeschnitten herum und wartete auf Vollendung. Letzte Woche war es dann endlich soweit und ich habe sie mir auf dem Nähdeerns-Nähwochenende vorgeknöpft. Mit der ausführlichen Bilderanleitung von Frau Machwerk auf dem iPad ging das Nähen wirklich gut von der Hand. Wie bei Machwerk gewohnt, führen einen die Fotos Schritt für Schritt sicher Richtung Ziel. Als ich den Boden einsetzte, hakte es allerdings etwas, denn mein Vorderteil war irgendwie ein gutes Stück zu groß. Irgendwo musste sich bei mir ein Fehler eingeschlichen haben, als ich die seitlichen Reißertaschen genäht habe.
Wenn ich noch eine Dany nähe, werde ich der Sache auf den Grund gehen. Bei dieser Tasche habe ich die Mehrweite jetzt beherzt auf der Gesamtstrecke verteilt und die leichte Wölbnung unten fällt  im Tragealltag nicht weiter auf.

Tasche Dany mit Ankermotiv Ansichten

Meine Dany ist sehr schlicht- ich habe auf die extra Riegel über den offenen Außentaschen verzichtet und einzige Zierde ist das Ankermotiv auf der Vorderseite.
Eigentlich hatte ich dort ein Siebdruckmotiv vorgesehen. Doch nach dem Drucken zeigte sich, dass das relativ filigrane Bild völlig im groben Stoff verschwand. Da hätte ich schon in Weiß drucken müssen, damit es sichbar würde, doch so auffällig wollte ich es dann auch wieder nicht...

Maritimes Plottermotiv


Ich hatte im Vorrat noch einige Plottermotive und so bekam das neu zugeschnittene Vorderteil einen Anker aufgebügelt. In Samtoptik aus Flockfolie wäre vielleicht noch netter gewesen, aber auch mit der matten Flexfolie bin ich zufrieden.

Detail Tasche Dany Anker Plottmotiv und Metallteile

Dany ist wirklich ein tolles Taschenmodell. Ich mag die vielen Taschen und die beiden seitlichen Reißertaschen bieten sogar die Möglichkeit, sich eine Mufftasche zu nähen.
Mal sehen, ob ich bei der nächsten einfach weichen Plüsch als Taschenfutter nehme- dann kann man beim Einkaufsbummel die Tasche auch mal vorm Bauch tragen und die Hände weich und warm vergraben.

Tasche Dany von Machwerk Details der Reißertaschen

Das einzige was zu meinem Taschenglück jetzt noch fehlt, ist ein Schieber, um den Träger verstellen zu können. Der war in "Gunmetal" grad nicht lieferbar, aber er ist ja auch nachträglich einfach anzubringen.

Wenn ihr noch mehr schöne Versionen der vielseitigen Tasche sehen wollt, dann bemüht einfach mal die Google Bildersuche. Da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.

Und, was für Taschen mögt Ihr so? Gerne auch eine mit vielen Extrataschen und Innenfächern, um alles einigermaßen geordnet zu verstauen? Oder seid Ihr eher der Typ: Hauptsache groß und einfach alles rein?!






Meine Materialquellen zu Eurer Information:

Schnittmuster: Tasche Dany gekauft bei Machwerk
Stoff: Gut abgelagerter Polsterstoff, den ich noch vom Wohnwagenpolster nähen übrig hatte - gekauft bei Stoff & Stil
Reißer in der Farbe "Gunmetal": gekauft bei Wittsich
Metallteile Gunmetall: Gekauft bei Snaply

Donnerstag, 1. November 2018

Oversize Kuscheljacke für die kühle Jahreszeit

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Nachdem der Oktober uns viele Tage mit goldener Sonne verwöhnt hatte, fiel es mir schon schwer, mich an die Tatsache zu gewöhnen, dass jetzt die kalte Jahreszeit da ist. Die Zeit für Pullis, Strumpfhosen, warme Socken, Schals und Kuscheljacken.
Wenn es kühler wird, dann mag ich es sehr gerne, "Schichten" zu tragen. Wie eine Zwiebel, mit der flexiblen Möglichkeit, einfach eine Lage auszuziehen, wenn es doch mal zu warm sein sollte. Jäckchen und Jacken habe ich recht viele im Schrank- aber oftmals erweist sich deren schmale Silhouette als hinderlich. Manches ist schlicht zu eng, um auch mal ein weiter geschnittenes Teil darunter zu tragen.

Also muss etwas in Oversize her!

 

Beim Stöbern in meinen Zeitschriftenstapeln, fiel mir direkt ein Burda-Modell ins Auge:
Eine verschlusslose Oversize-Jacke mit raffinierter Schnittführung. Der perfekte Schnitt für den tollen Abseiten-Fischgrat Ironman, den ich mir bei der Firma Zuleeg hatte aussuchen dürfen.

Jacke Oversize Burda Style 11/2015  aus leichtem Wollstoff

Der Mantel ist einfach zu nähen - auch wenn es sich beim erstmaligen Durchlesen der Anleitung arg kompliziert anhörte. Doch klarer Fall von "Passzeichen sind Freunde" und alles erschließt sich, wenn man die Teile zugeschnitten vor sich liegen hat und dann Schritt für Schritt näht.

Burda Style Jacke Schnittmuster und Stoffdetails

Zunächst wollte ich die ungefütterte Jacke mit Kappnähten arbeiten, aber bei den Nahttaschen und der Schulterecke wusste ich nicht, wie ich das geschickt machen sollte und so blieb es bei Overlockversäuberung. Wenn die Overlockmaschine gut eingestellt ist und das Garn schön passt, sieht es ja auch hübsch aus. 
Da die Jacke wirklich sehr oversize ist (ich habe Gr.38 genäht) stören mich auch die losen Taschenbeutel innen nicht. Sie verschwinden einfach in der üppigen Weite.

Oversize Jacke aus Zuleeg Stoff Fischgrat

Hoch lebe die Handnaht! 

 

Ich habe den Beleg und den Saum mit Hand locker angestichelt. Bei den Ärmeln habe ich mir noch Belege gemacht, denn es zeigte sich, dass ich meine 4 cm Saumzugabe in der Länge extra brauche, damit die Ärmel nicht zu kurz sind. Den Ärmelbeleg habe ich sehr breit gemacht und mit Maschine abgesteppt. Wenn ich passenden Strickstoff finde, möchte ich noch InnenBündchen machen, dann zieht es nicht rein und ich kann die Ärmel auch mal hochschoppen. Britta von "My Daily Meer" hatte diese klasse Idee beim Nähdeernswochenende. Schwarmwissen und kreatives Input von anderen Nähnerds ist einfach Gold wert!

Schnittmuster: Burda Style 11/2015, Model 103, Gr.38, Ärmel verlängert
Im gleichen Heft ist übrigens auch der Schnitt von meinem geliebten Wollmantel: KLICK
Stoff: Abseiten-Fischgrat von Zuleeg Art. 6006700422
Der Stoff wurde mir kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich durfte ihn mir aussuchen und wählte- typisch Schneiderherz- dieses wunderbare Grau.
Die Abseite des Stoffes ist übrigens heller als die Außenseite und zeigt den Fischgrat deutlicher. Eigentlich wollte ich den Schalkragen mit diesem Kontrast nähen- aber leider habe ich beim Aufbügeln der Einlage nicht daran gedacht und somit wurde es dann doch einfarbig.

Mein Fazit:


Ein wirklich schöner Schnitt für das leichte Wollmischgewebe. Aber die Jacke ist schon sehr oversize und sollte ich zum Wiederholungstäter werden, dann werde ich es mit einer 36 versuchen.
Hier - KLICK - bei Mie von Sewing Like Mad zeigt sich, dass auch die 36 noch genug Weite mitbringt. Sie hat übrigens auch eine Variante aus French Terry genäht- schaut mal wie toll das ganze in Ringel mit Gürtel ausschaut: French Terry Cardigan

Und, wie habt ihr es mit Oversize? Ein NoGo in Eurem Kleiderschrank oder liebt ihr es manchmal auch, Euch in üppige Weiten zu kuscheln?! 
Ich freu mich drauf, Eure Antworten zu lesen – eingemümmelt in meine neue Jacke, mit 'ner schönen Tasse Tee! 







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