Sonntag, 10. Juli 2016

Bernina Bandeinfasser - Ein Vergleich und mein Fazit

Spezial-Nähfüßchen sind etwas Großartiges.
Es gibt sie in Hülle und Fülle und es gibt kaum eine Nahttechnik, die sich nicht Dank extra Fuß besser arbeiten ließe. Von A wie Applikationsfuß bis Z wie Zickzackfuß- die Liste ist lang und fix hat man eine üppige Sammlung und natürlich auch eine Menge Geld ausgegeben.
Stellt sich also vor jeder Anschaffung immer die Frage: Brauche ich das Sonderfüßchen xyz wirklich?!
Ich bin ganz klar ein Füßchenfan. Ich liebe exakte Nähte und ordentliche Ausführung und wenn man mit Hilfe solch einer Sonderausstattung noch mehr aus der Nähmaschine rausholen kann, finde ich es toll. Ich gönne mir gerne so einen kleinen Luxus- jedoch muss ich auch gestehen, dass ich Füßchen besitze, die ich im Nähalltag sehr selten benutze...
Man sollte für sich abwägen, was man näht und welchen Helfer man sich in seine Sammlung holt und natürlich, wieviel man bereit ist, dafür auszugeben. Und man muss im Hinterkopf behalten, dass so ein Fuß allein keine Wunder vollbringen kann. Manchmal erfordert es einiges an Übung und eine gute Portion Experimentierfreude, bis das Ergebnis so ist, wie man es sich wünscht.
Das habe ich jetzt auch bei den Bandeinfassern von Bernina festgestellt. Ich habe viel probiert und bin auch an Grenzen gestoßen. Aber ich finde sie wirklich toll, denn so exakt und flott wie mit ihnen, habe ich Schrägband noch nie verarbeitet.

Da es den Einfasser in diversen Ausführungen gibt, habe ich hier jetzt mal einen kleinen Vergleich.
Vielleicht hilft er Euch ja bei der Entscheidung, welcher Einfasser für Euch den meisten Nutzen bringen würde.
Bei Bernina braucht man übrigens ergänzend den extra Nähfuß #95 *(und ja, man brauch ihn leider wirklich- ich habe es ohne versucht- das ging nicht vernünftig...)

Es gibt den Einfasser für fertig gefalztes Band * (meiner ist für 20mm- es gibt auch Ausführungen für 13mm und 25mm) Damit kann man also "Kaufband" verarbeiten. Wenn man eigenes Band nähen möchte, muss man Schrägband schneiden und im Vorfeld falzen. Ich habe festgestellt, dass man mit Hilfe eines 25mm Schrägbandbüglers ein 40mm breites Band prima auf 20mm zurechtbügeln kann.
Dann gibt es noch einen Adapter (in der Collage unten rechts). Damit kann man den Bandeinfasser auch an der Coverlock (1300mdc * oder L220 *) befestigen und z.B. Falzgummi annähen (der Test steht bei mir noch aus...)
Bernina Bandeinfasser 87 Collage

Die zweite Variante ist der Einfasser für ungefalztes Band *. (meiner ist für 38mm- weitere Ausführungen wären 28mm und 32mm) Er nimmt einem netterweise bei selbstgeschnittenen Schrägbändern den Arbeitsschritt des Bügelns ab. Toll auch, wenn man Träger näht, kann man eine Kordel zwischenfassen. (Das könnt Ihr HIER in meinem Video sehen)
Theoretisch müsste er auch 20mm Falzgummi verarbeiten- das habe ich jedoch noch nicht getestet- aber ein 2cm Webband faltet er einfach zur Hälfte. Ich werde das hier ergänzen, wenn ich es probiert habe. Auch dieser Bandeinfasser lässt sich mit dem Adapter an der Cover anbringen. Dann kann man auch elastische Stoffe mit selbstgeschnittenen Jerseystreifen einfassen.

Bernina Bandeinfasser 88 Collage

Zu dünn sollte der Bandstoff übrigens nicht sein, die Erfahrung musste ich bei meinen Hongkong-Einfassungen am Trenchcoat machen KLICK . Das einzufassende Teil darf auch nicht zu dick und fest sein- der Stoff muss gut durch die Tülle gleiten können, sonst klappt das Einfassen nicht. 
Die Handhabung erfordert ein klein wenig Übung- aber das Ergebnis lässt sich sehen. Endlich hat man in einem Arbeitsgang eine Schrägbandeinfassung, die von der Ober- und der Unterseite perfekt ist. Positiv ist auch, dass die Nutzung nicht nur auf die Nähmaschine beschränkt ist, sondern die Teile auch an der Cover funktionieren.

Mein Fazit
Mein Favorit ist der Fuß #88 für ungefalztes Band. Ich finde es großartig, Schrägbänder aus passendem Stoff zu schneiden und dann nicht noch extra bügeln zu müssen. Und tatsächlich näht er auch brav das schon gefalzte Band an. Ich habe es einfach mal ausprobiert- man muss ein wenig führen- aber es klappt  ;) Damit ist er für mich der Vielseitigere der beiden Varianten.

Bandeinfasser sind ein kleiner Luxus. Ich habe Jahrzehnte ohne so ein extra Teil Schrägbänder angenäht- das geht und das wird auch recht hübsch. Aber mit dem Einfasser geht es flott und wird perfekt.  Dazu kommt, dass sich an der Cover noch ein Zusatznutzen bietet. 
Mir fehlt da aktuell noch der Praxistest, daher möchte gern auf den großartigen Blogpost von Nette (Regenbogenbuntes) hinweisen: Bandeinfasser an der Cover. Sie beschreibt dort detailiert und mit tollen Fotos die Anwendung.


Und- wie steht Ihr so zu Nähmaschinenzubehör und Sonderfüßchen?
Mögt Ihr diese kleinen Spezialisten und Helferlein auch so wie ich?

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