Montag, 18. September 2017

Nähgesetzbuch

Ja- beim Nähen gibt es Gesetze!
Natürlich keine, die bei Nichteinhaltung wirklich schwerwiegende negative Folgen haben.
Aber welche, die beim Befolgen jede Menge Frust ersparen und die Chancen auf ein tolles Ergebnis erheblich erhöhen...

Aber in der Hobbyschneiderei darf doch jeder selber entscheiden, wie er was macht und vor allem auch, wieviel Zeit und Lernwillen er in sein Hobby stecken möchte, oder?!
Wozu also ein Buch mit dem Titel "Nähgesetzbuch" ?!

 

Weil sich in der Hobbyschneiderwelt was tut:
Immer mehr Frauen entdecken das Nähen für sich selbst. Sie haben sich sattgenäht an Jerseyteilen und Ratzfatz- Shirtprojekten. Webware erlebt endlich einen ganz wunderbaren Boom und das Thema Nachhaltigkeit gewinnt beim Nähen glücklicherweise auch an Bedeutung.
Und je hochwertiger dann eben ein Stoff ist und je anspruchsvoller ein Modell- umso wichtiger wird der Hobbyschneiderin das alte Handwerk des Nähens.

Als "Mutter des ordentlichen Nähens" ist Inge Szoltysik-Sparrer in der Nähwelt mittlerweile eine feste Größe und ich fände es übrigens schön, wenn der Beiname "Pingel-Inge", der ihr in der Show "Geschickt eingefädelt" angehängt wurde, mal durch was anderes ersetzt würde.
Denn Fachwissen, handwerkliches Können und sorgsame Arbeit dürften gern positiv belegt sein.
Vor allem, weil sie dieses Wissen ja nicht nur an Berufsschneider weitergibt- sondern auch dem Hobbyschneider die Chance bietet, von der Pike auf zu nähen.

Mit ihrem Buch "NähGB Das Nähgesetzbuch"* bricht sie nun eine Lanze dafür, dass es sich lohnt, auf bewährte Erfahrungen zurückzugreifen. Man muss nämlich nicht immer "aus Fehlern lernen"- wenn man im Vorfeld gesagt bekommt, wie es geht. 

Mein Fazit zu dem Buch:
Es ist kurzweilig und sympatisch. Es ist kein Nähbuch mit detailierten Anleitungen- sondern ich verstehe es eher als "Grundgesetz", als die Basis, auf der man aufbauen kann. Ein solides Fundament aus bewährten Regeln.
Mir hat das Lesen echt Spaß gemacht (konnte ich doch so oft zustimmend nicken). Zwar sind einige Seiten wirklich eher Füllmaterial z.B. Tabellen mit Maßen, die so nur für die Schnittkonstruktion von Nöten wären und die Farbgebung des Buches finde ich etwas unglücklich (die Fotos leiden unter arger Rotstichigkeit).  
Aber das Buch macht Lust, es "richtig" zu machen und wer die erwähnten Techniken genauer gezeigt bekommen möchte, der besorgt sich ergänzend ein solides Grundnähbuch* , besucht einen Nähkurs oder bucht einfach die Video-Kurse von Inge Szoltysik-Sparrer bei Makerist ;)

Details zum Buch:
NähGB, Das Nähgesetzbuch
Inge Szoltysik-Sparrer
  • Taschenbuch: 192 Seiten
  • Verlag: Frech; Auflage: 1 (9. August 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3772464785
  • ISBN-13: 978-3772464782
  • Preis: 16,99 €






Das Rezensionsexemplar dieses Buches wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt. Meine Meinung bleibt davon unberührt.

 *Dieser Link ist ein Affiliate-Link: Wenn Ihr etwas kauft, darf ich mich über eine kleine Provision freuen- natürlich ohne, dass Euch Mehrkosten entstehen!

Kommentare:

  1. Danke liebe Ute, für die ausführliche Rezension. Ich finde den Begriff Pingel-Inge übrigens gar nicht so schlimm, denn in letzter Zeit wird er oft verwendet, wenn jemand es doch ein bisschen genauer nimmt, es nicht so lässt und dass ist doch ganz positiv. Und zack bekommt so ein Begriff eine ganz andere Bedeutung.
    Liebe grüße vom Deich
    Claudia

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    1. Du und Katrin habt vermutlich recht. Vielleicht sollte ich auch davon ab, es so zu definieren:
      pịn·ge·lig
      Adjektiv umgangssprachlich abwertend
      sehr kleinlich.

      Und Pingel-Inge geht ja auch irgendwie besser von den Lippen als Akkurat-Inge... ;)

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  2. Ich finde den Spitznamen auch nicht schlimm, ist er doch durchaus liebevoll gemeint. Auch hier macht der Ton die Musik, wie so oft.
    Danke für den kleinen Einblick eines Profis! :)
    Wenn das Buch hilft, Bügelignorantin, Heftvermeider und Durchschlaghasser zu bekehren, dann ist das toll!
    Herzliche Grüße aus dem Süden!
    Katrin

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    1. Ich fürchte ja- genau DIE werden durch das Buch nicht bekehrt, sie lesen es vermutlich nicht. Aber es stärkt die, die den Funken mehr beim Nähen wollen!

      Grüße zurück aus dem Norden
      Ute

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