Dienstag, 5. April 2016

Ich näh mir einen Trenchcoat: #1 Der Wunsch

Ich habe einen Trenchcoat, den ich sehr liebe.
Er war ein Glückskauf- vor einigen Jahren ganz spontan mitgenommen und lange glücklich damit gewesen. Ein toller Begleiter zu Jeans und auch mal zu schick. Der Stoff in wunderbarem Dunkelblau, ein ganz besonderer Materialmix aus Baumwolle, Polyester und Metall (!)

Doch leider mag ich ihn nicht mehr tragen: Das Material, das am Anfang mit leicht steifer Haptik und unkompliziertem Tragekomfort gepunktet hat, ist hinüber.
Es scheint, als wären die hauchfeinen, eingewebten Metallfäden gebrochen und somit ist die Oberfläche rau und irgendwie hakelig geworden. Immer lappiger wurde der Mantel und um ihm den endgültigen Todesstoß zu verpassen, gab es dann am Ende auch noch eine dicke Bügelpanne (Unachtsamkeit, die den gefalteten Rückenkoller ganz fies blank werden ließ)

Der Mantel landete bei meiner Kleiderschrankdiät schweren Herzens in dem Korb
„Ändern oder Upcyceln“
Zu retten ist er nicht mehr - doch er dient mir nun als Vorbild für meinen neuen Mantel.
Der neue Trench soll auf keinen Fall eine Kopie werden- aber ein würdiger Nachfolger.

Und so steht jetzt als erster Schritt eine kleine Analyse.
Der alte Mantel:

Trenchcoat nähen -die Analyse des Models

Was mochte ich besonders am alten Mantel und was soll der Neue unbedingt auch haben?
  • die Länge  2 (bei mir gut Oberschenkel-lang)
  • kein Futter
  • Einreiher  2 (auch wenn Doppelreiher eigentlich typischer Trenchcoat wäre)
  • Prinzessnähte
  • Leistentaschen in den Nähten
  • Zweinaht-Ärmel (kein Raglan)  1 (nicht in Stein gemeißelt)
  • breite Bindebänder an den Ärmeln   4
Darauf verzichte ich wohl:
  • die vielen Falten am Rückenkoller   5 (da sieht man auch schön die Bügelpanne)
Da bin ich noch unschlüssig:
  • Farbe
  • Oberkragen mit Falten   3 (wird wohl von der endgültigen Kragenform und dem Material abhängen)
  • abgerundetes Revers
Das würde ich gern zufügen:
  • evtl. Koller vorn
  • Hongkongeinfassung der Nahtzugaben

Soweit so gut...
Der nächste Schritt ist nun die Suche nach dem Schnittmuster- besser gesagt nach den diversen Vorlagen, aus denen ich mir dann meinen Trenchcoat-Schnitt basteln werde.

Ich werde Euch auf dem Laufenden halten...





Mit dieser kreativen Vorarbeit gehts heute zum Creadienstag und zu den Dienstagsdingen.

Kommentare:

  1. Was zur Hölle ist eine Hongkongeinfassung der Nahtzugaben??? Ich bin verwirrt...

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    1. Hihi- ja, der Name ist schon irgendwie drollig.
      Das ist eine dekorative Versäuberungstechnik. Dafür werden die Nahtzugaben mit Schrängand (aus dünnem Material) eingefasst. Sieht bei ungefütterten Teilen einfach sehr schick aus, weil man schön mit Kontrasten arbeiten kann.
      (

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  2. Hallo Ute,
    Dein Plan klingt sehr spannend und Du wirst sicher einen ganz tollen Trenchcoat schneidern :-)
    Nochmal zu Deiner Schürze : die ist der helle Wahnsinn ! Ich gebe zu, dass ich etwas fassungslos war, als ich auf IG las dass ihr Schürzen nähen solltet ;-) Ich habe echt überlegt, wie eine Schürze mit Rüschen in Dein Kleiderschrankkonzept passt und habe die Fotos vergrößert um erleichtert festzustellen, dass ich bei Dir keine Rüschen entdecken konnte ;-) Deine schwarze Schürze ist so klasse ! Das wäre das perfekte Modell für ein sehr edles Restaurant !

    Liebe Grüße
    Angelika

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  3. na das ist ja mal ein projekt :-)
    ich kopiere mir gerne lieblingsshirts, aber einen ganzen mantel?
    werde deine fortschritte verfolgen!
    glg andrea

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  4. Klingt super spannend. Ich glaube ich hätte auch gerne mal wieder einen Trench. Ich mochte meinen auch immer so gerne. Aber ich werde mir sicherlich keinen nähen...lach. Man muss seine Grenzen kennen.
    LG Claudia

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  5. Liebe Ute,
    na bum - das ist ein wahrlich großes Vorhaben. Ich bewundere dich und bleibe dran ;-)
    LG Mona

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