Dienstag, 15. Mai 2018

Mein Lisbon Cardigan – (k)eine große Liebe

Von diesem Cardigan hatte ich im Netz so wunderbare Versionen gesehen – ein unkompliziertes Jäckchen und perfekter Kombipartner. Egal ob uni oder dezent gemustert, mit Kontrastblende oder ohne, ob taillenkurz oder hüftlang – Lisbon ist einfach hübsch.

So ein Teil sollte gern in meinen Kleiderschrank einziehen...


Bei einem Nähtreff konnte ich sogar die Versionen von Kreamino (HIER und HIER) anprobieren und sehen, was mir gut gefiel. Damit stand meiner eigenen Version also nichts mehr im Wege.

Jerseyjacke aus Romanit -  Lisbon Cardigan selbstgenäht

Ich hatte noch ein Stück dunkelgrauen Romanit liegen, dessen linke Seite eine richtig hübsche Streifenmusterung aufwies. So beschloss ich, diese einfach als rechts zu verarbeiten und für die Blenden als Kontrast die uni Warenseite zu nehmen.

Nach dem flotten Zuschnitt ging es dann aber etwas holprig weiter...
Leider war der Stoff nicht besonders dehnbar und deshalb war es eine blöde Idee, die Saum- und Ärmelbündchen nach dem Schnittmuster zuzuschneiden. Ich bekam sie zwar auf die Saumlänge gedehnt angenäht, aber die Ansatznähte beulten und alles stand seltsam ab. Zu allem Überfluss erlag ich dann auch noch dem Irrglauben, dass es etwas ändern würde, wenn ich die Naht mit einem Zierstich abteppe...

Merke: Zierstiche trennen kannst Du voll vergessen!


Ich habe also zur Schere gegriffen und die Bündchen abgeschnitten. Dabei musste ich leider auch ein Stück Jackenlänge opfern. Und da der Reststoff nur noch ganz wenig war, wurde mein neues Bündchen ziemlich schmal. Schade, denn dadurch fehlt mir Länge: Weil die ich die Jacke verschlusslos trage, hängen die Vorderteile halt länger runter und im Rücken wirkt es hochgerutscht kurz. 
Hier bei Prülla KLICK sieht man übrigens ganz deutlich, wie hübsch es ist, wenn das Bündchen breiter angesetzt ist...


Verarbeitungsdetails Jacke Lisbon

Somit ist dieses Jäckchen jetzt zwar ganz nett- aber es ist leider ein wenig ab von dem Traumteil, das ich vor meinem geistigen Auge hatte.
Trotz allem bin ich aber stolz, dass ich mir mit der vorderen Blende besonders Mühe gegeben habe: Die Anleitung sieht dort vor, die Blende "quick&dirty" durchgehend doppelt anzusteppen. Aber gerade am Ausschnitt finde ich das wirklich keine schöne Art der Verarbeitung. Ich habe einzeln angenäht und dann innen die Zugaben eingeschlagen und per Hand anstaffiert. 

Da lieb' ich #slowsewing und eben auch mal eine Handnaht.

 

Mein Lisbon-Cardigan ist jetzt schon ein wenig länger vollendet und leistet auch brav seine Dienste als unkomplizierte "Schnell mal übergeworfen" Jacke. Es ist jetzt nicht die große Liebe geworden- aber ein gutes Beispiel dafür, dass man sich beim Nähen auch mit einem unerwarteten Endergebnis anfreunden kann.

Wie macht Ihr das eigentlich?
Seht Ihr schöne Modellbeisspiele für ein Schnittmuster oder einen Stoff und geht dann lieber auf Nummer sicher und näht Euch das gesehene Teil möglichst 1:1 
Oder sammelt ihr nur Inspiration und macht Euer eigenes Ding- auch wenn das manchmal das Risiko birgt, dass das eigene Nähwerk einen am Ende ernüchtert?! 
 



Heute verlinkt beim Creadienstag , Handmade On Tuesday und den DienstagsDingen



Kommentare:

  1. Da ich diesen Cardigan zum ersten Mal an Dir sehe, hatte ich nicht den Eindruck, dass da was "falsch gelaufen" ist, nämlich das schmale Bündchen am Saum. Im Gegenteil: es hat etwas von "Chanel", ich dachte, das müsse so sein. Ja, ein längers Bündchen sieht auch hübsch aus.
    Auf Nummer sicher gehen beim Nähen schützt vor Enttäuschungen, kann aber fad sein.
    Oft mache ich mein eigenes Ding, ändere das Eine oder Andere weil es mir dann besser gefällt, oder die vorgeschriebene Menge Stoff nicht vorhanden ist. Ist dann eben ein Risiko, ob es hinterher wirklich das ist, was ich wollte, aber das macht es auch spannend.
    Gruss me3ko

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  2. Das stimmt , oft ist das geistige Bild , was man so vor Augen hat nicht identisch mit dem Nähergebnis. Aber umso schöner, wenn das Ergebnis doch gefällt, kann ja auch nicht jedes Mal ein Traumteil entstehen, oder? Umso schöner finde ich die Belegverarbeitung vorn. Da erkennt na den Profi .
    Liebe Grüße Kirsten

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  3. Also ich mag diese kurze Form wenn auch unfreiwillig von Dir so gelöst, sieht sehr elegant aus!eben "Chanel".Deine Figur passt zu kurz!
    Ja das innere Auge, dieses trügerische Ding ;-)Ich trage im Vorfeld das zu nähende Teilchen auch schon in Perfektion genähtes Superstück;-) Meist weit davon entfernt!Da ich noch nicht soooo lange Kleidung für mich nähe halte ich mich an Schnittmuster,außer verlängern oder anpassen an meine Bedürfnisse.
    Liebe Grüße Petra

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  4. Mir gefällt deine unfreiwillige Interpretation besser! Richtig chanelig elegant! Mit breitem Bündchen sieht es sportlicher aus.

    Liebe Grüße Manuela

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  5. Ich kann mich nur anschließen, dass die Jacke mir an Dir gefällt und hätte ich den Text nicht gelesen, wäre ich auch nicht auf die Idee "zu kurz" gekommen. Fällt halt anders, der Beleg ist einfach klasse verarbeitet. Tja - meine Vorstellung wird nicht immer erfüllt, aber ich nehme es gelassener und im Falle des Nicht-Gelingens hake ich es unter Erfahrung ab. Und gibt es eine weitere Betty? Und ja - ich handle auch oft wider besseren Wissens - wie Du mit dem Absteppen. Im Inneren kennt man die Antwort, auch wenn man sie einfach wegschiebt. Vergebens!

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  6. die Jacke ist sehr lässig, und passt trotz der kurzen Version super zu dir. LG Jeanette

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