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Montag, 11. März 2019

Der Weg vom Weihnachtskleid zum Frühlingsshirt

Als Stefanie von Schnittquelle Ende letzten Jahres das Jerseykleid Mayn vorstellte, hatte ich spontan Lust, mir doch noch ein Weihnachtskleid 2018 zu nähen. Die tolle Wickeloptik im Oberteil und das tief angesetzte Rockteil gefielen mir sehr und das Projekt schien eine schnelle Nummer zu sein.
Fix einen schwarzen Strickstoff bestellt, mit dezentem Silberglitzer und gradliniger Rippe - und vor meinem geistigen Auge stand ich schon weihnachtlich schick neben dem Tannenbaum...

Doch Stoffe online zu bestellen, kann Träume ganz schnell zum Platzen bringen


Denn leider zeigte sich, dass der gelieferte Rippenstick zwar ganz hübsch war- aber leider etwas strack und auch furchtbar transparent. Echt blöd- ich war sehr enttäuscht und die Lust auf das Kleid schrumpfte auf ein Minimum. So hatte ich mir das eben nicht vorgestellt...

Trotzdem hab ich das Kleid Mayn zugeschnitten- mit der Idee im Hinterkopf, ein schwarzes Top und einen Unterrock unter das Kleid zu ziehen. Das Nähen ging flott von der Hand- aber irgendwie wurde ich mit dem Ergebnis nicht warm. Der Stoff schmiegte sich nicht so schön und die Wickelfalten trugen vorm Bauch komisch auf- und trotz Unterrock war ich nicht glücklich mit dem durchscheinenden Rockteil. Es war einfach nicht mein erträumtes Kleid.

Aus Weihnachtskleid wird Weihnachtsshirt?

 

Also- Rockteil wieder ab und wild rumprobiert. Am Ende sah das Ergebnis dann so aus:


Ich habe das Oberteil etwas eingekürzt und statt Rock eine breite, aber eng sitzende Blende angenäht. Das gefiel mir ganz gut- aber der komisch steife Stoff ließ das Wickelteil immer wieder seltsam hochbauschen und ich war nur am zupfen und zuppeln. Ich habe das Oberteil dann auch nicht zum Fest getragen- vielleicht auch, weil ich immer noch ein wenig schmollte.

War eben nicht das erträumte Kleid... 

 

Da aber der hübsche Schnitt nichts für den doofen Stoff konnte, schnappte ich mir im Januar einen Viskosejersey aus dem Vorrat. Sehr dünn- daher für eine Kleiderversion nicht tauglich- aber der Schnitt Mayn bringt auch eine Shirtvariante mit. Wieder war das Nähen kein Problem und diesmal war ich mit dem Ergebnis gleich zufrieden- auch wenn der dünne Viskosejersey ziemlich leiert und der eigentlich schön hochgeschlossene Wickelteil ohne Top zu tiefe Einblicke zulässt. Außerdem war mir das Oberteil dann doch zu fröstelkalt für Januar.  So hing das Shirt auf der Schneiderpuppe im Nähzimmer und hat gewartet...


Nun aber naht der Frühling mit großen Schritten und es wird Zeit, mich endlich mal für eine Ärmellänge zu entscheiden. Denn noch immer sind die Ärmel ungesäumt und überlang...

Ich denke, es wird tatsächlich eine 3/4 Länge werden, denn als ich die Bilder hier für den Beitrag gemacht habe, habe ich festgestellt, dass ich die Ärmel gerne hochschiebe. Und da hat man dann schnell zuviel Stoff, der sich komisch an den Ellenbogen rafft.
Also, ab damit...

Das ist ja das Schöne am "Selber Schneidern" - man kann machen, wie man möchte.


Man näht zwar auch mal nen Flop- aber das ist nicht das Ende der Welt. Das verbucht man dann unter: Blöd gelaufen- aber Erfahrung gesammelt und draus gelernt.

Ich habe aus dem Glitzerstrickflop auf jeden Fall gelernt, dass Produktfoto und Beschreibung eben nicht immer darstellen können, wie ein Stoff in natura ist. Nichts geht über anfassen- ich werde also keine Stoffe mehr spontan und ohne Fühlmuster bestellen.
Am liebsten kaufe ich eh direkt vom Ballen in einem Ladengeschäft. Dann kann man probieren, anfassen und streicheln und am Ende die richtige Wahl für sich treffen.

Und- wie haltet ihr es mit Stoffkauf? 
Mögt ihr auch am liebsten erstmal fühlen, bevor ihr Euch entscheidet? Oder hat es bei Euch auch nur via Foto und Produktbeschreibung immer gut hingehauen?

Ich bin gespannt auf Eure Stoffkauf-Erfahrungen.




 

Donnerstag, 15. November 2018

Hose Quin von Schnittquelle

Schon vor längerer Zeit hatte ich mir bei Schnittquelle dieses Schnittmuster ausgesucht. Ich wollte gerne eine bequeme schmale Hose mit nicht zu niedriger Leibhöhe und Taschen. All diese Kriterien erfüllt Quin und zusätzlich ist es auch noch die perfekte Hose für die anstehende Adventszeit. Dank Gumminbund und Fakereißer bleibt sie nämlich auch bequem, wenn es mal wieder ein Plätzchen zuviel war…

Schmal, aber bequem.

 

Hose Quin Schnittquelle

Die Hose ist nicht besonders schwer zu nähen. Die Schnittteile passen- wie bei Schnittquelle gewohnt - wunderbar stimmig zusammen und Passzeichen und Beschriftung helfen bei der Orientierung.
Meine Stoffwahl hat mich allerdings ein wenig zur Verzweiflung gebracht. Das Material ist ziemlich dünn und dazu war es nur in Längrichtung dehnbar. Ich habe also quer zum Fadenlauf zugeschnitten - zum Glück ging das bei der Leinwandbindung ganz gut.
Aber die Schnittkanten rollten leider immer ein und beim Nähen dehnte alles
wegen des hohen Elastan-Anteils ganz furchtbar, so dass nicht jede Absteppung eine Punktlandung wurde. Doch da hab ich mich dann irdgendwann locker gemacht und es gibt einfach mal kein Pingelschleifchen.

Detailbilder Quin Schnittquelle schmale Hose

Quin sitz bei mir ordentlich knackig- das liegt vor allem daran, dass ich entgegen der Maßtabelle die Göße 38 statt die 40 gewählt habe. Bei Hose Assuan und dem Rock Pretin hatte ich gute Erfahrungen mit der knappen Größenwahl geacht- bei Quinn klappt es jedoch nur, weil der Stoff ordentlich stretchig und dünn ist. Sollte ich die nächste Variante aus festerem und dickerem Stoff machen, werde ich wohl etwas aus dem Puffer der breiten Nahtzugaben schöpfen müssen.

Mein Fazit

 

Eine sehr bequeme, schmale Hose. Ich mag die Leibhöhe, die bei mir knapp zwei Fingerbreit unterm Bauchnabel sitz und den Gummibund, der dafür sorgt, dass Quin sich auch hinten in der Taille schön anschmiegt. Die 7 Gürtelschlaufen halten meinen Gürtel super an Ort und Stelle. Bei meinen Kaufjeans sind es meist nur 5 und da kann man dann den Gürtel tatsächlich nicht so gut „enger schnallen“.

Schnittmuster Quin von Schnittquelle bekommt ihr hier als Fertigschnitt in Einzelgrößen und auch als Ebook im Größen-Doppelpack zum selber ausdrucken.

Auf den Fotos trage ich die neue Stretchhose kombiniert mit dem Stickpulli von HIER und dieser Jerseyjacke. 






 

 * Das Schnittmuster wurde mir von Schnittquelle kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ich gehöre zum Modell-Nähteam von Schnittquelle, bin aber ganz frei, welches Schnittmuster ich testen möchte und auch frei darin was, wann und wie ich darüber blogge.


Donnerstag, 15. Februar 2018

Mustermix- ein Versuch und das Fazit


Ja, doch- ich mag Mustermix!
Es gibt so tolle Stoffserien, die aufeinander abgestimmt sind und es gibt im Netz so schöne Beispiele, wo Selberschneiderinnen großartige Kleidungsstücke in Mustermix gezaubert haben...

Nun habe ich aber schon vor längerer Zeit festgestellt, dass ich eher ein UNI-Typ bin...
Nicht, dass ich nicht auch ein paar gemusterte Sachen im Schrank habe- aber das ist doch eher die Ausnahme. Unbunt, uni, einfarbig- das ist bei mir die sichere Nummer- da fühle ich mich wohl.

Aber ab und an, da lässt man sich verführen und so konnte ich nicht widerstehen, als der Schnitt Jacke Beuron* von Schnittquelle rauskam.
Im Designbeispiel auf dem Cover aus tollen schwarz-grauen Strickjaquards genäht, gefiel sie mir sehr - diese tolle Unterteilung, leicht tailliert- klasse! Muss ich haben!

Doch als ich zum Stoffkauf loszog, kamen Zweifel auf. Solche Jaquardstoffe sind ja nicht gerade Schnapper und aus meinem Unterbewusstsein sickerten Zweifel, ob ich so eine "Patchworkjacke" wirklich glücklich und voller Überzeugung in meine Garderobe aufnehmen würde.
Und ob mir die Passform des Schnittes überhaupt gefällt...

So griff ich also lieber erst einmal zu preiswerterem Sommersweat. Damit könnte prüfen, was evtl. am Schnitt zu ändern wäre und wie ich so mit Mustermix klar komme. Nun, Mustermix ist bei meiner Stoffwahl jetzt etwas übertrieben- man kann hier eher von Colour-Blocking sprechen ;)

Hier also meine Sommersweat-Kapuzenjacke


Ich habe Gr. 40 genäht und trotz meiner 178cm Körpergröße am Schnitt nichts geändert.
Die Schnittführung ist wirklich raffiniert- die Teilungsnähte übernehmen die formenden Aufgaben, die sonst Abnäher hätten. Die leichte Taillierung gefällt mir sehr und die vielen Ecken und Stellen, an denen die Teile passgenau zusammengesetzt werden müssen, sind genau das richtige für mein #slowsewing-Herz.

Donnerstag, 13. April 2017

Über Probestücke, Wohlfühllängen und fehlende Kombipartner

Kennt Ihr das auch?
Da hat man einen Schnitt, den man unbedingt mal ausprobieren möchte und im Stoffvorrat findet sich nichts wirklich Optimales. Die Überlegung, ob man sich auf den Weg macht und was Passendes kauft wird natürlich gleich von der Vernunft durchkreuzt, denn man kann ja erst mal ein Probestück aus vorhandenem Stoff nähen.


Genau so enstand mein Rock Pretin von Schnittquelle.
Das Vernunftsstück Stoff war ein mauschelblauer Chambray von Stoff & Stil. Gekauft "nur mal so" in Dänemark, leider von nicht so traumhafter Qualität wie gedacht- zum Glück nur 1 Meter mitgenommen.
Der Meter reichte genau für die Originallänge vom Rockschnitt (Seitennahtlänge 54cm) und mir war schon beim Zuschnitt klar, dass das bei einen Sommerrock, den ich ohne Strumpfhose tragen will, nicht für meine persönliche Wohlfühllänge reichen wird. Ich bin da Eigen und finde "Knie natur" bei mir einfach nicht hübsch.


Doch erst mal eifrig genäht- um die Länge wollte ich mich später kümmern.
Gr.38 passte gut- einzig am Hüftbogen musste ich etwas weibliche Rundung wegnehmen. Da der Rock hinten mittig schließt und ich die Blenden vor dem Schließen der Seitennähte angenäht hatte, war die kleine Anpassung kein Problem. Die obere Rockkante sitzt bei mir in der Taille- ich denke, das nächste mal werde ich dort ein Zentimeterchen wegnehmen.


Das Längenproblem löste ich mir einer Blende- einen geraden Streifen im Bruch, den ich etwas in Form gebügelt habe, um in an die leicht gerundetet Saumkante nähen zu können. Bei der Wahl des passenden Streifens musste ich lange suchen, bis ich ein harmonisches Stück gefunden hatte, denn der Blauton des Chambray ist etwas speziell...

Rock selber nähen Model Pretin Schnittquelle

Donnerstag, 6. April 2017

Blau ist mein Bunt... Eine neue Leinenhose

Der Sommer kann kommen, denn ich bin gerüstet! Ich habe nämlich eine neue Lieblings-Leinenhose in blau, luftigleicht, marlene-weit und unkompliziert.

Schnittquelle Assuan Hose leinen Schneiderherz nähen

Das schöne Leinen mit leichtem Glanz lagerte schon seit dem vorletzten Stoffmarkt bei meinen Schätzen. Zunächst dachte ich, ich nähe daraus nach meinem heißgeliebten, uraltbewährtem "Neue Mode-Schnitt" ein neues Beinkleid- aber zu meinem Glück entdeckte ich bei Schnittquelle Schnitt Assuan. Ganz mutig und nach kurzer Rücksprache mit Stefanie von Schnittquelle wählte ich den Schnitt in 38- obwohl ich laut Maßtabelle genau bei Größe 40 liege. Aber die Erfahrung hat mir schon so oft gezeigt, dass ich bei Größe 40 oft noch Weite wegnehmen muss, um mich wirklich wohl zu fühlen und außerdem neigt Leinen beim Tragen gern dazu, sich zu dehnen. Die leidige Erfahrung musste ich ja im letzten Jahr gleich bei zwei Hosen machen...