Dienstag, 26. April 2016

Ich näh mir einen Trenchcoat: #3 Die Stoffwahl (und warum Pläne dazu da sind, geändert zu werden)

Weiter geht es mit meinem Projekt Trenchcoat.
Und eigentlich müsste ich jetzt erst mal das Projekt umbenennen...
Denn mein Trenchcoat wird irgendwie kein Trenchcoat:
Es wird ein Leinenmantel- leider ganz ohne die typischen Details des Modeklassikers.
Das dunkelblaue kräftige Leinen lagerte vorgewaschen und gebügelt in meinem Stoffschrank. Und es wurde Zeit, es endlich zu verarbeiten. Ganz vernünftig aufbrauchen, was man so hat und nicht extra neu kaufen. Leider zeigte sich jedoch, dass diese Stoffwahl bestimmte Wünsche für meinen neuen Mantel zunichte machte, denn ich hatte zwar ein großes Stück, aber für einige Details reicht es nicht.
Ich hatte mich ja nach intensiver Suche für den Schnitt Burda 10/2011 Model 106 enschieden.
Dieser Mantel sollte als Basis dienen und ich wollte ihn mit einigen Änderungen meinem Wunschmodell  anpassen. Nach einigen halbherzigen Versuchen, den Schnitt zu einem Einreiher zu ändern,  fand ich, dass Doppelreiher ja doch sehr nett wäre...
Also habe ich den Schnitt einfach 1:1 übernommen und am Papierschnitt gleich die Nahtzugaben angezeichnet. Kleines Bequemlichkeitsplus beim Zuschnitt und gerade wenn man knapp mit Stoff ist, wirklich hilfreich.

Zuschneidetisch Mantel zuschneiden Schnittmuster

Fürs Stecken habe ich mich auf den Fußboden begeben. So groß ist mein Zuschneidetisch nicht (auch wenn ich ihn noch ausziehen könnte) Leider musste ich wirklich tüfteln, um alle Grundteile rauszubekommen- für einen Rückenkoller, den ich so gerne zugefügt hätte und auch für einen Schlitz, reichte es leider nicht. Es ist nur noch ein Stück für die Taschenbeutel da und die Patten und den Gürtel muss ich wohl aus Schnipseln zaubern.

Ich bin wirklich gespannt, ob ich glücklich mit meiner Planänderungen werde.
Aber es hält mich ja nichts davon ab, mir zum Herbst noch einen richtigen Trenchcoat aus schwarzer Popeline zu nähen. Tolle Schnittmuster hatte ich bei meiner Recherche ja zuhauf gefunden...

Und, wie ist es bei Euren Nähprojekten?
Alles immer genau geplant und dann konsequent durchgeführt? Oder immer ganz locker- gucken, wie die Lage ist und einfach mal umentscheiden?





Heute verlinkt beim Creadienstag- der Plattform für kreatives Tun am Dienstag.


Kommentare:

  1. Liebe Ute,
    als Trenchcoat-Fan bin ich schon auf dein Ergebnis gespannt.
    Auf meiner To Do Liste steht ein dunkelblauer Trenchcoat und das schon seit geraumer Zeit, aber wie das manchmal so ist, oft kommt es anders als geplant, womit auch die Frage beantwortet wäre, ob ich genau plane oder es abarbeite, wie es kommt. ;-))
    Viel Freude beim Nähen.
    Liebe Grüße von Heike

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  2. Hallo Ute,
    das kenne ich nur zu gut, endlich passen Wunschmodell und Stoff zusammen - und dann reicht es gerade nicht für das besondere etwas. Erinnerst du dich irgendwann im letzten Jahr hast du schon einmal gefragt " und was Näht ihr so? " - Ja da habe ich mein Mantelwunschprojekt begonnen, nur leider paßte es dann doch nicht wie es sollte - nun ja - morgen werde ich dann, nach etlichen Änderungen - aber nur einmaligem abtrennen der Taschen den zweiten Ärmal einnähen.
    Der nächste Herbst kommt bestimmt! Und wenn ich an das gerade beendete Konfirmationskleid meiner Jüngsten denke - gut durchgeplant, ja sogar mit Probekleid - aber dann doch noch mal kurzfristig dem Stoff angepasst und im Rock die große Falte weggelassen. Ich glaube man muß es locker nehmen und flexibel bleiben. Wie wäre es denn mit einem Koller, einem Gürtel und den Patten aus einem hochwertigen und dünnen Kunstleder, Ton in Ton, vielleicht ließe sich auch der Schlitz so noch realisieren ?
    Ich bin gespannt wie es weiter geht!
    Herzliche Grüße Karen

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  3. PS:Das hat mich jetzt doch noch beschäftigt - überträgst du den Schnitt nicht auf den Stoff? Ich hätte nie gedacht, daß sich eine Schneiderin die Nahtzugabe anzeichnet bzw direkt am Schnitt anzeichnet! Eigentlich eine gute Idee, für mich brauche ich das nicht aber meine Große ist das natürlich ein Tip. Gruß Karen

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    1. Ich übertrage Passzeichen und Linien wie die Vordere Mitte auf den Stoff - aber nie die Nahtlinien. Wenn ich weiß, wieviel Nahtzugabe ich habe (und diese auch sorgsam und gleichmäßig angeschnitten habe), dann brauche ich ja nur Schnittkante auf Schnittkante legen und nutze die Maßmarkierung an der Nähmaschine :)
      Meist hab ich übrigens Schnitte ohne Nahtzugabe- wenn ich die stecke, dann zeichne ich die Zuschneidelinie mit Kreide und Handmaß auf den Stoff- aber nicht extra die Nahtlinie, denn die brauche ich ja nicht (siehe oben)

      Liebe Grüße
      Ute

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    2. Kleiner Nachtrag: Wenn man am Teil noch basteln will und sehr viel zugiebt, dann kann es schon mal hilfreich sein, die ursprüngliche Naht mit Kopierpapier zu übertragen. So als Anhaltspunkt...

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  4. Liebe Ute,
    ich bin immer ganz platt wie professionell du alles angehst. Aber es motiviert mich enorm auch mehr Mut zu haben.Ich werde heute noch einen Schnitt eines Lieblingskleides einer Freundin abnehmen, das Kleid muss ich zurückgeben. Und dann schau ma mal (wie der Wiener so sagt) bis wann ich daraus was zaubere...
    LG Mona

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  5. Für den Sommer (der aber wahrscheinlich nie kommt) ist es bestimmt eine gute Stoffwahl. Aber so ein Stofftetris ist echt immer heftig. Ich bin schon sehr gespannt auf dein Ergebnis!
    Liebe grüße
    Claudia

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  6. Liebe Ute,
    ich wünschte ich wär so konsequent und würde mir nur Stoff kaufen, wenn ich schon ganz genau wüsste was ich daraus nähe :( Wenn ich endlich einen Stoff, der unbedingt mit musste, vernähen möchte habe ich oft das gleiche Problem wie du. Ich bin sehr gespannt auf deinen Mantel.
    Liebe Grüße
    Kerstin

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